Schwaben wollen eigenständig bleiben

Mit Michael Heel vom Hotel Waldhorn hat der Hotel- und Gaststättenverband Kempten wieder einen stellvertretenden Vorsitzenden. Am Dienstag vergangener Woche bestimmte die Kreisversammlung Heel einstimmig zum Stellvertreter von Rüdiger Preschl (Hotel Sonnenhang), der in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt wurde. Neben den Vorstandswahlen beschäftigte vor allem die reduzierte Mehrwertsteuer für Hotels die Kemptener Gastronomen.

Schwabens Bezirksvorsitzender Johann Pritsch erläuterte, dass die sieben Prozent Mehrwertsteuer für Hotels in den Medien negativ dargestellt wurden. Die Gastronomie mit einem Mehrwertsteuersatz von weiterhin 19 Prozent sei nach wie vor benachteiligt, schließlich müsse der Kunde in Stehcafés, Bäckerein, Schnellimbissen nur sieben Prozent zahlen. Rüdiger Preschl wies außerdem darauf hin, dass die 12 Prozent nicht als Gewinn gesehen werde dürften. Viele Betriebe würden das Geld stattdessen in überfällige Investitionen stecken und somit die regionale Wirtschaft fördern. Im Gegensatz zu großen Konzernen, „bleibt das Geld in der Region“, so Preschl. Verbandspolitisch stehen heuer auf der Landesdelegierten-Tagung die Zusammenführung von Bezirken auf dem Programm. Der Bezirk Schwaben werde sich dafür einsetzen, dass das nicht geschehen wird, kündigte Pritsch an. Für ihn sei die Eigenständigkeit des Bezirks Schwaben enorm wichtig. Kreisvorsitzender Preschl berichtete anschließend über die alljährliche Lehrstellenbörse, auf der die Branche ihre Ausbildungsberufe präsentiert. In diesem Jahr möchte sie sich mit einem neuen Stand präsentieren, um attraktiver für junge Menschen zu sein. Weitere Aktivitäten wie die Spargelschälaktion, die Energieeffizienzberatung, die jährliche Festwoche oder das „Kochen mit Freu(n)den“ wurden vom Vorsitzenden vorgestellt. Derzeit werde in Kempten außerdem gemeinsam mit der Stadt an einem neuen Tourismuskonzept gearbeitet. Informationen dazu soll es in absehbarer Zeit geben, kündigte er an. Preschl bestätigt Bei den Neuwahlen des Vorstandes bestätigten die Anwesenden Vorsitzenden Preschl in seinem Amt. Als neuen Stellvertreter wählte die Versammlung Michael Heel, zweite Stellvertreterin ist Margarete Schropp. Uli Schmid bleibt Schriftführer und Herbert Zimmermann Kassenführer. Die Wahl gilt nun für drei Jahre, nicht wie bisher für zwei Jahre. Bezirksgeschäftsführer Jochen Deiring berichtete über aktuelle Themen. Er betonte, dass dem Kunden Zimmer, Wellnes und Service wichtiger seien als eine minimale Reduzierung des Zimmerpreises. Daher unterstütze er die Haltung vieler Betriebe, die Ersparnis in besseren Service und der Investition in die Gebäude zu stecken. Die Hotels und Gastronomen hätten sich mit der Neuregelung des Rauchverbotes arrangiert und könnten gut damit leben. Nach dem erfolgreichen Volksbegehren für ein komplettes Rauchverbot sei allerdings die Zukunft diesbezüglich ungewiss. Alles hänge von dem Volksentscheid am 4. Juli ab. „Schwarzarbeit ist ein Straftatbestand“, betonte Deiring darüber hinaus. Daher empfehle er jedem, davon Abstand zu nehmen. Neben einer hohen Geldstrafe müssten nämlich auch Sozialabgaben gezahlt werden, die schnell sehr hoch sein könnten. In diesem Zusammenhang wies er nochmals darauf hin, dass die Sofortanmeldungen spätestens am 1. Arbeitstag abgegeben werden müssen. Auch wenn Sonn- oder Feiertage sind. Dies sei über Internet unproblematisch. In der Hotel- und Gastronomiebranche zeichne sich langsam aber sicher ebenfalls ein Fachkräftemangel ab, so Deiring weiter. Hier bestehe Handlungsbedarf bei der Politik, das Jugendschutzgesetz zu ändern. Denn die meisten Auszubildenden der Branche seien Hauptschüler, also Jugendliche. Allerdings sei es beinahe unmöglich, einen jungen Menschen in der Hotellerie oder der Gastronomie auszubilden ohne gegen dieses Gesetz zu verstoßen.

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