Nur wenig Zuhörer

Bürgerinfo kein "Renner"

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Das Gebiet der vorbereitenden Untersuchungen, das nicht zwingend exakt dem künftigen Sanierungsgebiet entspricht.

Kempten – An sanierungsbedürftigen öffentlichen Bauten und Anlagen im künftigen Sanierungsgebiet „Erweiterte Doppelstadt“, die sich quasi über die gesamte Innenstadt erstreckt, mangelt es in Kempten nicht, wie Rico Emge vom Planungsbüro UmbauStadt erst im Bauausschuss und anschließend in einer mehr als schwach besuchten Bürgerinfo aufzählte.

Nur rund 15 Interessierte hatten sich unter ebenso viele Stadträte und Vertreter der Verwaltung gemischt.

Durch das Förderprogramm sollen zum einen Zuschüsse aus der Städtebauförderung für öffentliche Objekte fließen. Zum anderen können Hauseigentümer für verschiedenste Sanierungen mit Fördermitteln unterstützt werden, „wenn die- se Maßnahmen mit uns vorher abgesprochen sind“, wie Robert Peter von der Bauverwaltung in der Bürgerinfo verkündete.

Über 2300 Fragebögen waren für die vorbereitenden Untersuchungen verschickt wor- den, 634 waren ausgefüllt zurückgekommen, womit sich Rico Emge vom Planungsbüro UmbauStadt ganz zufrieden zeigte. Rund zehn Prozent der Kemptener leben laut Emge im Sanierungsgebiet, nur bei wenigen Gebäuden sei der Zustand „sehr schlecht“, wobei viele Gebäude von außen besser aussähen, als der tatsächliche Zu- stand sei. Der Anteil an Einfamilienhäuser sei mit zwölf Prozent „sehr gering“, anders als der Anteil an mit 75 bis über 175 Quadratmetern großen bis sehr großen Wohnungen, der bei etwa 50 Prozent liege.

Was die öffentlichen Bauten betrifft, sah Emge neben der Burghalde auch Handlungsbedarf zum Beispiel am nördlichen Stadteingang, wo er anregte, die Untertunnelung am Pfeilergraben eventuell wegzunehmen und „nur noch den Kreisverkehr“ zu lassen. Dass die Rottachstraße wegen der einst militärischen Nutzung „überdimensioniert“ sei und „viel schmaler reichen würde“, räumte Dr. Richard Schießl zwar ein. Aber es sei „sicher nichts, was zeitnah auf der Agenda steht“. Ein „Sanierungsgebiet sei aber immer langfristig angelegt“, über viele Jahre. Mit einem zusätzlichen Parkhaus nördlich der Feuerwehr sah Emge eine Möglichkeit die Illerstraße zu entlasten.

Wenig vorteilhaft beurteilte das Planungsbüro, dass die Salzstraße das Kornhaus und den Hildegardplatz wie eine „Schneise“ trenne. Ebenfalls im Fokus stehen Beginenhaus und König-Ludwig-Brücke, deren Sanierungen laut Schießl „ohne solche Städtebauförderung gar nicht möglich“ wäre.

Im Juni soll im Stadtrat unter anderem die Abgrenzung des Sanierungsgebietes per Satzung beschlossen werden. Durch das „einfache Verfahren“ entsünden, so Emge, „keine Nachteile für Eigentümer“.

Christine Tröger

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