"Im Berg dahuim"

Schweizer Film über Allgäuer Älpler feiert Premiere

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Standbild aus dem Dokufilm „Im Berg dahuim“, zu dessen Kemptener Premiere der Bauernverband einlud.

Kempten – „Das alle Klischees falsch sind, ist auch eines“, sagt ein Sprichwort. Dies trifft auch auf den neuen Heimatfilm des Schweizer Filmemacherduos Thomas Rickenmann und Rahel von Gunten zu. „Im Berg dahuim“ hatte am vergangenen Mittwoch Vormittag in Anwesenheit der beiden eidgenössischen Filmenthusiasten aus dem Kanton St. Gallen Premiere im Colosseum Center.

Der Film beschreibt in eindringlichen Bildern das Leben von Alphirten auf vier verschiedenen Allgäuer Alpen. In den Bergen südlich von Oberstdorf ziehen im Sommer Herden von Weide zu Weide. Das Vieh wird dabei von Hirten und Sennerfamilien begleitet. Was aber ist dran am Klischee des Naturburschen, der entrückt von der modernen Welt ohne Fernsehen, Smartphone und anderen Luxus, das Vieh auf der Alpe hütet? Alphirten leben in und mit der Natur, den Tieren, an der frischen Luft, mitten im Wettergeschehen und nah an der Sonne. 

Was der Film von Thomas Rickenmann und Rahel von Gunten bestätigt: Die Menschen im Berg erfahren im Gebirge trotz körperlicher Müh tatsächlich Zufriedenheit. Sie finden zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. Und so kehren sie jedes Jahr im Frühjahr wieder an ihren Glücksort zurück, wo sie den Sommer über ihre Seelen auftanken. Die Filmcrew besuchte die drei Hirten Thomas, Stefan und Matti am Taufersberg, eine Sennerfamilie auf der Sölleralp, Opa Wolfgang und Oma Monika auf der Alpe Oberau und das Team der Kemptner Hütte auf 1844 Meter über dem Meeresspiegel.

Gedreht wurde der Film über vier Jahre lang, jeweils in den Sommermonaten, wenn die Älpler mit ihrem Vieh in den Bergen sind. Auf die Frage warum die beiden Schweizer Filmemacher ausgerechnet in den Allgäuer Alpen gedreht haben, antwortet Rahel von Gunten: „Vor vier Jahren waren wir mit der Deutschlandpremiere unseres Films „Alpzyt“ zu Gast in Oberstdorf. Dort bekamen wir den ersten Kontakt zu unseren Allgäuer Älplern.“ Kritiker werfen dem Schweizer Filmemacherduo, die auch privat ein Paar sind, beizeiten vor, die Bergidylle in ihren Filmen zu makellos abzubilden. Thomas Rickenmann und Rahel von Gunten ficht das nicht an. 

„Was bei Liebesfilmen erlaubt ist, darf auch bei unseren Heimatfilmen nicht fehlen – eine Prise Zucker versüßt das filmische Vergnügen“, so unlängst Thomas Rickenmann im Interview mit dem BR. Auch die 254 Premierengäste empfanden das Werk der Schweizer als gelungen. Dabei handelte es sich um Mitglieder des Kreisverband Oberallgäu des Bayerischen Bauernverbandes, die ihren jährlichen Ausflug sehr zur Freude der Kinobetreiber-Familie Dietel-Sing heuer ins Colosseum Centers verlegten. „Im Berg dahuim“ läuft seit dem 8. Oktober in der 16 Uhr-Vorstellung im Colloseum in der Königsstraße. 

Jörg Spielberg

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