Schwere Unfälle im Tunnel

Der Einsatz der Rettungskräfte an den verunfallten Autos. Foto: Schubert

Die Zeit der Revision im Felderhaldetunnel auf der B12 nutzten die Feuerwehren von Isny, Leutkirch und Bad Wurzach am Mittwochabend vergangener Woche für eine Großübung. Das bot sich an, da der Verkehr wegen der Wartungsarbeiten sowieso umgeleitet werden musste. Unter der Leitung der Feuerwehr Isny waren 16 Fahr- zeuge bei der Ernstfallprobe im Einsatz. Ein entsprechendes Szenario wurde extra aufgebaut.

In der ersten Phase der Übung gingen die Einsatzkräfte von einem Unfall mit vier Fahrzeuge und sechs Verletzten ohne Rauchentwicklung aus, so dass die Rettungsfahrzeuge in den Tunnel einfahren konnten. Der Tunnel wird laufend überwacht. Im Ernstfall wird von der Meldezentrale in Ravensburg der Alarm ausgelöst. Viele Dinge gibt es zu beachten. Von der Zentrale am Eingang des Tunnels wird jeder Schritt überwacht und mit dem jeweiligen Einsatzleiter und den Gruppenführern abgesprochen. Wild sah es im Tunnel aus. Die Autos standen im wirren Haufen circa 200 Meter von der Tunnelöffnung entfernt. Streben wurden angelegt. Die schweren Geräte aus dem Rüstwagen gezogen und die ebenfalls vor Ort befindlichen Sanitäter kümmerten sich um die „Verletzten“ in den Pkws. Die „Verletzten“ waren vom DRK entsprechend hergerichtet worden. Die Rettungskräfte mussten nun entscheiden, wie sie aus den Stück für Stück verschafften sich die Feuerwehrler und Sanitäter mit großen Scheren Zugang zu den „Unfallopfern“ und schon bald lagen die ersten „Verletzten“ auf den Tragen der Sanitäter. Die Einsatzleiter waren mit dem Ablauf in allen Phasen zufrieden und nach dem Abfahren der Krankenwagen wurden auch die letzten Spuren des „Massenunfalls“ beseitigt. Inzwischen war der zweite Teil der Übung angelaufen. Fast genau in der Mitte des Tunnels war ein Fahrzeug mit nicht genau zu definierender Gefahrgutladung aufgefahren und ein Teil der geladenen Chemikalien drohte auszulaufen. Jetzt war der Gefahrgutzug gefragt. Hier laufen die Abfolgen entschieden langsamer. Die Rettungskräfte sollen schließlich nicht durch giftige Dämpfe oder Explosionen der eventuell aufeinander reagierenden Flüssigkeiten gefährdet werden. Erst die Analyse, dann der Einsatz ist hier die Abfolge. Feuerwehrkräfte im Vollschutzanzug kommen hier zum Einsatz. Das heißt, dass in den Plastikanzügen mit integriertem Atemgerät innerhalb kürzester Zeit Temperaturen herrschen, die den Körper des Retters bis zu 40 Grad aufheizen. Bei der Länge des Tunnels wäre vom Eingang bis zur Unfallstelle nicht genügend Zeit übrig, dass die Retter vor Ort arbeiten können. Diesmal sollte der „Angriff“ über einen der Fluchtstollen erfolgen. Positives Fazit Insgesamt zogen die Einsatzleiter auch von diesem Einsatz ein positives Fazit, auch wenn mehr Zeit als geplant gebraucht wurde. In den Nachbesprechungen werden eventuelle Fehler besprochen und im tatsächlichen Einsatz sollte dann alles richtig funktionieren. Die Feuerwehren der bayerischen Nachbargemeinden haben den Einsatz geübt. Am besten wäre es trotzdem, wenn die Einsatzkräfte nie für einen Ernstfall ausrücken müssten.

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