Neu in der Stadt 

E-Scooter und bald auch E-Lastenräder zum Ausleihen 

Bald per App buchbar: Ab dem kommenden Sommer will Kempten auch E-Lastenräder zum Verleih anbieten.
+
Bald per App buchbar: Ab dem kommenden Sommer will Kempten auch E-Lastenräder zum Verleih anbieten.

Kempten – Seit März 2021 können die Kemptener neben Car-Sharing-Autos auch E-Scooter leihen, um sich in der Stadt zu bewegen. Ein Anbieter war auf die Stadt zugekommen. In einer ersten Phase stehen 75 Scooter im öffentlichen Straßenraum be- reit. Über die Zeus-Scooter-App können Interessierte die kleinen Flitzer finden. Auch die Buchung läuft über die App. Dafür fällt ein Euro Gebühr an. Jede Fahrtminute kostet anschließend 19 Cent. 

Nach der Fahrt stellt der „User“ den Scooter wieder ab und meldet auch das Fahrzeug ab. Die Stadt hat sogenannte „No-Parking-Areas“ festgelegt, wo die Scooter nicht abgestellt werden dürfen, zum Beispiel die Fußgängerzone, oder Friedhöfe. Für die E-Scooter-Fahrer gelten ähnliche Regeln wie für Fahrradfahrer. Sie dürfen nur auf Radwegen, Radangebotsstreifen oder auf der Fahrbahn fahren, erklärte Mobilitäts- und Verkehrsmanager Stefan Sommerfeld in der Sitzung des Klimaschutzbeirats.

Zunächst schaut sich die Stadt an, wie die Kemptener das Angebot nutzen, wie sie sich auf den Scootern verhalten, und ob es rentabel ist für den Betreiber. Nach der einjährigen Testphase fällt die Entscheidung, ob Kommune und Betreiber weiterhin zusammenarbeiten.

Prof. Dr. Martin Steyer merkte im Klimaschutzbeirat an, dass man für die gelungene Nutzung der Scooter auch über-legen müsse, ob „Straßen ein Stück weit rückgebaut werden, zugunsten von solchen Kleinstahrzeugen“. Man müsse Verkehrswegenetze schaffen, damit die Leute wissen, wo sie mit den E-Scootern entlangfahren dürfen und können. „Es könnte ein Henne-Ei-Problem sein und der Nutzen kommt eventuell erst, wenn man es gesamtheitlich denkt.“

Dominik Tartler (FFK) kritisierte, dass man die E-Scooter-Fahrt nicht mit Paypal bezahlen kann, sondern eine Kreditkarte brauche. Das schließe eine gewisse Zahl von potentiellen Kunden aus. Außerdem könne man im Bereich der ZUM nicht parken, wodurch die sogenannte „letzte Meile“ im Anschluss an eine Busfahrt nicht nahtlos mit den Scootern bewältigt werden könne. Sommerfeld erwiderte, dass die ZUM ein sensibler Bereich sei, wo „rumfliegende“ Scooter we- der Busfahrer noch den Verkehr stören dürfen. Aber er werde sich mit der Frage beschäftigen.

Sitzungsleiterin und Stadträtin Gertrud Epple (Grüne) forderte dazu auf, die störenden oder falschfahrenden E-Scooter-Fahrer nicht einfach nur „anzumotzen“, sondern mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Nur so könne die Sache konstruktiv weiterentwickelt wer- den.

Auch ein E-Lastenfahrrad-Verleihsystem soll diesen Sommer in Kempten kommen. „Das liegt mir sehr am Herzen“, sagte Sommerfeld. Und die Stadt arbeite fieberhaft daran. Zuletzt wurden mögliche Stationen besichtigt, an denen die Lastenräder abgestellt werden können. Auch diese Lastenräder sollen über eine App, die Sigo-App, buchbar sein. Das INTERREG eHUB-Projekt mache den Verleih möglich. Die Stadt ist an den Einnahmen dieser „eingekauften Dienstleistung“ beteiligt. Ziel ist, dass sich der Verleih aber irgendwann einmal selbst finanziert.

Susanne Lüderitz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das Holzplatzquartier erhält einen Bebauungsplan 
Das Holzplatzquartier erhält einen Bebauungsplan 
Corona-Ticker Kempten: Erster Fall der indischen Variante im Oberallgäu
Corona-Ticker Kempten: Erster Fall der indischen Variante im Oberallgäu
2025 jährt sich der Bauernkrieg zum 500. Mal 
2025 jährt sich der Bauernkrieg zum 500. Mal 
Mehr Lebensraum für Insekten, Bienen und Pflanzen in Kempten
Mehr Lebensraum für Insekten, Bienen und Pflanzen in Kempten

Kommentare