Sehnsucht nach Freiheit

Mit ihrer Darbietung begeistern die internationalen Künstler im Hofgarten der Residenz das Kemptener Publikum. Allerdings kommt die Akustik wegen der Gegebenheiten nicht komplett zur Geltung. Foto: Emanuele

Vergangenen Samstagabend bot die renommierte „Stagione D’ opera Italiana” im Hofgarten hinter der Residenz eine Open-Air-Inszenierung der berühmten Freiheitsoper Nabucco von Giuseppe Verdi. Die Uraufführung liegt bereits 150 Jahre zurück.

Verdi hatte dieses Stück seinerzeit nach der Vereinigung der sieben Reiche zu einem Königreich „Italien“ komponiert. Der Freiheits-Chor „Va pensiero” spiegelt den damaligen Geist wider und stimmte damals wie heute die Menschen hoffnungsvoll, Italien möge eine Einheit werden. Heute ist dieser musikalische Höhepunkt die inoffizielle Hymne der abtrünnigen Partei „Lega“, die seit mehr als 20 Jahren für einen eigenen Staat im Norden „Padania“ wirbt. Tolle Schauspieler Eine hervorragende Besetzung mit internationalen Solisten der Arena di Verona, Scala Milano sowie der Opernhäuser von Rom, Venedig und Neapel, mit Chor und Orchester, ließen in einer vollständig neuen Dekorations- und Kostümausstattung das alte Babylon wieder auferstehen. Die Zuschauer sahen und hörten die Inszenierung des dramatischen Freiheitskampfs der Israeliten im Land der zwei Ströme zwischen Euphrat und Tigris im sechsten Jahrhundert vor Christus, wie Nebukadnezar II. von Babylon das Volk Israel unterwarf und wie sich verhängnisvolle Beziehungen zwischen der jüngeren Prinzessin Fenena, ihrem jüdischen Geliebten Ismael, der angeblichen Schwester Abigall und dem Kämpfer Zacharias ergaben. Im Mittelpunkt dieser hochdramatischen Spielhandlung stand die Sehnsucht der Menschen nach Freiheit. Verdis Musik gibt genau diese Höhen und Tiefen eines Volkes wieder. Das Lied der Freiheit des Gefangenenchors bewegt die Zuschauer während der ganzen Aufführung in Kempten: Zieht Gedanken, auf goldenen Flügeln, zieht Gedanken, Ihr dürft nicht verweilen. Lasst Euch nieder auf sonnigen Hügeln, dort, wo Zions Türme blicken ins Tal. Die Akustik leidet Eine gute, bewegende und beeindruckende Darbietung. Nur schade, dass beim Open-Air etwas die Akustik und der Klang des Lieds der Freiheit verloren ging.

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