"Sehr gute Lösung"

Der Vorstand des Stadtjugendrings Kempten um Vorsitzenden Stefan Keppeler (v.l.), Daniela Mayr, Johannes Messe, Sabine Daufratshofer, Bernd Fischer, Franziska Limmer. Ein noch vakanter Vorstandsposten konnte nicht besetzt werden. Stodal

Der Stadtjugendring Kempten blickt in seiner Herbstvollversammlung am Montagabend auf ein insgesamt erfolgreiches Jahr zurück. Als eine der wichtigsten Errungenschaften gilt die Tatsache, dass die sozialintegrativen Maßnahmen in St.-Mang zumindest in Teilen gerettet werden konnten. Für 2012 wurde von den 33 anwesenden Delegierten ein breit gefächertes Programm an Veranstaltungen und Projekten beschlossen. Zu den Schwerpunktthemen werden Inklusion, Respekt, sowie Sucht- und Schuldenprävention gehören.

Der Kurzbericht über einige Highlights des Jahres 2011, den der 1. Vorstand Stefan Keppeler präsentierte, verdeutlicht die Vielfalt der Arbeit des Stadtjugendrings (SJR). Neu in der Arbeitsgemeinschaft der Kemptener Jugendverbände, unter deren Dach mehr als 20 Jugendverbände organisiert sind, sind seit Montag die reaktivierte Jugendgruppe des ikarus.thingers e.V. sowie die Jugendgruppe des Landesbundes für Vogelschutz. Bei der (rein aus Drittmitteln finanzierten) Kampagne „Leben statt schweben“ beispielsweise, die sich mit Sucht- prävention befasst, stand heuer verstärkt das Thema Internet im Fokus. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugendarbeit wurden in zahlreichen Aktionen Jugendliche, wie auch deren Eltern und Jugend- und Sozialarbeiter für das Thema sensibilisiert und im bewussten Umgang mit dem Medium geschult. Im Rahmen des Berufsorientierungs-Projektes JUMP kamen Vertreter von Ausbildungsbetrieben, Schulen, der Agentur für Arbeit sowie Fachkräfte aus dem Bereich Sozialpädagogik an einen Tisch, um Erfahrungen, Wünsche und Anregungen auszutauschen und einen Maßnahmenkatalog auszuarbeiten. Als pädagogische Neuerungen wurden die verbindliche Ferienbetreuung in St.-Mang sowie die Implementierung der Jungenarbeit an vier Kemptener Mittelschulen eingeführt. Ein ganz zentrales Thema, das die Gemüter 2011 erregte, war die Zukunft der sozialintegrativen Maßnahmen in St.-Mang, die durch die Kürzung der staatlichen Fördermittel für das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ in Frage standen. In langen Verhandlungen konnte eine Weiterführung sichergestellt werden. Die Stadt Kempten wird die Maßnahmen im kommenden Jahr mit knapp 80 000 Euro fördern, dem SJR bleiben 1,4 Planstellen erhalten (0,25 für schulbezogene Jugendarbeit, 0,25 für aufsuchende Jugendarbeit, 0,9 im Jugendzentrum St.-Mang). Keppeler nannte dies „zwar keine perfekte, aber dennoch eine sehr gute Lösung“. Das fand auch Bürgermeisterin Sibylle Knott (FW), die darauf hinwies, dass im städtischen Haushalt 2012 975 000 Euro für die Leistungen des Kemptener SJR vorgesehen seien, zuzüglich der Finanzierung des Förderprojektes „Zukunft bringt´s“ mit weiteren 80 000 Euro. Mehr Fundraising SJR-Geschäftsführer Alexander Haag stellte im Anschluss den Haushaltsplanentwurf für das kommende Jahr vor, in dem rund 1,4 Millionen Euro veranschlagt wurden, was einer Steigerung um 12 950 Euro gleichkommt. Obwohl eine höhere Zahl auf dem Papier stehe, seien für die gesamte Organisation aber „eher Einsparungen vorgesehen“, so Haag. Der SJR selbst trägt durch verstärkte Drittmittelakquise zu seiner eigenen Finanzierung bei. In diesem Jahr konnten 49 000 Euro an Geldern und Sachmitteln außerhalb der öffentlichen Träger gewonnen werden. „Auf dieses Fundraising sind wir mittlerweile angewiesen, um den SJR in dieser Form weiter betreiben zu können“, so Keppeler. Denn auch für 2012 ist ein breit gefächertes Programm geplant. Dieses beinhaltet unter anderem Weiterbildungsveranstaltungen für Jugend- leiter, wie beispielsweise Seminare zu Rechtsfragen in der Jugendarbeit, Schuldenpräven- tion, Spielepädagogik oder zum Thema „schwierige Jungs verstehen und fördern“, sowie Erste Hilfe- und Bootsführerkurse. Das Jahresthema 2012, das auf vielfältige Weise umgesetzt werden soll, lautet „Respekt“. Verstärktes Augenmerk soll zudem auf das Thema Inklusion gelegt werden. Hierzu hielt Reinhold Scharpf, der Geschäftsführer des Vereins Körperbehinderte Allgäu, ein mit großem Interesse aufgenommenes Grundsatzreferat, in dem er die Jugendverbände in Kempten aufrief, den Kontakt mit jungen Menschen mit Behinderung zu suchen, diese in ihre Organisationen einzubinden und so ein gesellschaftliches Miteinander mittelfristig zu einer Selbstverständlichkeit zu machen. Eine Fortbildung der Jugendleiter zum Thema Behinderung ist demnach bereits in Planung. In diesem Jahr organisiert der SJR noch folgende Veranstaltungen: Weihnachtsmarkt vor dem Forum Allgäu am 26. November von 11 bis 17 Uhr, sowie den Stadtnikolaus, der heuer an der St. Lorenz-Basilika, am Forum, sowie am St. Mang-Platz (anstelle Rathausplatz) Station machen wird.

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