"Sein oder Nichtsein"

Für Unruhe innerhalb der katholischen Kirche sorgt die Priesterbruderschaft Pius X., oder kurz Piusbruderschaft, schon seit ihrer Gründung durch Marcel Lefebvre im Jahr 1970. Von Exkommunikationen bis zum Verbot, die Heilige Messe abzuhalten, hatte sich der Vatikan immer wieder genötigt gesehen, den als ultrakonservativ geltenden Traditionalisten Einhalt zu gebieten. Aktuell durch den Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson sowie eine in Bayern geplante Priesterweihe erneut in die Schlagzeilen geraten, hatte die Bruderschaft vergangene Woche bei einem Infoabend im Kleinen Kornhaussaal ihre Sicht der Dinge dargelegt.

Aus Sicht der Bruderschaft müsse unter anderem geklärt werden, ob die Kirche mit der neuen, von der Lehre abweichenden Messe, „einen Bruch begangen hat“. Die Gläubigen bräuchten „großer Seelenstärke“, um dem liberalen, „dem Christentum durchaus feindlichen Zeitgeist“ zu widerstehen. Beim Abendmahl gehe es nicht an, dass ein Priester „ein Stück Brot reicht“, kritisierte er die Fälschung, denn es sei nur etwas „das aussieht wie Brot“. Nach Klärung aller auch moralischen Fragen wie Kondome oder Pille „bleiben nur sehr wenige echte Katholiken übrig“, wies er auf die „dramatische Situation“ hin. Es gehe um „Sein oder Nichtsein des Christentums“, wobei es „an uns liegt, zu retten was zu retten ist“. Zuspruch erhielt er von einem Priester im Publikum, der allerdings die für den Papst entstehenden Probleme durch die Priesterweihe nicht gut hieß. Ein anderer Zuhörer kritisierte, dass Schmidberger zwar über den Islam, nicht aber über das Judentum gesprochen habe und fragte, wie er zu Williamson stehe. „Ich kann keine antisemitischen Züge bei uns erkennen“, so Schmidberger. Selbstverständlich müssten die Juden aber „in das Missionswerk der Kirche einbezogen werden“, denn „dass sie sich bekehren müssen“, hätten schon die Apostel gesagt.

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