Kultfahrzeug Vespa

Auf Kultfahrzeug durch Europa

+
Seit seiner Zeit als Teenager ist Markus Mayer ein großer Fan der Zweiradmarke Vespa aus dem Hause Piaggio aus dem italienischen Pontedera. Seit langer Zeit reifte in ihm der Wunsch einmal mit seiner geliebten Vespa P200E durch ganz Europa zu reisen. Seine Eindrücke und Erlebnisse hat Mayer auch auf seiner Internetseite www.la-vida-vespa.com dokumentiert.

Sie sollte möglichst einfach konstruiert, der Motor zum Schutz vor Schmutz komplett verkleidet und für jeden Mann und jede Frau erschwinglich sein.

Die Rede ist vom legendären Zweirad der Nachkriegszeit, der Vespa, die 1946 vom italienischen Pontedera ihren einzigartigen Siegeszug zuerst durch ganz Europa und anschließend rund um den Globus antrat. 

Ihr Konstrukteur, der italienische Luftfahrtingenieur Corradino D'Ascanio, erschuf im Auftrag des Industriellen Enrico Piaggio in dessen gleichnamigem Werk die erste Vespa mit 98 ccm, die eine Geschwindigkeit von rund 60 km/h erreichte. „Dass Corradino D'Ascanio aus der Luftfahrt kam, kann man heute noch an der Einradaufhängung der vorderen Gabel an vielen Vespa-Modellen erkennen. Ganz so wie bei Flugzeugen aus dieser Zeit“, sagt Markus Mayer aus Kempten, ein ausgewiesener Fan der Zweiradmarke aus Italien, die wegen ihrer Taillierung den Namen „Wespe“ erhielt. Der 38 Jahre alte Markus Mayer kennt sich nicht nur theoretisch mit dem italienischen Kultfahrzeug aus, sondern ist selbst seit seiner Volljährigkeit ständiger Besitzer von mindestens ein bis maximal fünf Vespas gewesen. In den vergangenen Jahren reifte in ihm der Plan seine geliebte Vespa P200E auch auf längeren Strecken auszuprobieren. Und so startete Mayer, Mitglied im legendären „Buena Vespa Social Club“ und Ehrenmitglied im „Vespa Club Moskau“, im Juni des vergangenen Jahres 2014 zu einer großen Tour durch Europa auf, die ihn, immer im Uhrzeigersinn, durch 30 Länder führen sollte. Gefahren ist Markus Mayer, der von keinem größeren Schaden außer einer defekten Elektrik seines Gefährt berichten kann, satte 22.400 km quer durch Europa, mit einem „Abstecher“ ins nordafrikanische Marokko. Über die Alpen führte es ihn ins Mutterland der Vespa, nach „Bella Italia“. 

Herzliche Gastfreundschaft 

„Italien ist so schön, dass ich nicht auf der Autobahn gefahren bin, denn ich wollte Land und Leute genießen“, sagt der Abenteurer aus Kempten. „Wenn ein Deutscher mit einer Vespa durch ganz Italien fährt, dann fühlen sich die Menschen dort geadelt“, fährt Mayer mit seinem Reisebericht fort und ergänzt: „Egal wo ich war, überall haben mich die Menschen mit offenen Armen und einer von Herzen kommenden Gastfreundschaft empfangen, mir sogar Verpflegung und Quartier angeboten.“ Mayer berichtet, dass in einem marokkanischen Quartier sein Gastgeber sogar seine Vespa über Nacht neben sein Bett stellte, nur um zu gewähren, dass seinem geliebten Zweirad nichts zustößt. Lediglich einmal kam Markus Mayer auf seiner Reise ins Straucheln. Das war, als er mitten in der spanischen Halbwüste Sierra Nevada seinen Geldbeutel mit Ausweis und Kreditkarten verlor. Aber auch in dieser Situation halfen ihm Menschen vor Ort bei der Bewältigung der Formalitäten und mit einem „Notgroschen“ aus, der es Mayer ermöglichte seine Reise fortzusetzen. Frankreich, Spanien, Portugal, Großbritannien, die Niederlande, die skandinavischen Hauptstädte Stockholm, Oslo und Helsinki wurden seine weiteren Ziele innerhalb der nächsten viereinhalb Monate. Im Schnitt, sofern sich das aufgrund der verschieden langen Etappen bestimmen lässt, fuhr der Kemptener Vespa-Freak 180 Kilometer pro Tag. Zum Ende seiner Reise besuchte er mit seiner Vespa auch noch die osteuropäischen Länder Polen, Tschechien, Slowenien, Kroatien und Serbien. Auch hier kann Markus Mayer nur von herzlichen Begegnungen erzählen; er habe keinerlei Vorbehalte gegen ihn als Deutschen gespürt. Im Gegenteil, auch hier sei ihm herzliche Gastfreundschaft und praktische Hilfestellung zuteil geworden. „Wir Deutschen besitzen überall ein gutes Image und wir werden von den Menschen im Ausland keinesfalls auf unsere unrühmliche Vergangenheit vor 70 Jahren reduziert“, so die Erfahrung des gebürtigen Kempteners von seiner Tour quer durch Europa. Für diese Reise hätte sich der Vespa-Begeisterte, der sich auf seiner 130 Tage dauernden Europa-Rundfahrt nicht mehr als täglich 50 Euro gönnte, auch einen Kleinwagen kaufen können. Das aber entspräche nicht dem Wesen dieses stets neugierigen und abenteuerlustigen Mannes aus Kempten, dessen nächstes Ziel es ist, sich eine Vespa in Spanien zu kaufen. Die will er dann aufgeladen auf die Pritsche einer „Ape“ nach Deutschland überführen. Die „Ape“ ist ein weiterer Klassiker aus dem Hause Piaggio. Mit diesem legendären Dreirad, ausgestattet mit einem 50 ccm Vespa-Motor, transportieren Handwerker in der Regel ihr Werkzeug und Bauern und Händler ihre Waren zu den Märkten. Auch in Kempten kann so manche „Ape“ gesichtet werden. Jörg Spielberg

Auch interessant

Meistgelesen

Feiern verbindet
Feiern verbindet
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Bezirksmusikfest in Probstried
Bezirksmusikfest in Probstried
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben

Kommentare