Seit 50 Jahren durch dick und dünn

Rosa und Anton Schwegele freuen sich über den Besuch und die Glückwünsche zur Goldenen Hochzeit. Foto: Schubert

Man kann einen wichtigen Tag im Eheleben ganz ruhig angehen. Rosa Schwegele und ihr Anton haben das jedenfalls so gemacht. Als Bürgermeister Rainer Magenreuter am Donnerstag vergangener Woche in dem 300 Jahre alten Häuschen im Senngutweg eintraf, hatten sich die Jubilare zwar für den Tag zurecht gemacht, von weiteren Gästen war aber weit und breit nichts zu sehen. „Die Kinder kommen erst am Abend, die sind beim Schaffen und die Verwandten aus Aichstetten sind heute Nachmittag zum Kaffee da“, erklärte das Jubelpaar am Tag ihrer Goldenen Hochzeit.

Als sie sich vor mehr als 50 Jahren kennen lernten, war es Rosa, die den ersten Schritt machte. „Kennen gelernt haben wir uns, weil ich eine Anzeige in die Zeitung setzte“, meinte sie. Das sie in sein Elternhaus zogen war für Anton Schwegele klar. Noch aus der Zeit seiner Eltern war hinter dem Haus ein Stall in dem auch zwei Kühe standen. Ein deutliches Zeichen, dass sich die Familie Schwegele als richtige „Vorstädtler“ fühlte. Isny- Vorstadt ist ja erst vor hundert Jahren eingemeindet worden. Handwerker und Kleinbauern waren vom Kloster dort angesiedelt worden. In dieser Tradition ist Anton Schwegele aufgewachsen. Dass er seine Rosa in der St.-Georgs-Kirche geheiratet hat, ergab sich daraus. Bei der Frage, ob sie beide gearbeitet haben, huscht ein Lächeln über die Gesichter. „Natürlich“, sagte Anton, „erst als Wagner, denn das habe ich gelernt, und dann 20 Jahre auf dem Bauhof beim Geiger.“ Seine Frau nickte zustimmend und meinte: „Ja, ich habe auch gearbeitet. Zuerst im Haushalt in Stuttgart und später beim Fürst.“ "Jetzt sind wir alt" Das Leben der Jubilare bestand aber nicht nur aus Arbeit. Zwei Kinder haben sie, Sigrid und Günter, und in ihrer Freizeit sind sie regelmäßig gewandert. Stolz bringt Anton Schwegele die gerahmte Urkunde über 10 000 erwanderte Kilometer. Alles war im Wanderbüchle verwerkt und auch bei den Donnerstagswanderern waren sie oft dabei. So sind die Jahre an ihnen vorbeigestrichen. Nicht alles war einfach, aber eigentlich waren sie immer zufrieden. „Jetzt sind wir alt“, sagte Anton und trotzdem: Der Garten muss gerichtet werden, Holz für den Winter ist zu spalten und zu schichten „und irgendwann wird man abgerufen.“

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