Selina in der Elfenbeinküste

Don Bosco heute – deine Signatur ist das Lächeln

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Selina (rechts) mit der Fußballmannschaft des Foyers.

"'Selina, hast du Don Bosco schon mal getroffen?' – 'Nein, Don Bosco ist schon lange tot…' – 'Aber du warst schon auf der Welt, als er noch gelebt hat, oder?' Diese kindlich-naive Frage hat mir ein 16-jähriges Foyermädchen gestellt. Am 31. Januar 1888 starb der Vater der Jugend. Heute ist Don Bosco aber lebendiger als zuvor. Das, was er ins Rollen gebracht hat, sein Werk, verteilt sich auf der ganzen Erde.

Weltweit kümmern sich Menschen in seinem Namen um Kinder und Jugendliche in Not. Salesianer, Don Bosco Schwestern, Kooperateure, Volontäre… Jedes Jahr wird also am 31. Januar dem Begründer dieses Werks gedenkt. Dies ist allerdings kein Trauertag, sondern, ganz nach Don Boscos Art, ein freudiges Fest. So wurde also auch bei uns ausgiebig gefeiert.

Don-Bosco-Fest im CPAR 

Den Auftakt des Don-Bosco-Wochenendes machten unsere Schüler des Ausbildungszentrums. Nach der Messe in der Mensa, wo viele Schüler fleißig bei Fürbitten und der Lesung mitgewirkt haben, gab es den Vormittag über Spielstationen. Sackhüpfen, Eier-(besser gesagt: Zitronen-)Lauf, „Torwandschießen“… Ach ich hab viel zu viele Fotos gemacht… Danach gab es verschiedene Einlagen der Schüler. Baoulé-Gesang mit Tam-Tam und Baoulé-Gitarre, Lehrer wurden verarscht – wurden etwa alle gezwungen zu tanzen… Leider Gottes auch ich, bin ja schließlich die Mathe-„Madame“… Mann war das peinlich! –, einen Sketsch, Tanzwettbewerb, eine spontane Gesangseinlage eines Lehrers… Die Stimmung war wirklich super. Alle Schüler haben sich richtig ins Zeug gelegt, damit es ein gelungenes Fest wird. Anschließend wurden die besten Schüler des CPAR ausgezeichnet. Darunter auch unser 12-jähriges Foyermädchen, das eine Ausbildung zur Schneiderin macht.

Unsere Konditoren/Koch-Schüler haben für alle riesen Portionen Reis mit Fleisch gekocht. Da haben sich alle gefreut. Beim letzten Fest im CPAR waren alle ein bisschen enttäuscht, dass es kein Essen gab.

Die Zeit danach wurde zu DJ Arafat, „Akôbô Poussière“ und Co. getanzt. Im Kreis und jeder hat gezeigt, was er kann.

Was bei solchen Festen nie fehlen darf: Fußball. Die Tage vorher haben alles Klassen gegeneinander gespielt, sodass es beim Don-Bosco-Fest zum Finale kam. Und auch ein Lehrer-Schüler-Spiel gab es.

Zum Abschluss des Festes wurde die Nationalhymne gesungen, während die Flagge herunter gelassen wurde. (War etwas schief, aber das Gemeinschaftsgefühl war da).

Veranstaltungen der Gemeinde

Den ganzen Januar eigentlich, wurde auf der Katholischen Mission auf das Don-Bosco-Fest hin gefiebert. Jedes Wochenende gab es mehrere Fußballmatches aller möglichen Jugendgruppen: Unsere Foyermädchen, die Schüler des CPAR, der Jugendchor, die Pfadfinder… Nora und ich hätten eigentlich für CVAV spielen sollen – eine „christliche Bewegung“, mit der wir allerdings nicht so sympathisieren aber Mitglieder sind… – wollten aber auf keinen Fall gegen unsere Mädels antreten. Also haben wir, trotz Überbesetzung, für unser Foyer gespielt. Das dann halt jeweils nur zehn Minuten, bis wir ausgewechselt wurden, weil die Mädels alle spielen wollten. Sooo schlecht waren wir gar nicht… Meistens unentschieden, bis ins Halbfinale haben wir es mit der Kinder- und der Jugendgruppe geschafft. Dennoch haben alle mit gefiebert und unsere Spielerinnen angefeuert. Bei einem Tor sind alle Mädels kreischend aufs Feld gerannt, sind gesprungen, haben sich umarmt, abgeklatscht…

Neben dem Fußballturnier gab es ein Quizwettbewerb über Don Bosco, Dominikus Savio, Laura Vicunia usw. Vorher wurde im Foyer abgestimmt, wer für die Mädels spielt. Die vier Auserwählten haben sich wirklich nicht schlecht geschlagen, vor allem die zwölfjährige Leka (*Name geändert), die mich schon immer ganz stolz mit ihren 20/20 Punkten in Deutsch und Englisch macht. Woran unsere Mädels aber gescheitert sind, war, als es um Schnelligkeit ging… Da sind Mädels ja immer etwas zurückhaltender, überlegen sich nochmal richtig die Antwort, bevor sie auf den Buzzer drücken… Am Vorabend des Don-Bosco-Gedenktages wurde ein Kultureller Abend veranstaltet. Wir Animateure sollten um 16 Uhr da sein, um letzte Vorbereitungen zu treffen und Tickets zu verkaufen, sodass um 17 Uhr begonnen werden konnte. Angefangen hat das alles aber erst zwei Stunden später um sieben… L’heure africaine (Afrikanische Pünktlichkeit). Den ganzen Abend über wurden Tänze aufgeführt. Hauptsächlich ganz modernes Zeug, wo viel mit der Hüfte gewackelt wird, mit Breakdance-Elementen und richtigen Kunststücken, wie Saltos. Außerdem gab es, wie immer, Tanzwettbewerbe für die Kinder, die den Vortänzern in nichts nachstehen, und Sketche.

Feier mit dem Jungs-Foyer 

Da Don Bosco der Patron des Jungen-Foyers ist, in dem mein Mitvolontär Benedikt Hauptverantwortlicher ist, wurden unsere Mädchen von diesen eine Woche nach dem Don-Bosco-Fest eingeladen. Mei, haben sich die Mädels dafür alle schick gemacht. Abends sind wir also Richtung Jungs-Foyer losgezogen. Dort wurden wir richtig süß willkommen geheißen: Die Jungs haben zur Tam-Tam gesungen, einer war in traditionellem Outfit und mit Lehm angemalt. Die Mädels sind auf einmal alle stehen geblieben und wurden ganz schüchtern. Es gab eine Willkommensrede und dann wurde jeder, der eintrat, ebenfalls mit Lehm bemalt, haben sie sich aber gleich wieder abgewaschen.

Für die Feier haben alle, Jungs und Mädels, einiges an Programm vorbereitet. Tänze – traditionell und modern – einen Rap, Gesang und Sketche. Es sind echt tolle Sachen zustande gekommen. Zwischendurch wurde zusammen gegessen. Hier hat man noch deutlich die Trennung zwischen den Geschlechtern gesehen. Erst am Ende des Abends haben sie sich durchgemischt: bei „Akôbô Poussière“. Zu diesem Lied (wörtl. übersetzt „Huhn unter dem Staub“) tanzt man so, dass eine möglichst große Staubwolke hochgewirbelt wird – zurzeit mit dem Harmattan, der uns den ganzen Sahara-Staub bringt, ist das ganz einfach.

Dann war aber schon Zeit für das „mot du soir“ (guter Gedanke zum Abend). Zum Abschluss haben wir den Jungs noch Geschenke überreicht: selbstgebastelte Lesezeichen mit einem Herz und einem Bild von Don Bosco darauf. Als ich die gebastelt habe, hatte ich gleich ein Dutzend Helferinnen zur Hand. Wirklich lieb, wie hilfsbereit und motiviert sie alle waren, haben gleich noch angefangen aus den Schnipseln etwas zu basteln. Jedoch hat man gemerkt, dass sie nicht oft mit der Schere arbeiten… Beinahe alles habe ich nochmal zurechtgeschnitten… Zum Abschied standen dann alle Jungs draußen in einer Reihe und haben uns die Hand gegeben bzw. geküsst.

Viele viele Bilder zu all dem findet ihr wie immer auf meinem Blog unter https://blogs.strassenkinder.de/selinainderelfenbeinkueste/.

Zum Schluss möchte ich mich noch einmal bei allen Spendern bedanken! Ihr seid spitze! Die Schwestern planen mit diesem Geld, das Foyer noch zu vergrößern. Gäbe es hier 100 Plätze, wäre ebenfalls alles voll, so groß ist die Nachfrage hier. Bei uns sind die Mädchen in einem geschützten Umfeld und haben ein geregeltes Lernprogramm, was gerade in den Dörfern nicht der Fall ist.

Bis bald, Eure Selina"

Teil 1:  //www.kreisbote.de/lokales/kempten/selina-kettner-jahr-lang-elfenbeinkueste-5362678.html

Teil 2: //www.kreisbote.de/lokales/kempten/bonne-arrive-5559133.html

Teil 3: //www.kreisbote.de/lokales/kempten/jahr-sammelt-selina-kettner-erfahrung-westafrika-5673841.html

Teil 4: //www.kreisbote.de/lokales/kempten/selina-elfenbeinkueste-5906159.html

Teil 5: //www.kreisbote.de/lokales/kempten/selina-elfenbeinkueste-6005702.html

Teil 6: //www.kreisbote.de/lokales/kempten/selina-elfenbeinkueste-teil-6074149.html

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