Bildung ist "ein wahnsinnig guter Nährboden fürs Leben"

Serie Beauftragte des Stadtrats 2020 - 2026: Barbara Haggenmüller (Bündnis 90/Die Grünen): Beauftragte für Schule und Bildung

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Wo aktuell noch Wiese, Bolz- und Volleyballplatz vorzufinden sind, wird in wenigen Jahren die 10. Grundschule Kemptens stehen. Barbara Haggenmüller hat sich als neue Beauftragte für Schule und Bildung die Situation vor Ort angeschaut.

Kempten – Sport, Jugend, Kinder und Familie – für diese drei Themenschwerpunkte zeichnet sich schon länger ein jeweiliger Beauftragter aus dem Kemptener Stadtrat verantwortlich. Und überall schwangen Schule und Bildung als Querschnittsthemen mit, ohne diese bewusst in der Beauftragtenfunktion zu benennen. Zu wenig für ein solch elementares Thema, fand Thomas Baier-Regnery, Referatsleiter für Jugend, Schule und Soziales, der den Wunsch äußerte, das Feld besser zu positionieren. Dem habe der Stadtrat zugestimmt und so sei sie letztlich zu ihrer Beauftragung gekommen, erzählte Barbara Haggenmüller.

„Ich habe mich um das Amt beworben, weil ich selbst drei inzwischen erwachsene Kinder habe und früher gerne zur Schule gegangen bin. Bildung ist ein wahnsinnig guter Nährboden fürs Leben“, sagte die Stadträtin weiter. Besonders freue sie sich darüber, dass nicht nur die Schule, sondern auch die Bildung im Allgemeinen hervorgehoben wird. Für sie zähle kulturelle Bildung, Persönlichkeitsbildung und alles, „was zu einer kritischen und wachen Beurteilung der Lebenssituation führt," zur Bildung dazu.

Da sie die erste Stadträtin mit dieser Beauftragung sei, konnte sie sich zwar mit keinem Vorgänger abstimmen, habe jedoch bei Fragen mit Kollegin Erna-Kathrein Groll eine direkte Ansprechpartnerin aus der eigenen Fraktion, die in der Vergangenheit als Beauftragte für den Bereich Kinder und Familie tätig war. Außerdem habe es ein ausführliches Gespräch mit Thomas Baier-Regnery gegeben, der ihr das Feld und den derzeitigen Stand der Schulentwicklung detailliert erklärt habe. „In den letzten Monaten habe ich mich so schrittweise mit den Themen Schule und Bildung auseinandergesetzt und viele Kemptener Schulen angeschrieben, um mich und meine neue Funktion vorzustellen. Ich möchte zwischen den Schwierigkeiten und Nöten der Lehrkräfte vor Ort und dem Stadtrat sowie der Stadtverwaltung als Bindeglied vermitteln“, meinte Haggenmüller, die bereits von manchen Schulen zu einem gemeinsamen Austausch eingeladen worden sei.

„Es ist kein Geheimnis, dass Kempten eine wachsende Stadt mit immer mehr Kindern ist. Die 10. Grundschule wurde zwar auf den Weg gebracht, aber es gibt noch viele weitere Schulen, die an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Gerade diese haben den Kontakt zu mir gesucht.“ Mit Hochdruck werde im Amt für Jugend, Schule und Soziales nach Lösungen für die Platzprobleme gesucht und diverse Szenarien, wie eine Raumerweiterung oder die Veränderung des Einzugsgebiets, würden durchgespielt, „doch das ist ein großes Thema, das nicht schnell über die Sommerferien geklärt werden kann“.

Im Gespräch mit dem Kreisboten ging Haggenmüller auch auf die Coronakrise und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Schulbildung ein. Sie wisse, dass Schülerinnen und Schüler, die sich ohnehin nicht immer leicht in der Schule täten, jetzt besonders drohten zu Bildungsverlierern zu werden. „Zu einer noch größeren Kluft der Bildungsniveaus darf es nicht kommen. Ich werde mich als Sprachrohr bei meinen Kolleginnen und Kollegen einsetzen, um auf diese Herausforderung aufmerksam zu machen und für Chancengleichheit zu plädieren.“ Wie es ab dem kommenden Schuljahr weitergehe, könne noch nicht final beurteilt werden, weil der Schulbeginn noch in zu weiter Ferne sei. Momentan gingen die Schulen jedoch von einer Vollbeschulung aus. Das Kultusministerium habe trotzdem Hilfe bei der Einarbeitung von Lehrkräften in Online-Tools zur virtuellen Beschulung zugesagt und auch die Stadt Kempten habe entschieden, in Lehrerfortbildungen zu investieren, erklärte die Stadträtin.

Für die Legislaturperiode hat sich Haggenmüller viele weitere Themen auf die Fahne geschrieben. Darunter die Fortführung der energetischen Sanierung der Schulgebäude, eine gesunde und regionale Ernährung an allen Kemptener Schulen sowie ein niederschwelliger Zugang zu Kunst und Kultur durch Auftritte von Künstlern direkt vor Ort. Sie glaube hierbei an den Zuspruch der Stadträte, da Schule und Bildung einen ausgesprochen guten Stand in Kempten habe.

Weitere Beauftragte unserer Serie (bislang erschienen):

Hans-Peter Hartmann (Freie Wähler/ÜP): Beauftragter für Wirtschaftsfragen und Allgäuer Festwoche

 Katharina Schrader (SPD): Beauftragte für Kinder und Familie

• Peter Wagenbrenner (CSU): Beauftragter für das Feuerwehrwesen

Dominik Baum

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