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Serie Beauftragte des Stadtrats 2020 bis 2026: Peter Wagenbrenner (CSU): Beauftragter für das Feuerwehrwesen

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Peter Wagenbrenner (CSU) will als Feuerwehrbeauftragter auch zukünftig für ‚seine Leute‘ da sein.

Kempten - CSU-Stadtrat Peter Wagenbrenner ist bereits seit 18 Jahren Feuerwehrbeauftragter und seine RatskollegInnen haben ihn auch in diesem Frühling erneut im Amt bestätigt.

Dem Verwaltungsangestellten scheint sein Amt Freude zu machen, im Gespräch mit dem Kreisboten spricht er mit großer Wertschätzung und Dankbarkeit über die Arbeit der vorwiegend ehrenamtlich tätigen Kemptener Feuerwehrleute. Auch die Zusammenarbeit mit Michael Fackler vom Amt für Brand- und Katastrophenschutz und Wolfgang Klaus, Referent für Recht, Finanzen und Sicherheit, funktioniere bestens.

Wie üblich werde er demnächst, mit Blick auf die für 2021 anstehenden Haushaltsberatungen, den Feuerwehrbedarfsplan mit Fackler besprechen und darüber beraten, welche Summe der Amtsleiter als Budgetvorschlag in den Haushaltsentwurf einstellt. Ungewöhnlich umfangreiche Projekte oder strittige Themen scheint es derzeit nicht zu geben.

Da die Sicherheit der Bevölkerung stets ein unabdingbares stadtpolitisches Ziel sei, habe der Stadtrat in den fast 20 Jahren seiner Beauftragtentätigkeit nur ein einziges Mal nicht auf Anhieb für den veranschlagten Betrag gestimmt, so Wagenbrenner. Schließlich müsse allen VolksvertreterInnen daran gelegen sein, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr zu erhalten sowie deren Ausbildung und Ausrüstung kontinuierlich an neue Anforderungen anzupassen, – man denke nur „an den Brand einer Photovoltaikanlage oder den Verkehrsunfall mit einem Elektroauto“. Kam es in der Vergangenheit doch mal zu Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Feuerwehrprojekten, hat sich Wagenbrenner etwas einfallen lassen: Als der Stützpunkt Hohenrad zwischen Kempten, Altusried und Wiggensbach vor etwa zwei Jahren ein neues Gebäude brauchte, habe der Haupt- und Finanzausschuss die nötigen Gelder zunächst nicht bewilligt. Daraufhin marschierte der Feuerwehrbeauftragte mit einem voll uniformierten Trupp der dortigen Löschgruppe 13 in die nächste Sitzung und sorgte so für „Rabatz“. Die unter anderem auf Heustockbrände spezialisierten Einsatzkräfte wirkten offenbar so überzeugend, dass das Gremium doch noch in ihrem Sinne entschied. Als Löschgruppe 15 in St. Lorenz für den Vereinsnachwuchs anbauen musste, besuchte Wagenbrenner die Truppe, der zahlreiche Handwerker angehören, und motivierte sie, selbst tätig zu werden. Die Eigenarbeit der Feuerwehrleute brachte dem städtische Haushalt Einsparungen in Höhe von 250.000 Euro und dem Verein einen außerplanmäßig früh fertiggestellten Anbau.

Obwohl Kemptens Bevölkerung wächst, ist der CSU-Stadtrat überzeugt, dass die Stadt auch zukünftig nur wenige hauptamtliche Feuerwehrleute zur Unterstützung der rund 500 ehrenamtlichen KollegInnen brauchen wird. Die Freiwillige Feuerwehr Kempten sei gut aufgestellt, versichert Wagenbrenner. „Seit geraumer Zeit“ werbe sie auf vielfältige Weise um Nachwuchs und neue Mitglieder, veranstalte Feuerwehrtage in der Innenstadt, empfange BesucherInnen beim Tag der offenen Tür, trommle auf Bürgerversammlungen und ziehe von Haus zu Haus, um Interessierte einzuladen. Er selbst habe vor einiger Zeit seinen Nachbarn für die Löschgruppe Leubas angeworben. „Wir brauchen weiterhin Unterstützung und freuen uns über jede Frau und jeden Mann, die oder der den Weg zur Feuerwehr findet!“

Seine wichtigste Aufgabe sieht der Beauftragte auch in der neuen Legislaturperiode darin, für die Feuerwehrleute „da zu sein“: Mit seiner jährlichen Aufwandsentschädigung spendiert er Sonntagsessen für die Wachhabenden oder spendet neue Fahnen für Jubiläumsfeiern und Fahnenweihen. Muss er befürchten, dass ein Feuerwehrmann, eine -frau oder gar ein -paar aus seinem Einsatzgebiet wegzieht, um sich beispielsweise in Betzigau niederzulassen, hilft er bei der Wohnungssuche im Kemptener Einzugsgebiet, um kein Mitglied zu verlieren. Brennt es, fährt Wagenbrenner zu jeder Tages- oder Nachtzeit an den Einsatzort, um sich bei den Frauen und Männern zu bedanken, „die ihre Freizeit und häufig auch ihren Urlaub opfern“, um der Gemeinschaft zu dienen. Auch den Arbeitgebern der Ehrenamtlichen ist er sehr dankbar: Es sei nicht selbstverständlich, dass sie ihre Angestellten für plötzliche Einsätze und andere Aufgaben freistellen. In Kempten hätten viele Chefs „ein offenes Ohr“ für dieses gemeinnützige Anliegen.

Gäbe es keine Freiwilligen mehr, müsste die Stadt für eine Berufsfeuerwehr zusätzliche Personalkosten aufbringen, – „da kann man sich ausrechnen“, wie viel an anderer Stelle gespart werden müsste, um 500 Einsatzkräfte zu entlohnen. „Darum ist es wichtig, den Kontakt zur Freiwilligen Feuerwehr mit ihrer Führung, Stadtbrandrat Andreas Hofer und Stadtbrandsinspektor Stefan Hager, ständig zu pflegen“, bringt der Wiedergewählte seine Kernaufgabe auf den Punkt.

Weitere Beauftragte unserer Serie (bislang erschienen):

Hans-Peter Hartmann (Freie Wähler/ÜP): Beauftragter für Wirtschaftsfragen und Allgäuer Festwoche

 Katharina Schrader (SPD): Beauftragte für Kinder und Familie

• Barbara Haggenmüller (Bündnis 90/Die Grünen): Beauftragte für Schule und Bildung

Antonia Knapp

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