Weitere Planung soll helfen

Verschiedene Alternativen aufzeigen

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Ein Blick aus der Vogelperspektive. Was mit der Sheddachhalle passiert, ist noch nicht entschieden. Mehrere Architekturbüros sollen sich nun damit befassen.

Kempten – In der Hoffnung, dass dadurch die beste Lösung für das Gebiet um die Sheddachhalle gefunden wird, werden nun mehrere Architekturbüros beauftragt, Entwürfe zu erarbeiten. Darauf einigte sich der Bauausschuss am Dienstagabend einstimmig.

Damit wurden die Bauvoranfrage über den Teilabriss und der Bauantrag über Abriss und Neubau des Gebäudes in der Keselstraße 16 vorerst zurückgestellt. Für die beiden etwas nördlicher geplanten Mehrfamilienhäuser entlang der Keselstraße gab das Gremium dagegen grünes Licht.

Wie viel kann und soll von der Sheddachhalle der alten Spinnerei- und Weberei erhalten bleiben und was wäre eine sinnvolle Nutzung für diesen Bereich? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Stadtverwaltung, Stadträte und auch einige Bürger seit im Juni-Bauausschuss bekannt wurde, dass ein Investor aus Kaufbeuren den Teilabriss der Halle plant und dort Wohnbebauung realisieren möchte (der Kreisbote berichtete mehrfach). Zudem sollen entlang der Keselstraße zwei neue Mehrfamilienhäuser und ein drittes anstelle des Bestandsgebäudes Keselstraße 16 errichtet werden.

Im Zuge der Diskussionen der vergangenen Wochen beantragte die SPD-Fraktion, dass ein städtebaulicher Wettbewerb unter Einbeziehung der Bürger ausgelobt werden soll. Nur so könne der schwierige Spagat zwischen Denkmalschutz und sinnvoller Nutzung der leerstehenden Halle möglicherweise gelingen. „Wir von der Verwaltung befürworten grundsätzlich solch einen Wettbewerb“, betonte Baureferentin Monika Beltinger am Dienstag. So könnten verschiedene Alternativen aufgezeigt und die beste Lösung herausgearbeitet werden. „Der Investor hat uns bereits signalisiert, dass er diesen Weg mitgehen und zwei Architekturbüros beauftragen würde.“

Hinsichtlich der drei Mehrfamilienhäuser entlang der Keselstraße schlug Beltinger vor, die beiden nördlichen zu genehmigen und den Bauantrag für Abriss und Neubau des südlichen für ein Jahr zurückzustellen. Denn wenn auch dieses schon gebaut werden würde, wäre die künftige Nutzung der Halle eventuell bereits zu sehr eingeschränkt, meinte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Solch eine Zurückstellung sei im Zuge einer Bebauungsplanänderung, die für dieses Vorhaben sowieso nötig sei, möglich, klärte die Baureferentin auf.

Kaum Einschränkung

„Ich denke, dass wir die beiden Häuser an der Keselstraße durchaus genehmigen können“, meinte CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier. Der Investor habe schließlich anhand des gültigen Bebauungsplans das Grundstück besetzt und halte sich an die Vorgaben. Dass der weitere Weg zusammen mit dem Investor abgesprochen wird, freute ihn. „Ich bin froh, dass sich überhaupt jemand dieser Brache annimmt.“ Für den Bereich der Halle kann er sich nicht störendes Gewerbe vorstellen. Herbert Karg (FW) und Helmut Hitscherich (UB/ödp) hatten Bedenken, dass die Genehmigung der beiden Häuser an der Keselstraße die künftigen Nutzungsmöglichkeiten der Halle eventuell bereits zu sehr einschränken könnte. „Der Freiheitsgrad ist dadurch nicht wirklich eingeschränkt, da auch sonst in der Nähe Wohnbebauung besteht“, so Beltinger.

So folgte der Bauausschuss am Ende dem Vorschlag der Verwaltung und segnete mit 9:2-Stimmen den Bauantrag für die beiden nördlichen Mehrfamilienhäuser entlang der Keselstraße ab. Der Bauantrag für das dritte Haus sowie die Bauvoranfrage über den Teilabriss der Sheddachhalle wurden einstimmig zurückgestellt. Im Zuge der ebenfalls einhelligen Entscheidung über die zweite Änderung des Bebauungsplans soll nun der mögliche Erhalt der Sheddachhalle überprüft werden. Dazu ist eine weitergehende Untersuchung sinnvoll, weshalb gemeinsam mit dem Investor mehrere Architekturbüros mit der Überplanung des Areals beauftragt werden. Nach dem Motto „vom Groben ins Feine“ werden dem Bauausschuss dann zuerst die Entwurfsansätze vorgelegt, ehe die Planung vertieft wird.

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