Sicheres Leben in Kempten

Die Stadt Kempten und der Altlandkreis sind erneut ein Stück sicherer geworden: Mit insgesamt 6019 erfassten Straftaten registrierten die Beamten der Polizeiinspektion (PI) Kempten im vergangenen Jahr 456 weniger als im Vorjahr. „Das ist der niedrigste Stand seit 2002“, berichtete Günter Hackenberg, Leiter der PI, am Freitag. Mit einer Aufklärungsquote von 71,7 Prozent (4316 Fälle) konnten die Beamten darüber hinaus erneut einen Bestwert vorlegen. „Wir sind besser als das Präsidium“, frohlockte Hackenberg. „Den Super-Wert vom letzten Jahr konnten wir nochmals steigern.“

Betrachtet man Stadt und den Altlandkreis getrennt, ergibt sich folgendes Bild: Im Stadtgebiet wurden 4803 (- 348) und im Landkreis 1216 (- 108) Fälle erfasst. Verantwortlich dafür sind vor allem die Rückgänge in den Bereichen Straßenkriminalität, Diebstähle und Rauschgiftdelikte. Bei der Gewaltkriminalität registrierten die Beamten dagegen mit 235 elf mehr als im Vorjahr. Dazu gehören auch 31 Übergriffe (- 5) auf Polizisten. „Der Respekt vor der Uniform schwindet“, konstatierte Hackenberg. Trotz der gesunkenen Zahl an Übergriffen belegt Kempten damit den dritten Platz unter vergleichbaren Städte in Bayern, in denen es zu den meisten Übergriffen auf Beamte kommt. Weniger Respekt Neben dem schwindenden Respekt sei die zunehmende Alkoholisierung der Täter ein weiterer Grund. „Alkohol spielt eine große Rolle, er führt zur Enthemmung.“ So seien zwei Drittel derer, die Beamte beleidigt oder attackiert hätten, betrunken. Insgesamt stand ein Fünftel aller Tatverdächtigen unter dem Einfluss von Alkohol. Knapp über die Hälfte der betrunkenen Tatverdächtigen war jünger als 25 Jahre. Erfreulich sei hingegen, dass die Zahl der durch Kinder (sechs) und Jugendliche (39) begangene Straftaten weiter sinke. Das liege auch daran, dass man im vergangenen und vorvergangenen Jahr den ein oder anderen jungen Intensivtäter habe schnappen und dingfest machen können. Fast verdoppelt von 32 auf 63 hat sich dagegen die Zahl der tatverdächtigen Heranwachsenden. Insgesamt werden 256 Tatverdächtige, darunter 148 Erwachsene, für die Gewalttaten verantwortlich gemacht. Knapp 88 Prozent der Taten konnten geklärt werden. Bei den Körperverletzungen registrierten die Beamten mit 968 42 weniger als im Vorjahr. Davon wurden 67 Fälle (+ 2) als „gefährliche/schwere Körperverletzung“ eingestuft. Die Aufklärungsquote lag bei 82 Prozent. Sowohl in der Stadt als auch im Altlandkreis zurück gegangen sind auch die Fälle an Straßenkriminalität, Sachbeschädigungen sowie Diebstählen von Autos und Fahrrädern. Gleich geblieben ist hingegen die Anzahl der Betrugsdelikte. „Wir sind mit unserer Statistik sehr, sehr zufrieden“, bilanzierte Hackenberg. Mehr Personal An die gute Bilanz 2011 wollen seine Beamte auch in diesem Jahr anknüpfen. Dank personeller Verstärkung soll vor allem im Bereich der Rauschgiftkriminalität wieder mehr getan werden. Außerdem wollen die Polizisten verstärkt gegen Gewalttaten unter Alkoholeinfluss bereits im Vorfeld vorgehen. So soll unter anderem der Verkauf von Alkohol an Kinder und Jugendliche und die Innenstadtverordnung stärker überwacht werden. mm

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