Römertage in Kempten

Brot und Spiele

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In originalgetreuer Rüstung nach Funden in den Niederlanden treten die beiden Reiter an, um ihre Kräfte und Geschicklichkeit zu messen.

Kempten – Ganz in römischer Hand war der Archäologische Park Cambodunum (APC) am vergangenen Wochenende und lockte Scharen von Menschen an. Dabei gab es nicht nur viel zu sehen, denn bei allen Vorführungen und Handwerksständen wurde auch gleich geballte Hintergrundinformation dazu geliefert.

Das kam bei den über 2000 Besuchern an zwei Tagen sehr gut an, freute sich Organisator und stellvertretender Kulturamtsleiter Dr. Gerhard Weber.

Den Auftakt machten „Musica Romana“ mit römischen Klängen auf authentischen Nachbauten historischer Instrumente. So wurde unter anderem erklärt, dass die dort zu hörende Wasserorgel dereinst vor allem zur musikalischen Untermalung von Gladiatorenkämpfen gedient hat. Genau da war sie an den beiden folgenden beiden Römertagen dann auch wieder im Einsatz, während mit (Holz-)Schwertern und Holzstange gekämpft wurde. Bei seiner Stippvisite kam OB Thomas Kiechle dann auch in den Genuss als „Editor“ (Spieleveranstalter oder Geldgeber) mit seinem Daumen über das weitere Schicksal des Verlierers zu entscheiden – und zeigte sich schlussendlich doch gnädig.

Nahe der Kampfarena im Bereich des Tempelbezirks konnten neben Ständen mit Räucherwerk, Glücksspiel und vielem mehr nicht nur verschiedene Schuhmodelle bestaunt werden, die durchaus von bereits ausgeprägtem Modebewusstsein in der antiken Römerwelt zeugten. Man konnte ebenso verfolgen, wie solche Schuhe gefertigt wurden und – wie überall – eine Menge Wissenswertes erfahren.

Trotz der vielen Besucher, darunter auch mit Block und Stift ausgerüstete Schulklassen und Gruppen aus einem Landschulheim, wurde es nur selten eng. Dafür sorgte allein schon das weitläufige Gelände im Park im Bereich der Kleinen Thermen, wo man angefangen bei Reiterspielen über römisches Lagerleben bis zur Fertigung von Mühlsteinen oder dem Färben von Wolle ebenfalls in römisches Leben eintauchen konnte.

Am Ende waren jedenfalls nicht nur Besucher und Organisatoren zufrieden. Auch die zum Teil von weit her angereisten Akteure seien vom Interesse der Besucher und dem Zulauf angetan gewesen, so Weber.

Nicht einmal der Starkregen am Samstagabend habe ihnen die gute Laune verdorben. Statt in ihren Zelten hätten sie zwar zum Teil im Turnsaal der Lindenbergschule, im Auto oder auch in der Halle vom Tempelbezirk übernachtet. Aber es sei „erstaunlich gewesen, wie gut gelaunt“ sie am Sonntagmorgen wieder angetreten seien.

Christine Tröger

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