"Sind überglücklich"

Die grauen Wolken am Himmel über Durach wollten so gar nicht zu dem kleinen Fest im Freien passen. Denn da herrschte beste Stimmung. Nachdem die Schlüssel zu den drei Häusern der Immler Großfamilienstiftung (der KREISBOTE berichtete) bereits ein paar Tage zuvor übergeben worden waren und auch viele der Umzugskartons schon ausgepackt sind, wurde noch einen Tag vor dem Weihnachtsfest die offizielle Einweihung gefeiert

. „Wir sind überglücklich, dass jetzt alles fertig ist“, meinte Annkathrin Immler, die für das Marketing der Stiftung zuständig ist. Dass die Gebäude in einer Rekordzeit von nur sieben Monaten ab Spatenstich realisiert werden konnte, sei vor allem den Handwerkern und der Firma Geiger als Bauherr und Investor zu verdanken. „Sie haben alle an einem Strang gezogen“, lobte sie. „Normalerweise muss ich die Peitsche mehr schwingen“, scherzte Karl Immler über die stressfreie Zusammenarbeit mit dem Bauherrn, der die Gebäude für 30 Jahre an die Stiftung vermietet hat. Die Nachfrage von Großfamilien sei groß gewesen, „wir hätten die Häuser dreimal füllen können“, erklärte er. Voraussetzungen für die Aufnahme in einem der Häuser zum symbolischen Mietpreis von einem Euro für 330 Quadratmeter Wohnfläche waren unter anderem: Mindestens vier noch im Haushalt lebende Kinder und dazu Großeltern. Alternativ auch ein Seniorenpaar im Alter ab 55 Jahren, das in den jeweils separaten Wohntrakt der Häuser einziehe. Eine der Familien habe die eigenen Großeltern mitgebracht und auch die „Leih-Senioren“ seien schnell fest gestanden, wie Annkathrin Immler verriet. Denn auch da hätten sich viele beworben, die von dem Projekt vor allem aus den Medien erfahren hätten. „Wir haben es durch Zufall gelesen und eigentlich nur angerufen um zu erfahren „wie das funktionieren soll“, erzählte eines der Ersatz-Großelternpaare gegenüber dem KREISBOTE. Die drei eigenen bereits erwachsenen Kinder „finden es super, dass wir jetzt hier einziehen“, erzählte die Seniorin, die selbst aus einer Familie mit zehn Kindern stammt. Keine Erfahrungswerte Inzwischen seien auch einige Angebote von anderen Gemeinden gekommen, die Interesse an solch einem Projekt hätten, freute sich Karl Immler über die gute Akzeptanz. Zwei bereits im Bau befindliche Häuser in Schemmerhofen bei Biberach sollen im Sommer bezugsfertig sein. Sicher werde es auch noch Fragen zu lösen geben, an die bislang noch gar keiner gedacht habe, da das Konzept der Stiftung bislang einzigartig sei und es keine Erfahrungswerte gebe. Prinzipiell werde man aber dem Grundsatz „wir unterstützen die Großfamilie“ treu bleiben, „nach dem wir alle unsere Entscheidungen treffen“, machte er das Ansinnen der Stiftung deutlich. Und noch einer zeigte sich begeistert über das Vorzeigeprojekt in seiner Gemeinde: Durachs Bürgermeister Herbert Seger. Zwei Aussprüche großer Köpfe der USA zusammengenommen ergäben das „Immler-Konzept“, unterstrich er seine Wertschätzung für die Brüder. Und zwar „Yes we can“ (Ja, wir können es) von Barack Obama und „frag nicht was dein Land für dich tun kann, sondern frag was du für dein Land tun kannst“ von John F. Kennedy.

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