Wie passt das zusammen?

Skateboard und Kunst

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Konstruktion „Donna Elvira aus Mozarts Don Giovanni“ von Lucie Sommer.

Kempten – „Über die Kunst aus einem alten Skateboard neue Kunst zu machen“, so das Motto eines deutsch-italienischen Kunstprojekts. Ein Skateboard, einerseits ein schmales, langgezogenes Holzbrett mit abgerundeten Ecken und breiten Rollen, dass der rasanten Fahrt dient und zu akrobatischen Überhöhungen herausfordert und andererseits ein schmaler, ovaler Gegenstand, mit nach oben gebogenen Ecken an Vorder- und Rückseite, dass mit Kreativität und Inspiration in ein expressives Kunstwerk verwandelt werden kann.

Die Kunstschaffende Barbara Wolfart lud 38 KünstlerInnen ein, die Form „Skateboard“ individuell künstlerisch zu entdecken. Entstanden sind die unterschiedlichsten Installationen mit ganz eigenen Interpretationen, die Barbara Wolfart in ihrer Ausstellung SkateArt im Hofgartensaal der Residenz zeigt. Die in Kempten geborene Künstlerin wählt für ihre Kunstwerke die unterschiedlichsten Materialen, Werkstoffe, Farben und Motive aus. So war ihr in der Wahl des Objektes für diese Ausstellung wichtig, einen Gegenstand zu finden, der alt und recycelbar ist und bereits ausgedient hatte. Zufällig fiel ihr Blick auf ein Skateboard, perfekt für die Realisierung ihres geplanten deutsch-italienischen Gemeinschaftsprojektes, mit vielen KünstlerkollegInnen aus Italien, der Schweiz, dem Iran, Australien und Deutschland, so Barbara Wolfart. Ein Holzbrett, mit einer glatten zu bearbeitenden Fläche mit technischen Details, wie den breiten Rollen bot viel Raum für eigene, schöpferische Kreationen.

Barbara Wolfart sammelte 50 Boards für die gestalterische Umsetzung ihrer Idee, die sie auf Dachböden, Kellern, bei Ebay und auf Flohmärkten fand. Mit unterschiedlichen Materialen ließen die KünstlerInnen Kunstwerke mit witzigen, surrealen, kuriosen und auch kritischen Themeninhalten neu entstehen. Humorvolle und nachdenkliche Installationen, manche voller Leichtigkeit, andere voller Schwere. Die gewählte Formvorgabe inspirierte zu außergewöhnlicher Vielfalt und beeindruckendem Einfallsreichtum. Durch die unterschiedliche Art der thematischen und handwerklichen Umsetzung entstanden die unterschiedlichsten und verschiedensten Kunstwerke, wie die Gedanken und Inspirationen der Menschen, die sich auf diese Skateboard-Interpretationen einlassen, beschrieb Barbara Wolfart ihre Ausstellungsstücke. Die Werkschau zeigt phantasievolle und poetische, aber auch kritische und ernste Konstruktionen, die den geneigten Betrachter mit auf eine abwechslungsreiche Reise nehmen und zu eigenen Gedankenspielen anregen. So geht es um Poesie, Skurrilität und Vergänglichkeit bei Barbara Wolfart in ihren Werken „Wintergras“, „Zwergengeschichte“ und „Glück“. Leichtigkeit spiegelt die Installation „Butterfly“ von Brigitte Dorn. Ästhetisch und verspielt Lucie Sommers Kunstwerk „Donna Elvira aus Mozarts Don Giovanni“ – eine kunstvoll gestaltete Frauenfigur, die als Tisch dient. Ganz anders die Wandkonstruktion „Faith Hope Love“ von Stephan A. Schmidt. Ein nachdenkliches, anrührendes Werk, das die Verletzbarkeit des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, sowie die Prü- fungen des Lebens symbolisiert. Der Kemptener Künstler Bernd Henkel verbindet Kunst und Handwerk phantasievoll in seinem Werk „Obsession“ – ein Violinekasten mit einem ganz in Gold gehaltenem Skateboard. Und der italienische Bildhauer Nino Mandrici setzt auf Fragilität und Poesie. Er schuf ein zartes, erotisches Kunstwerk „L´amore sull´erba“ – zwei Liebende ineinander verschlungen, liegend auf einem Skateboard. Aus diesen Werkarbeiten ist auch ein wunderbares Buch „SkateArt“ entstanden. Jede Installation erscheint in einem besonderen Umfeld. Es ist ein unterhaltsames Buch, das ohne Wort auskommt, weil es mit Bildern Geschichten erzählt, erklärte die Künstlerin und Buchautorin Barbara Wolfart. Die Künstlerinnen und Künstler schufen mannigfaltige, phantasievolle Skateboard-Kunstwerke, die Jung und Alt zum Verweilen, Entdecken, Staunen und Nachdenken einladen. Interessierte Besucherinnen und Besucher können die Ausstellung noch bis 17. November 2019 im Hofgartensaal Kempten besichtigen.

Christine Reder

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