Dialog und Mitgestaltung

Das SMV-Forum 2020 bringt Jugendliche und Verwaltung zusammen

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OB Thomas Kiechle begrüßte die SchülersprecherInnen sowie VertreterInnen der Schülerzeitungen der allgemein- und berufsbildenden Schulen zum Jugendforum 2020.

Kempten – Dialog und Austausch standen im Mittelpunkt des diesjährigen Jugendforums.

OB Thomas Kiechle, sowie die Referats- und Amtsleiter für Jugendarbeit der Stadt Kempten und des Stadtjugendrings hatten letzten Montag die SchülersprecherInnen sowie VertreterInnen der Schülerzeitungen der allgemein- und berufsbildenden Schulen ins Jugendhaus Kempten eingeladen.

Thomas Kiechle zeigte sich erfreut über das beeindruckende Engagement und die große Verantwortung der jungen Menschen und bedankte sich herzlich dafür. Es sei ein wichtiges und unverzichtbares Ehrenamt in diesen sehr bewegten Zeiten, erklärte der Oberbürgermeister. In der Stadt Kempten gehe es um Klimaschutz, Mobilität, Wohnungen und Ausbildungsplätze, Themen, die auch die jungen Menschen beschäftigen. Dafür stehe das Jugendforum, eine wichtige Zusammenkunft für einen guten Austausch.

Das SchülermitverwaltungsForum (SMV-Forum) 2020 möchte die Schülerinnen und Schüler aktiv mit einbinden. Dazu ist es notwendig, die Ideen und Themen der Jugendlichen zu möglichen Veränderungen innerhalb und außerhalb der Schule kennenzulernen. Jugendpflegerin Alina Alltag stellte den TeilnehmerInnen verschiedene, bereits gestartete SMV-Projekte vor, um Beteiligungsmöglichkeiten aufzuzeigen. So können die Jugendlichen zum Beispiel ihr Schulleben mitgestalten. Angefangen bei der Durchführung von Mottotagen, wie „Höflichkeit“, „Nein zu Rassismus“, über Theateraufführungen, bis hin zur Gestaltung einer eigenen Schulkleidung. 

Darüber hinaus gebe es auch zahlreiche Möglichkeiten außerhalb der Schule aktiv zu werden, wie etwa das ESF-Modellprogramm „Jugend stärken im Quartier“. Jugendliche aus Kempten Ost und Kempten Mitte/Nord sammelten letztes Jahr im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung Ideen für musikalische, sportliche und technische Projekte. „Ein Beispiel für eine gelungene Umsetzung sei die Gestaltung des Spielplatzes an der Orangerie – ein Vorschlag der Jugendlichen, der gemeinsam realisiert wurde“, sagte Alina Alltag. Zudem stehe auch ein finanzielles Budget für die Verwirklichung diverser Vorschläge, wie Projekte, schulübergreifende Jugend- und Bildungsveranstaltungen und auch für Arbeitsmittel zur Verfügung, so die Jugendpflegerin.

Um die Beantragung und Umsetzung von Projektideen zu erleichtern, gab es zudem für die TeilnehmerInnen Informationen zum Aufbau der Stadtverwaltung und den dazugehörigen Zuständigkeiten. In einer interaktiven Gruppenarbeit hatten die SchülerInnen Gelegenheit ihre Gedanken in einem Brainstorming auf Stellwänden festzuhalten und im Anschluss mit den VertreterInnen für Jugendarbeit zu diskutieren. Es gab die unterschiedlichsten Ideen, teilweise auch verbunden mit konkreten Forderungen an die Stadt Kempten. Zum Beispiel die Sanierung der Schule mit neuen Toiletten, den Ausbau der Digitalisierung mit besseren Computern und freiem W-LAN, weniger Teppichböden, weniger Plastik, mehr Aufenthaltsräume, mehr Obstangebot, gesunde Snacks in den Automaten und auch Wasserspender. 

Viele Themen zur Schulsanierung seien bereits im Investitionsprogramm der Stadt Kempten enthalten, erklärte Thomas Baier-Regnery, Referent für Jugend, Schule und Soziales. Doch eine Umsetzung lasse sich nicht kurzfristig erzielen. Weitere Themenschwerpunkte rund um die Mobilität, wie eine Erweiterung der Fahrradwege, bessere ÖPNV-Anbindung, günstigere Schülertickets für Bus und Bahn und auch mehr Parkplätze wurden rege diskutiert. So wünschte sich Johannes von der Montessori Schule etwa überdachte und standsichere Fahrradplätze, Simon von der BOS/FOS möchte eine Verbesserung der Parkplatzsituation mit kostenlosem Parkticket. Katharina und Ramona von der Maria-Ward-Schule favorisierten mehr Engagement für die Umwelt. 

Ihr Vorschlag war den Wandertag zum Pflanzen von Bäumen zu nutzen. Und die Schülersprecherinnen der Fachakademie für Sozialpädagogik möchten eine dauerhafte Beratungsstelle zur Bewältigung von schwierigen Situationen einrichten – „Achtung auf Psychohygiene“. Die Diskussionen mit den Jugendlichen spiegelten aber auch wider, dass viele bereits aktiv sind. So gab es bereits Aktionen zur Müllreduzierung, Organspende, sowie Umwelt und Natur. Im Gespräch bleiben Wichtig sei im Gespräch zu bleiben, unterstrich Alina Alltag. Immer wieder verwies sie auf ihre E-Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme. Zudem seien die Projektverwirklichung und die Vernetzung wichtige Instrumente, um die Identifikation der jungen Menschen mit Schule und Umwelt zu stärken, bekräftigte Thomas Baier-Regnery. 

Christine Reder

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