1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Kempten

So will Kempten bis 2030 »Kultur und Tourismus fördern«

Erstellt:

Von: Helmut Hitscherich

Kommentare

Hofgarten Kempten
Stadtmarketing: Die Geschichte Kemptens soll noch stärker in den touristischen Fokus rücken. © Krumsiek

Kempten – Ein Römermuseum, Digitalisierung und Erinnerungskultur sollen den Tourismus in Kempten vorantreiben.

Im Dezember 2015 hatte der Stadtrat innerhalb der Strategischen Ziele 2030 unter anderem das Ziel „Kultur und Tourismus fördern“ beschlossen. Die Einbindung dieser Themenbereiche in die Zielsetzung der Stadt unterstreicht deren Bedeutung und zeigt gleichzeitig deren Relation zueinander. Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sowie eine typische Querschnittsbranche ist der Tourismus.

Aller Stefanie ­Schmitt, Leiterin Tourismus Kempten, liegt das Amt für Tourismus nach ihrer Auffassung am falschen Platz. Es sei schlecht auffindbar und ohne Parkmöglichkeiten. „Das gesamte Konzept eines Tourismusbüros muss überarbeitet werden. Man muss dort unter anderem Ecken finden, in denen auch Gegenstände ausgestellt sind, man digitale Reisen durch die Geschichte der Stadt machen kann, Kinder angezogen werden.“

Das 2015 verabschiedete Ziel „Kultur und Tourismus fördern“ wurde nun fortgeschrieben und weiterentwickelt. So wurde das Handlungsfeld „Stadt-Erlebnis“ um „Aufenthaltsqualität“ ergänzt. Neu hinzugekommen sind die Handlungsfelder „Digitalisierung“, „Stadtmarketing und Stadtmarke“ sowie „Erinnerungskultur“. Die Übersicht des Ziels „Kultur und Tourismus fördern“ beinhaltet aktuell zwölf Handlungsfelder und zahlreiche zugehörige Maßnahmen.

Kempten als Römerstadt

Das Alleinstellungsmerkmal Römerstadt soll zur Positionierung genutzt werden und in die touristische Marke einfließen, wofür unter anderem eine städtebauliche Erschließung des Archäologischen Parks Cambodunum (APC) nötig und ganzjährige Öffnungszeiten als erforderlich erachtet werden.

Die Stärkung des Event- und Aktiv-Tourismus ist vorgesehen, um weitere Reiseanlässe zu schaffen, u.a. hochkarätige Kunstausstellungen überregional bekannter „Mainstream-Künstler“ zu etablieren, wie vor einigen Jahren die Hundertwasser-Ausstellung. Angedacht ist auch eine Silvesterparty auf dem Rathausplatz, bei der die umliegende Gastronomie eingebunden werden soll. Um private Silvesterfeuerwerke im Innenstadt- und in schützenswerten Außenbereichen zu unterbinden, wird über ein offizielles nachgedacht.

Kempten als Zentrum stärken

Darüber hinaus soll die zentrale Lage der Stadt künftig stärker genutzt werden, um Kempten als Ausgangspunkt für das Allgäu zu positionieren. Auch die Erschließung neuer Gästegruppen soll vorangetrieben werden. Dazu zählt sowohl die Entwicklung von Business-/Tagungs-/Kongress-Tourismus als auch den Wohnmobiltourismus zu stärken oder ein Ausbau des Gruppentourismus. Um die Kundenansprache zu verbessern soll die Digitalisierung im Tourismus entsprechend forciert werden.

Das Handlungsfeld Stadtmarketing ergänzt die zentrale Kommunikations- und Steuerungsstrategie. Kempten wird als das kulturelle Zentrum der Region gesehen. Aus Sicht von Kulturamtsleiter Martin Fink ist die enge Verbindung von Kultur und Tourismus überaus wichtig und auch gut gelungen. Aufgrund der „überregionalen Strahlkraft“ der Museumslandschaft liegt im Museumsentwicklungskonzept der Fokus auf den Themen „Römerstadt“, „Allgäu“ und „Stadtgeschichte“.

Kempten im Nationalsozialismus

So soll ein Ort für ein Römermuseum festgelegt und ein Konzept entwickelt werden; die Geschichte Kemptens im Nationalsozialismus unter Federführung des Kulturamtes aufgearbeitet werden; lokales Wissen zu diesem Themenkomplex (Zeitzeugenprojekt, Symposium) erschlossen werden. ­Einen Beitrag zur „Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus in Kempten“ sollen Ausstellungen, Theaterstücke, partizipative Projekte, pädagogische Angebote und Vorträge leisten. Neben der bereits etablierten Kommission für Erinnerungskultur sollen kommunale wie private Initiativen und Projekte gestärkt werden, die sich mit diesem Thema befassen.

Die kulturelle Entwicklung aller Stadtteile und Stärkung der kulturellen Stadtteilzentren soll vorangetrieben und ein Konzept zur Kunst im öffentlichen Raum geschaffen werden.

Vorschläge und Forderungen

Thomas Hartmann (Grüne) vermisste Aussagen zum Thema Bahntourismus: „Wie kommt man besser nach Kempten?“ Er wünschte sich, dass die Leistungen der Bahn verbessert werden und die Anbindung des ­ÖPNV an den Bahnhof optimiert werden.

Barbara Haggenmüller (Grüne) forderte für Bahnreisende günstigere Angebote bei Unterbringung.

Julius Bernhardt (FFK) wünschte sich Komplettangebote auch für Bahnreisende analog zu Busreisenden.

Für Joachim Saukel (FW) muss die Römerstadt unbedingt sichtbar gemacht werden, aber auch das „Pfund“ älteste Stadt Deutschlands. „Ich stelle immer wieder bei Besprechungen mit überregionalen Geschäftspartnern fest, dass diese keine Kenntnis über die Stadt haben. Das Thema Stadtmarketing muss jetzt zeitnah umgesetzt werden“, betonte er.

Für den Stadtratsbeauftragten für Partnerstädte Lajos Fischer (Grüne) war wichtig, dass alle Prospekte des Tourismusamtes in den Sprachen der Partnerstädte erscheinen.

Auch interessant

Kommentare