Rentiert sich das?

Solaroffensive: Stadt Kempten stellt Solarkataster vor

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Kempten – Wenn das Dach des Hause, in dem sich die Geschäftsstelle des Kreisbote befindet, mit Solarpaneelen ausgestattet würde, würde sich die Investition in etwa zehn Jahren amortisiert haben.

Bei einer Laufzeit von 20 Jahren könnte die Redaktion rund 20000 Euro an Energiekosten und über 100 Tonnen CO2 sparen.

Ob sich ein Dach für eine Solaranlage eignet, lässt sich ab sofort mit wenigen Mausklicks herausfinden. Die Stadt Kempten stellt allen Bürgern online ein Instrument zur Verfügung, mit dem sich herausfinden lässt, wie viel Sonne auf einem konkreten Dach landet. „Grundsätzlich ist das nichts Neues“, sagt Thomas Volkwein, Leiter des Amtes für Informations- und Kommunikationstechnik. Der Unterschied zu den bisher verfügbaren Solarkatastern liege in der Genauigkeit der Daten. Er spricht von einer Schärfe der Daten bis auf etwa zehn Zentimeter. Verschattungsflächen, die etwa durch Kamine entstehen, werden automatisch herausgerechnet und anschließend der sogenannte Kilowatt-Peak berechnet. Wer seinen geschätzten Stromverbrauch angibt, und seine Daten (Will ich ein E-Mobil regelmäßig aufladen? Will ich Strom via Batterie speichern? Will ich mein Warmwasser über Solarenergie erzeugen?) verfeinert, kann sich anschließend eine Übersicht über voraussichtliche Kosten und deren Amortisierungszeitraum anzeigen lassen. 

Insgesamt biete das Portal eine kostenlose erste Einschätzung, ob sich eine Investition in die Solarenergie für den einzelnen lohnt, so Volkwein. Das Ergebnis lässt sich als PDF herunterladen und ausdrucken. Damit können interessierte Bürger sich an einen Fachmann wenden. Wer nicht will, dass das Solarpotential seines Hauses berechnet werden kann, kann bei der Stadtverwaltung (Telefon: 0831/115) einen Antrag auf Verpixelung stellen. Auf der Webseite sind übrigens auch alle Oberallgäuer Kommunen mit eigenen Übersichten verlinkt. Ost- und Westallgäu sollen bald folgen. „Wir wollen mit der Solaroffensive motivieren, in Solarenergie zu investieren“, erklärt Thomas Weiß, Klimamanager der Stadt Kempten. Die Fortschritte der technischen Machbarkeit seien groß, sagt er, Solarpaneele hätten an Effizienz stark zugelegt. 

„Inzwischen nehmen Solarpaneelen auch diffuses Licht auf.“ Ob Kempten künftig auch – wie es sie bereits im Oberallgäu gibt – mit Solarbotschaftern zusammenarbeitet, wird sich noch zeigen. Dies hänge davon ab, ob Bedarf entstehe. Solarbotschafter sind Mitbürger, die ehrenamtlich über ihre Erfahrung mit der eigenen Solaranlage berichten und Interessierten als Ansprechpartner gelten. Wer sich die Kemptener Solaroffensive genauer anschauen will, kann sich entweder eine Broschüre im Rathaus holen oder sich auf der Seitewww. kempten.de/solaroffensive genauer informieren – und dort eine Kosten-Nutzen-Analyse für das eigene Dach erstellen lassen. 

Martina Ahr

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