Ein Solarpark für alle

Hinter dem Saturn-Markt soll eine der beiden Solaranlagen entstehe. Unmittelbar daneben eine zweite. Grafik: AÜW

Mit an die 40 Interessierten barst das Schützenhaus in Ursulasried bei der Bürgerinfo zum geplanten Solarpark auf dem Gelände der ehemaligen Restmülldeponie aus allen Nähten. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) freute sich über das große Aufgebot an Stadträten, die sicher „alle Anteile zeichnen wollen“, wie er flachste. Denn bei dem AÜW-Projekt „wollen wir Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit geben, sich mit Anteilen engagieren zu können“, sagte er.

Möglich sei hier eine Anlage zur Stromversorgung von bis zu 500 Haushalten. Diese Bürgerbeteiligung, die für das AÜW „Neuland ist“, erklärte AÜW-Geschäftsführer Michael Lucke das Projekt, „kann sehr aktiv geschehen, aber auch passiver“. Derzeit würden zwei Möglichkeiten ausgearbeitet: Die „direkte“, mit einem Einsatz ab 10 000 Euro, bei der die Bürger Gelegenheit hätten eine Genossenschaft zu gründen, wie es beispielsweise in Wildpoldsried mit Windkraft praktiziert werde. Da aber „nicht jeder sagt, ich möchte einen Teil davon besitzen“, werde weiters noch eine „indirekte“ finanzielle Beteiligung geprüft, mit Losgrößen von 1000 Euro. Angedacht sei die Finanzierung des Solarparks fifty-fifty aus Eigenkapital und Fremdkapital, letzteres bevorzugt von Bürgern aus der heimischen Region. Die so genannte „aufgeputzte Anlage“ – wegen des kontaminierten Untergrunds darf nichts in den Boden gerammt werden, sodass die Modultische auf Betonstreifen montiert werden – werde am Ende eingewachsen sein und nur die Modulflächen selbst sichtbar sein. Deren Auswirkungen würden, so Lucke, bei Sicht vom „Skyline“ aus „gering“ ausfallen, von der Firma „Liebherr“ aus „sind sie natürlich sichtbar“. Von der rund 38 000 Quadratmeter großen Gesamtfläche des Areals direkt an der Dieselstraße könnten wegen einiger Entgasungspunkte nur circa 34 000 Quadratmeter für den Solarpark genutzt werden. Ein zwei Meter hoher Zaun mit unter anderem Kleinsäugerdurchgang, soll die Anlage schützen. Die strengen Auflagen der Regierung von Schwaben für Photovoltaik (PV)-Anlagen auf Deponien „werden zwingend eingehalten“, versicherte Lucke. Die Zeit drängt Da die Einspeisevergütung für Freiflächen mit Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zum ersten September dieses Jahres um 15 Prozent gesenkt würden, sei der Zeitplan für das Projekt „sehr eng“. Denn mit einem Start nach genanntem Datum „sieht die Wirtschaftlichkeit schon ganz anders aus“, nannte Lucke den Grund für das rasante Tempo. So sei die nötige Prüfung für das EEG bereits abgeschlossen, die Infrastruktur werde derzeit ausgebaut und die im „Großraum Allgäu“ geplante Ausschreibung werde „sehr zügig“ gemacht. Darüber hinaus werde derzeit noch die „richtige Gesellschaftsform“ für den Betrieb der PV-Anlage geprüft. Nur „geringe Eingriffe“ in der mit einigen Biotopen bestückten grünen Wiese versprach Antje Schlüter von der Bauverwaltung für den Bau der Solaranlage, bei dem unter anderem der Reit- und Wanderweg erhalten bleibe. Baureferentin Monika Beltinger räumte „ästhetische“ Bedenken aus, da die „Baulücke“ Mitten im Gewerbegebiet „schon längst bebaut wäre“, wenn die Deponie nicht wäre. Bezüglich der zu erwartenden Rendite für Anleger wollte sich der AÜW-Chef noch nicht festnageln lassen. Es würden „mehr als zwei und weniger als sieben Prozent“, versicherte er aber es „sehr transparent“ zu machen. Einig betonten Netzer und Lucke, dass bei den Modulen „Qualität“ vor einem niedrigen Preis stehe. Am 17. Februar sollen die Entwürfe im Stadtrat zum Beschluss kommen, damit es möglichst im Mai, selbstverständlich bei Einhaltung der ganz normalen Fristen, wie Netzer anmerkte, bereits losgehen könne. Ab März sollen die Beteiligungen für den Solarpark zur Zeichnung bereit sein.

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