"Sonniger Herbst" kommt

Schon im November hatte Joachim Rangnick aus seinem neuen Kriminalroman gelesen und einmal mehr seinen „Investigativ-Journalisten“ Robert Walcher in dessen fünften Fall auf eine heiße Spur gesetzt. Auch in diesem Roman ist wieder ein Thema aufgegriffen, dass sowieso schon auf den Nägeln brennt. Es geht um die immer älter werdende Bevölkerung.

War es in „Die Lotto-Company“ ein globales Firmenimperium rund um das Glücksspiel mit dem sich Walcher anlegte, so waren es in „Die Austräger“ skrupellose Mediziner, die durch Organhandel und Klonung ein bedrückendes Szenario erzeugten. „Frische Hühnchen“ beschäftigte mit Menschenhandel und Pädophilie im internationalen Maßstab und „Viren Mafia“ hatte als Hauptthema erdumfassende Computermanipulation und Erpressung ganzer Staaten. Jetzt aber ist mit „Sonniger Herbst“ der Journalist in Geriatrische Kreise vorgestoßen. Joachim Rangnick lässt auch auf diesem Gebiet nichts aus. Zwei Morde im schönen Allgäu und Recherchen aus journalistischen Erwägungen heraus, bringen Walcher ins Geschäft. Wieder wird es international und der Schreibstil des Krimis bringt die Leser langsam in die richtige Richtung. Joachim Rangnick hat es wieder einmal geschafft, Faszination einer Story mit exzellentem Schreibstil zu verbinden. Schon wegen der „Homestory“ Walchers und der Landschaftsbeschreibung quer durch das Allgäu ein empfehlenswertes Buch. Die zugrunde liegende Problematik um die älter werdende Bevölkerung und das damit verbundene Abzocken alter Menschen ist nun mal leider Realität. Die herum gelagerte Geschichte ist durchaus glaubwürdig aufgebaut. Schreiben Sie selbst Joachim Rangnick hat allerdings eine Befürchtung: „Für die Vorbereitung meiner Romane sind immer wieder umfangreiche Recherchen im Internet notwendig und wenn man über Menschenhandel, Bombenbau, Medikamenten- Missbrauch und Mafia Strukturen zu intensiv nachfragt, könnte eines Tages die mobile Einsatztruppe auch bei mir das Haus stürmen und ich erlebe meinen eigenen Krimi.“ Einen weiteren Tipp gibt er interessierten Lesern (und Zuhörern): „Schreiben Sie selbst und leben sie sich dabei so richtig aus,“ rät er, auch wenn es schwer sei, einen Roman bei einem Verlag unterzubringen. „Wenn Sie sich über irgendetwas so richtig geärgert haben, dann bringen sie schriftlich einfach jemanden um.“ rät Rangnick, „Papier ist geduldig und Phantasie keine strafbare Handlung.“

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