Der ADFC kämpft mit einer großen Demo für eine fahrradfreundlichere Stadt

Am Sonntag gehörte der Ring den Radlern

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Selbst Höchsttemperaturen konnten die Fahrrad-Aktivisten am Sonntag nicht davon abhalten, bei der Radringfahrt mitzustrampeln. Im Pulk setzten sie sich für bessere Bedingungen für Kemptens Radfahrer ein.

Kempten – Sonntagnachmittag 14.30 Uhr am Berliner Platz. Kein Auto mehr auf dem Ring. Eine herrliche Ruhe breitet sich aus. Nur noch der Wind in den Laubbäumen und Vogelgezwitscher ist zu hören. Was ist da los? Plötzlich tauchen ganz viele Radfahrer in der Kurve auf. Allen voran die Polizei mit mehreren Motorrädern und einem Polizeiauto: Fahrraddemo in Kempten.

Aufgerufen dazu hatte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC). Treffpunkt war der Hildegardplatz. Mehr als 750 Radler waren gekommen. Damit wurden die Erwartungen weit übertroffen. Selbst bei 33 Grad im Schatten hatten so viele Menschen es nicht gescheut, anstatt sich im Schwimmbad abzukühlen, auf das Fahrrad zu steigen. Auch die vielen Kinder, die dabei waren, hatten sichtlich Spaß. Natürlich hatten ihre fürsorglichen Eltern dafür gesorgt, dass genügend zu trinken mitgenommen wurde. 

Nach der Begrüßung von Rüdiger Dittmann, einem der Organisatoren, ging es los. Mit Polizeieskorte über den Pfeilergraben und die Rottachstraße zum Ring, und dann im Uhrzeigersinn weiter auf dem Ring einmal um die Stadt Kempten herum und über die Rottachstraße wieder zurück zum Hildegardplatz. 

Mit dieser Aktion wollte der Fahrradclub auf die Situation der Fahrradfahrer aufmerksam machen und ein Zeichen setzen für den Klimaschutz. Beim letzten Fahrradklima-Test hatte Kempten nur den vorletzten Platz in der Kategorie Städte mit 70. 000 Einwohnern erreicht. 

Der Fahrradclub möchte die Stadt dazu aufrufen, die Infrastruktur für die Radfahrer zu verbessern. Dazu gehört der Ausbau des Radwege-Netzes, möglichst kreuzungsfreie separate Fahrspuren für Radfahrer, Einführung und Überwachung von Tempo-30-Zonen auf den Hauptverkehrsstraßen in der Innenstadt, Schließung von Netzlücken im Radverkehr, Winterdienst auf allen Kemptener Radwegen sowie die Beauftragung eines versierten Fachbüros von Stadtplanern und Verkehrswissenschaftlern zur Erstellung eines Radverkehrskonzeptes. Zur Sicherheit für Schulkinder fordert der Club sichere Schulwege für Kinder anstatt Elterntaxis und überdachte Fahrradständer an allen Schulen und Freizeiteinrichtungen.

Der ADFC fordert eine stärkere Berücksichtigung und mehr Aufmerksamkeit für die Belange der Radler: bei der Verkehrsplanung, durch andere Verkehrsteilnehmer und durch den Stadtrat. Der Fahrradclub wirbt mit der Radlerdemo für einen Umstieg: weg vom Auto, weg vom immensen Flächen- und Energieverbrauch, weg von Lärm und Luftverschmutzung, hin zu umweltfreundlicher Fortbewegung, hin zu einer fahrradfreundlichen Stadt Kempten. Nach Ansicht des ADFC ist ein großer Teil des Autoverkehrs vermeidbar. Ein Großteil aller Autofahrten sei kürzer als fünf, oder sogar kürzer als zwei Kilometer. Solche Strecken können genau so gut mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Wenn die Bedingungen dazu geschaffen werden, seien die Verkehrsteilnehmer auch dazu bereit, auf das Fahrrad umzusteigen. „Mit der Radringfahrt nehmen wir uns die Fläche, die sonst vom Auto beansprucht wird. Ein unvergessliches Erlebnis!“, schwärmte der Kreisvorsitzende des ADFC, Tobias Heilig. Bei einer solch regen Teilnahme an dieser Aktion und noch dazu bei diesen Temperaturen wird deutlich, wie vielen Menschen die Belange der Radfahrer ein Anliegen sind und sich Verbesserungen wünschen. Josef Böck, stellvertretender Vorsitzender des ADFC möchte sich vor allem bedanken bei all den Teilnehmern, die an diesem heißen Tag gekommen sind. Alles sei sehr diszipliniert über die Bühne gegangen, alle hätten sich an die Regeln gehalten. „Einfach genial!“, meint er.

Uschi Ostermeier-Sitkowski

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