Sorgen um das Krankenhaus

Zu einer Informationsveranstaltung über die Situation des Isnyer und auch des Leutkircher Krankenhauses hatte jetzt der Isnyer Gemeinderat geladen. Zahlreiche Besucher waren in den Kursaal gekommen, wo die verschiedenen Handlungsmodelle der OSK und des Landkreises vorgestellt wurden. Bürgermeister Rainer Magenreuter versuchte schon zu Beginn, die aufgeheizten Gemüter zu beruhigen und bat um eine faire, sachlich Diskussion.

Landrat Kurt Widmaier teilte die Einschätzung: „Wir können tun und lassen was wir wollen, wir werden immer wieder Emotionen in der Diskussion haben“, sagte er. „Ich lege Wert darauf, die Sache transparent über die Bühne zu bringen. Es hat sich zu viel geändert als das wir nicht darüber reden müssten“, führte Widmaier an. Die erste Landesbeamtin, Eva-Maria Meschenmoser, brachte noch einmal zur Sprache, dass mit Notfallambulanz und Notarztstandort sich die Versorgungssituation für Isny kaum verändern würde. „Die Situation verschlechtert sich kaum und für die Versorgung soll trotzdem gesorgt sein“, erläuterte sie. Das an dieser Stelle die Zuhörer unruhig wurden, ist begreiflich. Wenig Zustimmung Die fünf Modelle der OSK, die Dr. Elisabeth Harrison-Neu vorstellte, stießen beim Großteil der Betroffenen auf wenig Zustimmung. Eine ihrer Begründungen für die geänderte Situation hatte Harrison-Neu in mehreren Punkten zusammengefasst. Nach ihrer Meinung sind die Mediziner heute vor allem Spezialistenteams, die Technisierung im OP und in der Versorgung haben zugenommen, die Qualitätsansprüche der Patienten sind höher geworden und die Ambulantisierung bringt mehr Aufgaben für die niedergelassenen Ärzte, nicht nur im Ravensburger Klinikverbund. Bürgermeister Magenreuter vertrat etwas andere Standpunkte. Schon die dem Eckpunktepapier zugrunde liegenden Gutachten seien teilweise recht veraltet und das älteste verwendete Gutachten sei aus dem Jahre 1970, schilderte er. Die Spezialisierung des Isnyer Krankenhause auf die Endoprothetik unter der Leitung von Dr. Thomas Wißmeyer wäre doch schon der Weg in die Richtung der Spezialisierung, so Magenreuter weiter. Außerdem drückte er deutlich seine Verwunderung darüber aus, dass die Dezentralisierung nicht mehr zu bezahlen sei, wenn es doch genügend Beispiele aus Baden-Württemberg und Bayern gäbe, bei denen das hervorragend funktioniere. Eines erschien ihm auf alle Fälle sicher: „Wenn das Krankenhaus Isny geschlossen wird, kann es sicher nicht wieder geöffnet werden, auch wenn es in einigen Jahren eine bessere Perspektive gäbe als heute.“ Mit dem Worten „wo ein Wille ist, ist nicht nur ein Weg, sondern auch eine betriebswirtschaftliche, positive Perspektive für die dezentrale Krankenversorgung im Allgäu“, kam er zum Schluss. Einen Appell richtete er noch an Widmaier: Isny sollte die Chance bekommen, die es verdient. In der anschließenden Fragerunde kamen die Sprecher der Fraktionen und einige Fachleute zu Wort. Karl Immler (CDU) bat um genauere Zahlen, die er gerne von einem unabhängigen Wirtschaftsbüro prüfen lassen würde. Peter Clement (SPD) wies darauf hin, dass eine wohnortnahe Unterbringung die Heilung beschleunigen würde und schloss die Frage an, ob denn eine geriatrische Versorgung unbedingt kostendeckend sein müsse. Anderer Zeitrahmen Sein Parteikollege Edwin Stöckle erinnerte an das Kooperationsmodell mit der Evangelischen Heimstiftung, die ein geriatrisches Kompetenzzentrum an das Isnyer Krankenhaus anbauen wollte. Gebhard Mayer (FWV) machte den Landrat auf seine Versprechungen aufmerksam und forderte ebenfalls einen anderen Zeitrahmen für die Entscheidungen. Auch die Meinungen aus dem Kreistag wurden vorgetragen, hatten aber seit der Veranstaltung in Horgenzell keine Änderung erfahren.

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