Die Sorgen der Lenzfrieder

Der Schwerlastverkehr muss aus Lenzfried und Leupolz verschwinden, zu viele Autos, die von der B12 kommen, rasen durch Lenzfrieder Tempo-30-Zonen und mehr Wohnungen könnte der Stadtteil auch gebrauchen – das ist das Fazit der Anregungen, die die drei Stadträte der FDP, Ullrich Kremser, Dr. Dominik Spitzer und Bruno Steinmetz, aus einer Gesprächsrunde mit Lenzfrieder Bürgern am vergangenen Mittwoch mitgenommen haben.

„Sie können jedes Thema ansprechen, das ihnen wichtig ist“, ermutigte Kremser die Bürger in der Osteria Antica, von denen allerdings nur rund ein Dutzend erschienen war. Den Anfang machte Dr. Dominik Spitzer, der in das Thema „Schwerlastverkehr“ einführte. Nachdem Landrat Gebhard Kaiser (CSU) nun grundsätzlich grünes Licht für die Dreifachlösung Südtangente, Nordumfahrung und B12-Anbindung Bogenried gegeben habe, wolle der Kreistag nun alle drei Maßnahmen gleichzeitig umsetzen lassen und nicht wie ursprünglich geplant nacheinander von 2011 bis 2015. „Aber das wäre einmalig in der Geschichte“, erklärte Gerhard Numberger von der Bürgerinitiative gegen den Schwerlastverkehr Lenzfried-Leupolz-Betzigau. Wenn an allen Ecken gleichzeitig gebaut würde, könnte man ja gar nicht mehr nach Betzigau hineinfahren. Vor einem zu großzügigen Zeitplan warnte jedoch der Bundestagskandidat Stephan Thomae – bis 2015 könne viel passieren. Josef Neß von der Bürgerinitiative pochte darauf, dass die Südanbindung an die A7 zuerst gebaut werden müsse, denn sie sei am günstigsten und am effektivsten. Spitzer machte jedoch klar, dass nur das Gesamtkonzept einen Sinn habe, nicht die Einzellösungen für sich. Nicht nur der Schwerlastverkehr, auch der Autoverkehr macht den Lenzfriedern Sorgen. Autofahrer, die von der B12 über den Wettmannsberger Weg kommen, nehmen nur allzu gern den Weg über Lenzfried, wenn sie zu Ludwigshöhe wollen, anstatt über den Ring zu fahren. Viele Fahrer rasen durch die Tempo-30-Zonen, beklagten einige Bürger. Für deutlicher gekennzeichnete Tempo-30-Zonen habe er sich jüngst mit einem Antrag stark gemacht, der jedoch im Verkehrsausschuss abgeschmettert wurde, so Spitzer. Er erhoffe sich, dass die Betroffenen an die Öffentlichkeit gehen. Was halten die Lenzfrieder von dem neuen Wohngebiet, das die BSG nahe des Golfplatzes bauen will? Wieder sind es nur Einfamilien- Doppel- und Reihenhäuser, keine Wohnungen, die dort entstehen, meinte eine Lenzfriederin. Dabei kenne sie mindestens vier ältere Ehepaare, die bereit wären, ihre Häuser aus Altersgründen gegen eine Wohnung zu tauschen. Hier müsse man Druck machen bei der BSG, riet Thomae. Etwas Besseres könne einer Baugesellschaft gar nicht passieren, als noch vor der Grundsteinlegung Kaufinteressenten für Wohnungen zu haben, erklärte er. „Hat sich schon mal jemand überlegt, was da drunter ist“, fragte ein Bürger beim Thema Neugestaltung des Hildegardplatzes. Er befürchtete lang anhaltende archäologische Grabungen. „Am Ende haben wir wieder ein Jahr lang ein Zelt wie am St. Mang-Platz“. Für eine Tiefgarage sprach sich niemand aus, die am Königsplatz sei schließlich ständig leer. Allerdings sei der angrenzende Stadtpark für Frauen zu dunkel, um abends da durch zu laufen. Angesichts der prekären Haushaltslage, die auf die Stadt in den nächsten Jahren zukommt, sei eine Tiefgarage unter dem Hildegardplatz zu teuer, selbst die Kosten der Platzgestaltung seien möglicherweise zu hoch, um sie in naher Zukunft aufzubringen, meinten die Stadträte.

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