Unternehmen stellt "überzeugende Zahlen" und ambitionierte Zukunftsprojekte vor

Sozialbau mit 2017 hochzufrieden

+
Freude über anhaltend gute Unternehmenszahlen für das Geschäftsjahr 2017 und vielversprechende Zukunftsprojekte: (v.l.) Martin Langenmaier, stellvertretender Geschäftsführer Sozialbau, OB Thomas Kiechle und Sozialbau-Chef Herbert Singer.

Kempten – Mit „Zahlen, die überzeugend sind“ traten Sozialbauchef Herbert Singer, sein Stellvertreter Martin Langenmaier und OB Thomas Kiechle für das Geschäftsjahr 2017 dieser Tage vor die Presse.

Dem hohen Bedarf an Wohnraum begegne man mit höchstem Engagement. Den Wohnungsbestand des Unternehmens mit aktuell 3864 im Schwerpunkt familienfreundlichen drei bis vier Zimmer Mietwohnungen, 816 davon „Rollator gerecht“, plus 307 Studentenwohnungen bezeichnete Singer als „unser Pfund in Kempten“. Da ja immer die Frage nach bezahlbarem Wohnraum ein Thema sei, freute den OB die „soziale Komponente“ mit günstigen Durchschnittsmieten von 5,56 Euro pro Quadratmeter (qm) besonders. Die niedrige Leerstandsquote von 0,09 Prozent – „das ist gar nichts“ – wertete er auch „als Zeichen für Zufriedenheit und Qualität“.

Singer erläuterte einmal mehr den Weg der Sozialbau mit dem „Kemptener Modell“, der nicht nur für die bürgerliche Mittelschicht einen Mehrwert darstelle für die Neubauwohnungen im Mietpreis um rund zwei Euro/qm auf circa acht Euro/qm verbilligt würden. Auch rund 250 bisher nicht gebundene Mietwohnungen des Unternehmens könnten so neu an Wohnberechtigte zu rund 5,50 Euro/qm vermietet werden. Neben insgesamt 6649 Wohneinheiten, die die Sozialbau 2017 verwaltete, gehören auch 416 Gewerbeeinheiten zum Portfolio sowie einige Standorte mit Garagen, Parkhaus- und Tiefgaragenstellplätzen zum „günstigen Preis“. Das sei möglich, weil die Sozialbau deren Bewirtschaftung „pfiffig und quirlig“ gelöst habe, zum Nutzen und zur Entlastung der Stadt. Dass Parken ein „Dauerthema“ besonders im Norden der Stadt sei, bestätigte auch OB Kiechle, was durch die Öffnung der derzeit durch die Sozialbau in Sanierung befindlichen Tiefgarage am Marstall ein „erweitertes Angebot“ in fußläufiger Distanz unter anderem zum Hildegardplatz bringe. Es sei zwar „kein großes Projekt“, so Singer, „aber ein pragmatisch pfiffiges“.

Lob für Belegschaft

Verbunden mit seinem tiefen Respekt vor der Leistung des gesamten 97-köpfigen Sozialbau-Teams konnte Singer einen Jahresumsatz in 2017 in Höhe von 57,0 Millionen Euro angeben. 31,8 Millionen Euro investierte das Unternehmen in Bauprojekte. Die Bilanzsumme beträgt 200,9 Millionen Euro (2016: 195,3 Millionen Euro) bei 40,7 Prozent Eigenkapital, entsprechend 81,7 Millionen Euro (2016: 76,3 Millionen Euro). Der Jahresüberschuss lag mit 6,7 Millionen Euro deutlich über dem von 2016 (6,4 Millionen Euro) – „ein Spitzenwert, so viel hatten wir noch nie“, freute sich Singer.

Zugleich wurde in den Jahren seit 2000 in großem Stil modernisiert, unter anderem durch neue Wärmedämmung, neue Aufzüge und Heizungsanlagen und auch in neue Bäder für 1500 Wohnungen wurde investiert – allein in 2017 insgesamt 10,2 Millionen Euro (2016: 9,5 Millionen Euro). „Wenn wir hinten fertig sind, fangen wir vorne wieder an“, wies Langenmaier darauf hin, dass für die nächsten fünf Jahre bereits weitere 50 Millionen Euro eingeplant seien, um die Instandsetzungen und Modernisierungen weiterhin auf hohem Niveau fortzuführen.

Personalgewinnung sei generell auch bei der Sozialbau ein Thema. Im Bereich der Hausmeisterei räumte Langenmaier ein, dass „unsere Blaumänner“ viele Jahre lang nicht genügend wertgeschätzt worden seien, sie aber „ein ganz wichtiges Element“ im Gefüge Sozialbau seien. So ermögliche die eigene Hausmeisterei dass handwerkliche Probleme binnen einem Tag gelöst werden könnten, wo sonst mit bis zu einer Woche Wartezeit gerechnet werden müsse.

Eine exponierte Stellung komme auch der ZEUS GmbH als Servicetochter der Sozialbau zu, die sich von der digitalen Versorgung der Miet- und Eigentumswohnungen sowie der digitalen WLAN-Versorgung in den Studentenwohnheimen über den Betrieb der 16 Heizwerke, über den Einbau der 12.000 Rauchwarnmelder und deren Wartung bis zum Veranstaltungsmanagement im Tagungszentrum „S4“ kümmere.

Ambitionierte Zukunftsprojekte

Mit der „Wohnbau-Offensive 2020“und damit dem „größten Neubauvolumen der Sozialbau seit Jahrzehnten“ setzt das Unternehmen nun noch eine ambitionierte Marke: 150 Millionen Euro plant das Unternehmen in den Bau von insgesamt 600 neuen Wohnungen (350 Eigentums und 250 Mietwohnungen) zu investieren, um den Druck auf dem hiesigen Wohnungsmarkt zu lindern. Bereits Ende letzten Jahre sei das erste Projekt nach dem „Kemptener Modell“, das „MehrGenerationenWohnen“ mit 36 barrierefreien Mietwohnungen zu vergünstigtem Mietpreis von 7,50 Euro/qm entstanden plus zwei Tiefgaragen mit zusammen 110 sowie 40 oberirdischen Stellplätzen. In Arbeit sind unter anderem die denkmalgeschützte „Sheddach-Halle“ als zweites Mietwohnprojekt im Rahmen des „Kemptener Modells“, „Wohnen im Calgeer-Park“ mit dem ehemaligen Lazarett – das dritte „Kemptener Modell“-Projekt – oder „Wohnen am Weiher“ in Thingers. Ende diesen Jahres soll die seit 2015 in mehreren Abschnitten erfolgte Bebauung der Jakobwiese komplett abgeschlossen sein. 

Ein „parkähnliches Gefühl“ beim Durchqueren bis zum Friedhof versprach Singer nach Fertigstellung des Projektes „Stiftsstadt-Wohnen“ auf dem ehemaligen Klinikgelände an der Memminger Straße. Und nachdem laut Singer eine gewisse Einsicht bei den Protestlern eingekehrt sei, soll im Herbst 2018 die Bebauung auf der „Funkenwiese“ beginnen. Eine Besonderheit an den 600 Neubauwohnungen sah Kiechle darin, „dass alle ohne einen einzigen Meter Neuerschließung“ gebaut werden könnten und er betonte, dass insgesamt großer Wert auf eine „vernünftige Nachverdichtung“ gelegt werde. Das führe aber zwangsläufig auch zu „Betroffenheiten“ wie beim Hubschrauber-Landeplatz (Einweihung des 5,5 Millionen teuren Hangars in Durach soll laut Langenmaier diesen Juli sein) oder eben der Funkenwiese, „weil ein gewohnter Blick oder eine Wiese nicht mehr so zur Verfügung stehen kann“. 

Politisch könne man das aber dann aushalten, „wenn man sicher ist, dass es die richtige Entscheidung ist“ und wenn es zum Wohle der Stadt sei. Mit großer Anerkennung erinnerte Kiechle auch an das Engagement der Sozialbau für den Hospiz-Neubau, für den sie die Projektentwicklung und -steuerung übernommen habe und damit dem Hospizverein praktisch 550.000 Euro „geschenkt hat“. Ende 2019 soll das Hospiz den dann Neubau am alten Standort wieder beziehen können.

Optimistischer Blick in die Zukunft

„Die Sozialbau ist bestens gerüstet, auch weiterhin einen hohen Beitrag für die Stadt Kempten und die Gesellschaft des Allgäus zu leisten“, stand am Ende des „optimistischen Ausblicks“ mit bereits über 2020/2021 hinaus angedachten Projekten.

Wohnbau-Offensive 2020

„Sheddach-Halle“ (46 Mietwohnungen)

„Jakobwiese-Südwest“ (98 Eigentumswohnungen)

„Stiftsstadt-Wohnen GbR“ (121 Miet-/Eigentumswohnungen)

„Wohnpark „Funkenwiese“ (175 Miet-/Eigentumswohnungen)

„Wohnen im Calgeer-Park“ (53 Mietwohnungen)

„Wohnen im Calgeer-Park“ (45 Studentenwohnungen)

„MehrGenerationenWohnen“ (36 Mietwohnungen)

„Wohnen am Weiher“ (21 Mietwohnungen)

Sozialbau (Stand 31.12.2017) in Zahlen

Jahresüberschuss: 6,7 Mio. Euro

Jahresumsatz: 57,0 Mio. Euro

Bauinvestitionen: 31,8 Mio. Euro

Bilanzsumme: 200,9 Mio. Euro

Eigenkapital: 40,7 Prozent

Mietwohnungen: 3864

Durchschnittsmiete: 5,56 Euro/qm

Gewerbeeinheiten: 496/59.000 qm

Verwaltete Eigentumswohnungen: 2153

Pkw-Parkplätze: 6245

Mitarbeiter: 97 (Vollzeit), davon 9 Auszubildende, plus 19 Teilzeit-/Geringfügig-Beschäftigte und weitere 17 in der Servicetochter ZEUS GmbH

Christine Tröger 

Auch interessant

Meistgelesen

Beim Jugendtheater Martinszell rettet Lilli uns – und die Farben
Beim Jugendtheater Martinszell rettet Lilli uns – und die Farben
Vivid Curls übertreffen in der Sankt-Georgs-Kirche alle Erwartungen
Vivid Curls übertreffen in der Sankt-Georgs-Kirche alle Erwartungen
Ärgernis am Rande eines Unfalls
Ärgernis am Rande eines Unfalls
Keine Stille Nacht allein unterm Baum
Keine Stille Nacht allein unterm Baum

Kommentare