Soziale Arbeit

Walter Jungwirth hat der Diakonie beim Aufbau eines Arbeitsprojektes geholfen: Einer Fahrradwerkstatt. Am 8. April gibt es eine erste Versteigerung von Fahrrädern. Foto: moriprint

Ein Rad ohne Sattel, im Reifen eine Acht, das Lenkrad verbogen – der Kemptener „Otto-Normal-Radler“ macht um solche „Schätzchen“ einen großen Bogen. Das Diakonische Werk Kempten-Allgäu hat dazu hingegen ein Arbeitsprojekt in ihrem D + W-Werkhaus im Stiftallmey entwickelt: Die Radwerkstatt. Unter der Anleitung von Walter Jungwirth aus Waltenhofen reparieren und schrauben hier Menschen mit einem psychischen Handicap die Räder wieder funktionsfertig zusammen. Jetzt sollen die bisher reparierten Fahrräder in einer Versteigerung den Besitzer wechseln: Am kommenden Freitag, 8. April, zwischen 14 und 16 Uhr findet auf dem Gelände des Werkhauses im Stiftallmey 18 (neben dem TÜV) eine 1. Auktion von rund 25 Rädern statt.

Das Werkhaus gibt es seit etwa zwei Jahren und es beherbergt unter anderem das Holzprojekt des Sozial- psychiatrischen Zentrums (SPZ), die Kleiderannahme für das D + W Kaufhaus – und eben auch den Fahrradservice. Es ist wie die anderen als Zuverdienstprojekt für psychisch kranke oder von Krankheit bedrohte Personen gedacht. Donnerstags geöffnet Jeden Donnerstag zwischen 9 und 12 Uhr ist der Radl-Service geöffnet. Geleitet wird die Werkstatt ehrenamtlich von Walter Jungwirth. Als Verwaltungsratsvorsitzender Helmut Mölle ihn ansprach, sagte er spontan zu. Immerhin ist Jungwirth ein Experte in Sachen „Drahtesel“: Über 30 Jahre betrieb er in Kempten – zuerst im Beginenhaus und später in der Lindauer Straße – und dann in Waltenhofen ein eigenes Fahrradfachgeschäft. Eine Konkurrenz zum regulären Fahrradfachbetrieb sieht der ehemalige Unternehmer nicht: „Das hier ist soziale Arbeit.“ Und es sei hilfreich für die, die eben „nur“ bis zu 40 Euro für ein Rad ausgeben könnten. Den aktuellen Bestand hat Jungwirth vom Fundbüro, auf dem Wertstoffhof oder bei Bekannten erstanden. „Anfangs mussten wir einiges an Material zukaufen, aber inzwischen haben wir einen gutes Fundus an Ersatzteilen“, freut er sich. Und auch das „Sortiment“ kann sich sehen lassen: Kinderräder, Trekkingräder, Mountainbikes, Sport- und Stadträder… Auf die Fahrradversteigerung freut er sich. „Unsere Räder sind funktionstüchtig, das heißt sie können zu Fuß kommen und mit dem Fahrrad heimradeln.“ Der Erlös der Auktion ist übrigens für das SPZ gedacht, zur Deckung der bisher gekauften Ersatzteile und für die Arbeitsprojekte im DW.

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