Mit Spannung erwartete Premiere

Im Atelier Guenter Rauch sind neue Bilder zum Thema „Öffne die Tür für eine andere Welt“ ausgestellt. Foto: Veranstalter

Die Vorbereitungen zur ersten KunstNachtKempten am kommenden Samstag, 8. Oktober, laufen auf Hochtouren, um ein mannigfaltiges Kulturangebot präsentieren zu können. Anlass zur KunstNacht ist die landesweite Ausstellung aller bayerischen Regionalverbände des BBK mit dem Titel „beLICHTet“. Die Exposition findet vom 2. bis 29. Oktober in der Residenz statt. Dazu laden unter dem Motto „Kunst entdecken und erleben“ in der KunstNacht an verschiedenen Standorten der Innenstadt Kunst, Illumination, Musik, Tanz und Kulinarik zum Flanieren und Verweilen ein. Über 100 Künstler präsentieren ihre Werke und stellen sich in ihren Ateliers dem Dialog mit den Besuchern.

Die Vielfältigkeit der gezeigten Werke – Filmkunst, Fotografie, Objekt, Installation, Performance, Hörkunst, Malerei und Handwerk – initiiert eine außergewöhnliche Form der Kunstbegegnung. Ein Highlight ist die Illumination von sieben Stadtbrunnen: Dank lokaler „Brunnenpaten“ verwandeln sich am Abend St.-Mang-Brunnen, Rathausbrunnen, Wasserrad am Mühlbachquartier, Theaterwolke, Residenzbrunnen, Kornhausbrunnen sowie Entenbrunnen an der Kunsthalle zu leuchtenden Anziehungspunkten mit unterschiedlichen Lichtkonzepten. An diesen Lichtbrunnen kommen fünf verschiedene Tanzchoreografien zur Aufführung – von „Breakdance bis Schwanensee“. Nicht nur für die Großen, auch für die Kleinsten ist ein abwechslungsreiches Programm geboten. Um Kindern und Jugendlichen ebenfalls einen Zugang zur Kunst zu ermöglichen, veranstaltet das Kulturamt am Nachmittag von 14 bis 17 Uhr ein eintrittsfreies KinderKunstFest im Innenhof der Residenz. In einem großen Parcours mit neun Stationen haben Kinder die Möglichkeit, ihre Kreativität unter Beweis zu stellen und selbst Kunst zu schaffen. Sie können leuchtende Lichtgestalten bauen, Farbmonster fliegen lassen, beim „SpontanOrchester“ Krach machen oder Luftballone zu einer Ballonallee steigen lassen. Das Figurentheater „Ferdinande“ zeigt ein Altpapier- und Lumpentheater, das die Kinder spielerisch einbindet. Aber auch für das leibliche Wohl der Besucher soll gesorgt sein. Neben den künstlerischen Stationen laden Live-Musik und lukullische Genüsse zum Verweilen, Erleben und Genießen entlang der KunstNacht-Route ein. Denn schon bei den alten Griechen waren Gaumenfreuden Teil der Lebenskunst „ars vivendi“ und dürfen daher am Abend nicht fehlen. Die beteiligten Gastronomen warten mit teilweise speziellen KunstNacht-Angeboten auf. Auf einer Tour durch die KunstNacht können die Gäste zehn Ausstellungen, sechs Galerien, fünf private Ateliers, Schauräume, Prunkräume und weitere Kunstorte, darunter Kunst in Parkhäusern, besuchen. Auf dem Programm stehen Ausstellungen wie die Schau Berliner Künstler in der Kunsthalle, darunter André Butzer. Der Allgäuer Künstler und Kunstprofessor Stephan Huber referiert im TheaterOben mit „From the bergs – Weltkunst und Regionalismus“ Kommentare und Bilder. "Kunstwohnzimmer" Ein paar Stationen weiter wird mit der „artig’11“ in der Markthalle am Königsplatz ein „langes Kunstwohnzimmer“ initiiert mit Ausstellung und Künstlergesprächen zu den Werken. In der AÜW-Stadtsäge stehen ein Maler und ein Bildhauer aus Kempten mit Arbeiten auf Papier und aus Beton im bildnerischen Dialog. Als Kontrastpunkt zu lockerer Atmosphäre mit Loungemusik widmet sich die Galerie Sargladen dem Thema „Leben und Tod“. Die Ausstellung von Särgen, Urnen und Kreuzen – jedes einzelne Objekt ein absolutes Unikat – ist laut Veranstalter deutschlandweit einzigartig. Kostbares Juwel Passend zu dem philosophischen Themenkomplex „Leben und Tod“ beschäftigt sich die in Kempten lebende Künstlerin Heidi Netzer mit Stimmungen und Gefühlen. Sie stellt ihre Ausstellung unter das Motto „En passant“ – im Vorbeigehen – so nehmen Menschen Situationen und Landschaften wahr. Aber nicht nur Ateliers und Galerien sind an der KunstNacht beteiligt. Auch das Einrichtungshaus Marti am Kornhaus zeigt ein besonderes Unikat, den „Sessantuna – 2011“, einen Tisch des Star-Architekten Gaetano Pesce. Als Symbol der 150-jährigen Einheit Italiens sind die 61 Regionen jeweils als unverwechselbarer Tisch gestaltet. Bei Marti ist die weltweit einzige Nr. 45 – Apulien – zu sehen sowie die Geschichte der Entstehung. Genauso wie das Einrichtungshaus öffnet die Volksbank ihre Pforten und macht ein kostbares Rokoko-Juwel im Zentrum der Stadt für die Öffentlichkeit zugänglich: den ehemaligen bürgerlichen Festsaal der Reichsstadt Kempten. Der so genannte Ponikau-Saal wurde 1740 mit Stuckaturen und Malereien von Johann Georg Üblher und Franz Georg Hermann ausgebaut und ist heute nur selten zugänglich. Am Abend der KunstNacht gibt es eine Führung, einen Chorauftritt sowie eine Videoperfomance von Veronika Dünßer-Yagci. Der Künstler Guenter Rauch öffnet sein Atelier im größten Industriedenkmal der Stadt, der ehemaligen Weberei. An der Iller gelegen, beschäftigt ihn das Thema Energie, wozu er eine interaktive Aktion anbietet: Die Besucher können mit Mini-LEDs werfen und auf diese Weise an der Außenfront eine „Porta Alpinae“ zum Leuchten bringen. Außerdem ist in seinem Atelier die Ausstellung „Öffne die Tür für eine andere Welt“ zu sehen. Zuletzt sei noch das Kunstkabinett, das heuer sein 50-jähriges Jubiläum begeht, erwähnt. Es präsentiert im Rahmen der Ausstellung zum Thema „Transparenz“ Werke von Künstlern aus der Region, der Kemptener Partnerstadt Trient sowie aus der Sammlung Dr. W. Maul. Der Eintritt zur KunstNacht beträgt sechs Euro für Erwachsene und drei Euro für Schüler/Studenten. Die Karten im ermäßigten Vorverkauf kosten fünf bzw. zwei Euro. Der Eintritt für Kinder bis zehn Jahre ist frei. Weitere Informationen zur KunstNachtKempten unter gibt es auch im Internet unter www.museen-kempten.de.

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