Sparkasse Allgäu legt nach

Einstand nach Maß: Der neue Vorstand der Sparkasse Allgäu um Manfred Kreisle (v.l.), Vorstandsvorsitzender Manfred Hegedüs und Heribert Schwarz. Foto: Sparkasse

Gelungener Einstand für den neuen Vorstand der Sparkasse Allgäu: Nachdem im Vorjahr die Bilanzsumme erstmals die Vier-Milliarden-Euro-Hürde riss, konnte der neue Vorstandsvorsitzende Manfred Hegedüs am Dienstag nochmals eine Verbesserung vermelden. So hat die Bank 2011 nicht nur ihre Bilanzsumme auf über 4,1 Milliarden Euro gesteigert. Auch die in Krisenzeiten wichtige Eigenkapitalsubstanz konnte laut Hegedüs auf rund 2,7 Milliarden Euro gestärkt werden. Vor allem das Immobiliengeschäft boomte im vergangenen Jahr.

Von Aufregung oder Nervosität war beim neu zusammen gestellten Vorstand der Sparkasse Allgäu bei seiner ersten Bilanzpressekonferenz am Dienstagmorgen nichts zu spüren. Warum auch? Nach dem Rekord im Vorjahr konnte sich die Bank 2011 erneut leicht verbessern. „Es ist uns gelungen, die Einlagen und Ausleihungen stabil zu halten und ein weiter verbessertes Betriebsergebnis zu erzielen“, berichtete der neue Vorstandsvorsitzende Manfred Hegedüs. Ein Grund dafür sei sicherlich die insbesondere im Allgäu „robuste“ Wirtschaftslage gewesen. „Für die Betriebe war das ein sehr stabiles Jahr“, so Hegedüs. Aber auch den heimischen Konsumenten und damit der Sparkasse spielte der Boom am Arbeitsmarkt in die Karten: So legten die Neuausleihungen an Privatpersonen laut Vorstand Heribert Schwarz leicht auf rund 160 Millionen Euro zu. Allein 118 Millionen davon flossen in den Wohnungsbau. „Das zeigt, dass die Immobilie gerade in der heutigen Zeit nach wie vor stark gefragt ist“, betonte Schwarz. Mit insgesamt 2,5 Milliarden Euro bewegte sich das gesamte Kredit-Volumen auf Vorjahresniveau (-0,5 Prozent). Profitiert vom Aufschwung hat vor allem auch das Immobiliengeschäft: Mit knapp 300 verkauften Objekten in 2011 verzeichnete die Sparkasse Allgäu ihr bestes Ergebnis aller Zeiten, wie es am Dienstag hieß. Dabei hätten die Sparkassen-Makler angesichts der enormen Nachfrage nach „Betongold“ noch weitaus mehr Umsatz machen können. Allerdings mangelte es an angebotenen Immobilien, da sich viele Eigentümer im Zuge der Finanzmarktkrise nicht von ihren Objekten trennen wollten. Harter Wettbewerb Beim Einlagengeschäft berichtete Vorstandsmitglied Manfred Kreisle von gleichgebliebenen Beständen in Höhe von knapp 3,1 Milliarden Euro – trotz des harten Wettbewerbs mit staatlich gestützten Konkurrenzbanken. „Das sind nicht marktgerechte Institutionen“, kritisierte Vorstandsvorsitzender Hegedüs die staatlichen Stützen. „Sie schaden den Marktmechanismen und der Wirtschaft“, sagte er. Kräftig zugelegt haben indes Anlageformen wie der Bausparvertrag: Die Bestände legten um 7,9 Prozent auf 203 Millionen Euro zu, die Bauspar-Neuabschlüsse um 4,3 Prozent auf 168 Millionen Euro. Damit stehe die Sparkasse Allgäu nach wie vor in Bayern an der Spitze. Auch bei der Altersvorsorge hätten die LBS-Wohn-Riesterverträge die Konkurrenzprodukte hinter sich gelassen. Mit knapp 2100 Verträgen habe die Bank 2011 25 Prozent mehr im Bestand gehabt als noch 2010. Angesichts der guten Rahmendaten blickt der neue Vorstand optimistisch in die Zukunft. „Wir begegnen den Herausforderungen mit dem nötigen Respekt, aber auch dem Wissen, dass wir ihnen gewachsen sind“, betonte Vorstandschef Hegedüs. Zwar sei die jetzt vorgestellte Bilanz zum Großteil noch vom alten Vorstand unter Martin Haf zu verantworten, so dessen Nachfolger Hegedüs. Die neue Führungsriege werde aber den nachhaltigen Kurs des Kreditinstituts „im wesentlichen mit unveränderter Strategie“ fortsetzen. „Der genetische Code Sparkasse bleibt“, so Vorstandsmitglied Schwarz. Neue Aufgaben Tatsächlich steht die Sparkasse Allgäu heuer vor nicht unerheblichen Herausforderungen: Wegen des Banken-Regelwerks Basel III mussten die Allgäuer Bänker ihre „stillen Reserven“ offenlegen. Der geplante Kauf der LBS wird die Bilanz ebenfalls belasten. Vor Ort schlägt die Einführung des einheitlichen SEPA-Zahlverfahrens, das ab 2014 die nationalen Überweisungen und Lastschriften ersetzt, voll durch. „Diese Umstellung ist die bisher größte Herausforderung im Zahlungsverkehr seit Einführung des Euro“, betonte Manfred Hegedüs. Außerdem plant die Bank noch heuer die Einführung des kontaktlosen Bezahlens.

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