Umwandlung in SB-Stellen

Neue "Filialstruktur"

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Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Manfred Hegedüs.

Kempten/Allgäu – Was viele andere Banken schon länger und zum Teil sehr umfassend vollzogen haben, steht nun auch bei der Sparkasse Allgäu an. Die Filialstruktur wird an das veränderte Kundenverhalten angepasst.

In zweiter Linie spielt auch die anhaltende Niedrigzinspolitik eine Rolle und der daraus resultierende „Druck auf die Erträge“, die sich bis 2020 laut Prognose von Manfred Hegedüs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Allgäu, „um die Hälfte reduzieren werden“.

Das allerdings sieht der Sparkassen-Chef auf Nachfrage des Kreisboten lediglich als „Katalysator“ für den eigentlichen Handlungsgrund: dass auch im Privatkundenbereich bereits „knapp über 50 Prozent“ der Kunden nicht nur „online freigeschaltet sind“, sondern im Netz auch Anfragen und vieles mehr abwickeln. In der Filiale werden laut Hegedüs zwar die Automaten genutzt, zur Beratung am Schalter erscheinen Privatkunden aber nur „noch maximal zwei Mal pro Jahr“. Dagegen seien Nutzer einer Smartphone-App im Schnitt 133 Mal im Jahr und damit „alle drei Tage“ auf virtuellem Besuch in der Sparkasse, beispielsweise, um Konten abzufragen oder Überweisungen durchzuführen.

Allerdings, betont Hegedüs, sollen nicht nur insgesamt 14 Filialen allgäuweit (siehe Infokasten) abgebaut beziehungsweise alle der 14 Filialen in SB-Stellen umgewandelt werden, sondern entsprechend der steigenden Kundennachfrage parallel in die Digitalisierung investiert werden. Konkret heißt das, unter anderem: Ausbau der eigenen Telefonberatung, wie sie bereits seit einigen Jahren in Füssen und Sonthofen praktiziert werde. Hegedüs betont, dass es hier nicht um Call-Center gehe, sondern um Beratungen durch Sparkassen-Mitarbeiter, und dass dort „alle Serviceangelegenheiten“ durchgeführt werden können – außer Abheben von Bargeld. Als zweite Säule betrachtet Hegedüs das so genannte „Electronic Banking Team“, das für alles zuständig sei, „was unbar“ läuft, wie Kartenzahlungen. Als Pilotprojekt soll in diesem Bereich 2016 das „plus Giro-Go“-Verfahren starten, das für das Bezahlen kleinerer Beträge mehr Komfort bringen soll. Dabei werde, so Hegedüs, ein vereinbarter Betrag auf eine Karte geladen, zum Beispiel 50 Euro, und beim Bezahlen nur noch abgescannt. Wird die vereinbarte Untergrenze, zum Beispiel 20 Euro, dabei erreicht oder unterschritten, wird automatisch gleich wieder komplett aufgeladen. Als dritte Säule nennt Hegedüs neue Stellen im Online-Banking“, wo man künftig aktiver auf Kunden zugehen möchte, „wenn wir denken, dass es Bedarf gibt“.

Verbesserungen sind auch beim Internetauftritt des Kreditinstituts geplant, der im kommenden Jahr ein interaktives Agieren der Kunden ermöglichen soll. In der Praxis heißt das, der Kunde füllt seinen Sparvertrag, Antrag für eine Kreditkarte oder für ein Anschaffungsdarlehen selbst im Netz aus und eine Maschine entscheidet über die Genehmigung. Einsparungen soll es ferner unter anderem durch „Straffen der Führungsstruktur“ geben.

Folgende Filialen werden in SB-Stellen umgewandelt:

Sulzberg Betzigau Wildpoldsried Weißensee Füssen-West Rosshaupten Buching Stötten Görisried Ronsberg Aitrang Missen Sonthofen-Rieden Burgberg

Christine Tröger

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