Da fliegen Brocken vom Herzen

Neues Zuhause für Christoph 17 

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Durach/Kempten – Weit flogen die Erdbrocken, die die Honoratioren beim Spatenstich aus der Wiese hoben. Mit ihnen beginnen die Bauarbeiten für das neue Dienstgebäude und den Hangar von Rettungshubschrauber Christoph 17 in Durach nahe des Friedhofs.

Sowohl Projektträger Sozialbau als auch der Rettungszweckverband zeigten sich erleichtert darüber, dass Christoph 17 nun endlich ein neues Zuhause bekommen soll. „Vor sechs Jahren haben wir den Auftrag bekommen, einen neuen Standort zu suchen, das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen“, sagte Sozialbau-Geschäftsführer Herbert Singer (5.v.r.). Infrastruktur, Finanzen, Einsatzorte und nicht zuletzt der Lärm. Viele Faktoren hatten bei der Ortswahl berücksichtigt werden müssen. Nachdem aus 19 überprüften Standorten zuletzt Durach und Ursulasried übriggeblieben waren, hatte sich in Durach, wo wiederum vier Standorte zur Wahl standen, Widerstand aus den Reihen der Bürger formiert. Im Januar 2016 entschied sich der Gemeinderat schließlich, dem Duracher Standort 2 nahe dem Friedhof zuzustimmen, unter der Prämisse, einen gewissen Einfluss geltend machen zu können. Von „einem guten Tag für die Luftrettung“ sprach der Vorsitzende des Rettungszweckverbandes, Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle (4.v.r.), „Wir haben einen Standort, der sicherstellt, dass Hilfe dort hinkommt, wo sie benötigt wird“. Sein Dank galt allen, die das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verloren hatten – im Speziellen nannte er hier den für die Projektierung verantwortlichen Martin Langenmaier (2.v.l.), stellvertretender Geschäftsführer der Sozialbau, der sich in alle Richtlinien, 40 internationale und nationale Gesetze hineingefuchst und von Brandschutz bis Flugfeldbeobachtung über deren Einhaltung gewacht hatte. Außerdem musste er insgesamt 14 Projekt-Parteien vereinen: von Bundespolizei, Rotem Kreuz und Crew über Stadt und Land bis hin zu den Krankenkassen als Kostenträger. „Total erleichtert, dass der bereits getroffenen Entscheidung Taten folgen“, war Stadtdirektor Wolfgang Klaus (5.v.l.), der auch Geschäftsführer des Rettungszweckverbandes ist. Er hatte die mühselige Entwicklung von Anfang an miterlebt. Auch, dass die Krankenkassen die Kosten vollständig übernehmen, freut ihn. Etwas nüchterner ist da Durachs Bürgermeister Gerhard Hock (4.v.l.) im Gespräch mit dem Kreisboten. Er hält zwar den Standort direkt am Klinikum nach wie vor für die bessere Alternative, doch nennt er die künftige Heimat von Christoph 17 in Durach „eine für alle vernünftige Lösung, aus vielerlei Hinsicht“. Die Bedingungen der Gemeinde sieht Hock erfüllt. „Wir sind in alle Schritte eingebunden und sitzen überall am Tisch“, sagt er. So spricht die Gemeinde beim Aussehen des Hangars mit, der zur Landschaft passen soll. Auch durch die Einrichtung von Flugkorridoren sind die Verantwortlichen der Gemeinde entgegengekommen: Das Überfliegen soll vor dem Ortsteil Feuerschwenden aufhören. Letztendlich schätzt Hock die Zustimmung der Duracher zum gewählten Standort auf 80 Prozent oder mehr ein, denn dort störe der Fluglärm des Helikopters viel weniger als bei der Übergangslösung direkt am Flugplatz. Für die Einweihung nannte Sozialbau-Geschäftsführer Singer den geplanten Zeitpunkt vor dem Winter 2018/2019. Die Ausschreibungen für die Bauarbeiten haben gerade begonnen. Das klingt vielversprechend. Weitere Aushübe warfen Andrew Notz (1.v.l.), der die Projektsteuerung und Baubetreuung für das Luftrettungszentrum bei der Sozialbau inne hat; Bundespolizei-Pilot Holger Barke, dessen Fliegerstaffel in Oberschleißheim vier Piloten stellt; der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz (3.v.r.); Kreisgeschäftsführer vom BRK Oberallgäu Alexander Schwägerl (2.v.r.) und Remigius Läufle, Flugplatzleiter in Durach. 

Susanne Kustermann

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