Spiegelbild der Gesellschaft

Der Gang durch die Ausstellung „Bilder vom Alter(n)“ in der städtischen Galerie ist schon von den Räumlichkeiten her ein Genuss. Fotos: Schubert

Nach einer längeren Pause ist nun wieder eine hochkarätige Ausstellung in den Räumen der Städtischen Galerie im Isnyer Schloss für die Öffentlichkeit zugänglich. Fotografie ist in der präsentierten Art seit Jahrzehnten anerkannte Kunstform und mit Hilfe der Kamera ist es möglich, Situationen und Charaktere einfühlsam und treffend darzustellen. Alt und älter werden ist in dieser Ausstellung das zentrale Thema.

Es ist nicht leicht vor einer Kamera zu stehen und dem Menschen hinter der Kamera einen Teil seines ganz persönlichen Lebens offen zu legen. Und es ist mindestens genau so schwer, mit Achtung vor dem Mitmenschen einen Moment in seinem Leben fest zu halten und trotzdem Würde und Rücksicht zu wahren. Genau das ist in der Ausstellung „Bilder vom Alter(n)“ aber gelungen. Unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, und durch die Vorbereitung der Akademiegruppe „Altern in Deutschland“ wurden über 400 fotografische Arbeiten eingereicht, die sich in verschiedene Kategorien einteilen ließen: Altern, alt und neu, Arbeit- Tätigkeit, Bewegung, Sport, Freizeit, Generationen, Paare und Intimität, Ausdruckskraft des Alters und gewonnene Jahre und Endlichkeit. Sabine Aichele-Elsner, Koordinatorin der Ausstellung, wurde zusammen mit Karin Hoser vom Kulturbüro der Isny Marketing mit dem Aufbau der Ausstellung betraut. Aichele-Elsner begleitete die 82 Fotografien umfassende Dokumentation an alle fünf bisherigen Ausstellungsorte. Am 6. September 2010 ins Haus der Wissenschaft in Braunschweig, dann nach Stuttgart, München, Berlin, Bonn und nun nach Isny im Allgäu. Einem Ort, der nach Aussage des Bürgermeisters Rainer Magenreuter nicht nur phantastische Ausstellungsmöglichkeiten vorweisen kann, sondern auch nach demografischer Prognose im Jahr 2030 die meisten Menschen der Altersgruppe der Senioren im Landkreis aufweisen wird. Einer Stadt, in der von 14 500 Einwohnern heute schon mehr als 3600 Bürgerinnen und Bürger über 60 Jahre alt sind. Bewusst wahrnehmen „Da brauche ich nicht hin zu gehen, ich schau einfach in den Spiegel“ ist jedenfalls das falsche Argument im Zusammenhang mit der Ausstellung. Das Alter(n) bewusst wahrnehmen, darüber reden und diskutieren und letztendlich akzeptieren ist da schon die bessere Richtung. Zur Ausstellungseröffnung vergangene Woche hatten mehr als 100 Besucher im Refektorium des Schlosses zu den Klängen des Leutkircher Hausmusikkreises, Grußworten des Bürgermeisters und einer Einführung in die Ausstellung durch Aichele-Elsner (Studium der Philosophie und Kunstgeschichte) den „richtigen Draht“ zu den Exponaten bekommen. Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Juli in der städtischen Galerie zu sehen. Geöffnet hat sie mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr.

Auch interessant

Meistgelesen

Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Indien trifft Allgäu
Indien trifft Allgäu
Kutter wird fündig
Kutter wird fündig
Zwischen Romantik und Realität
Zwischen Romantik und Realität

Kommentare