(Spiel)Platz für Jung und Alt

"Leben der Römer nachstellen"

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Baureferentin Monika Beltinger und der freie Landschaftsarchitekt Florian Waltner erklären das Konzept für den geplanten Römerspielplatz.

Kempten – Auf dem Spielplatz beim Archäologischen Park Cambodunum wird ein Stück zweitausend Jahre alte Geschichte erlebbar. Das Gelände soll in einen Römer- spielplatz umgestaltet werden. Der Baubeginn ist noch offen. Am Dienstagabend informierten sich Bürger und Anlieger über das Konzept für das Vorhaben.

„Von der Lage her ist dies einer der schönsten Spielplätze in der ganzen Stadt“, sagte Baureferentin Monika Beltinger. Aber die Ausstattung sei veraltet. Der Spielplatz solle thematisch an den Archäologischen Park Cambodunum angepasst werden. „Das Thema Römerstadt, das sonst nur unter der Erde stattfindet, soll an die Oberfläche geholt werden.“ Den Entwurf habe das Landschaftsarchitekturbüro Geiger und Waltner ausgearbeitet. „Es ist noch kein fertiger Ausfüh-rungsplan, sondern eine Konzeption.“ Im November diskutiere der Stadtrat darüber, ob der Spielplatz im nächsten Jahr umgestaltet wird.

„Wir wollten das historische Leben der Römer nachempfinden und es nachstellen“, erklärte Florian Waltner, freier Landschaftsarchitekt. Der Rö-merspielplatz habe eine Fläche von rund 5000 Quadratmetern und reiche bis zur Seilbahn. Die Bäume sollen erhalten bleiben und Orientierung für die Grundstruktur bieten. Man habe die Wegeverbindungen analysiert und überprüft, welche Wegebeziehungen ele-mentar sind. „Es gibt je einen Bereich für kleine, große, ältere und moderne Römer“, kündigte Waltner an. Über Achsen, die zur Römerzeit Straßen waren, versuche man, den Bezug zur historischen Siedlung herzustellen. Blumenrasen sollen diese Achsen darstellen. Im ersten Bauabschnitt entstünden die Bereiche für die kleinen und großen Römer, im zweiten Bauabschnitt jene für die älteren und modernen Römer.

„Der Vorplatz vor der Taberna soll offener und mit Sitzmöglichkeiten gestaltet werden“, so Waltner. Der Bereich um das Gebäude solle aufgewertet werden, da er stark zugewachsen sei. Geplant seien eine Sandspielfläche, die in ein Römerschiff eingebaut wird, ein Römerwaschplatz und eine Töpferwerkstatt. Da Kinder Wasser lieben, werde auch das nasse Element eine Rolle spie-len. Ein Aquädukt mit Stauklappen und Schöpfwasserrad führe zum Bereich der großen Römer. Dabei diene eine Spirale als Schöpfmechanismus. Im östlichen Teil seien Rampen für Rollstuhlfahrer vorgesehen. Im Bereich der großen Römer entstehe eine römische Polizeistation, die im Grundriss nachgebildet werde. Außerdem solle eine Stadtvilla mit der Möglichkeit zum Balancieren nachempfunden werden. „Trotzdem sind auf dem Gelände noch Rennen und Ballspiele möglich“, versicherte Waltner.

Ruhegarten geplant

Für die älteren Römer wolle man einen Ruhe- und Mußegarten als zentralen Platz anlegen. Ein Kräuter- und Gemüse- garten diene als Verlängerung. Für das römische Ballspiel, bei dem ein Ball über eine Schnur gebracht werden muss, werde eine Fläche geschaffen. „Es werden auch Plätze für Entwicklungsmöglichkeiten frei-gehalten“, so Waltner. Das Konzept ziele auf verschiedene Altersgruppen und alle Generationen ab, meinte Beltinger.

„Der Spielplatz muss eingezäunt werden, da er sonst zum Hundeklo wird“, forderte ein Anwohner. „Die historischen Mauern sollen eventuell aufgemauert werden und als Begrenzung dienen“, erklärte Florian Waltner. „Ich finde toll, dass die alten Grundmauern in den Spielplatz eingebunden werden“, meinte die Stadträtin Claudia Dress (CSU). Pro Bauabschnitt rechne man mit zweieinhalb bis drei Monaten Bauzeit, so Waltner. Laut Monika Beltinger liegt der Kostenumfang für die Umgestaltung bei rund 450 000 Euro.

Franziska Kampfrath

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