Auf dem Weg zur Spitze

Bis zum Ende des Jahres werden mehr als 600 Menschen mit Behinderung bei der Allgäuer Werkstätten GmbH (AW) beschäftigt sein. Für 2020 liegen die Prognosen nochmals um 230 Personen höher. „Noch ist bei uns die Spitze der demographischen Entwicklung nicht erreicht“, informierte Geschäftsführer Michael Hauke die Eltern und Betreuer bei den aktuellen Versammlungen in der Werkstattzentrale in Kempten und der Außenstelle in Sonthofen.

Aktuell bietet die AW Arbeiten in neun verschiedenen Geschäftsfeldern (unter anderem Lettershop, Wäscherei, Montage, Schreinerei, Seifenproduktion) an. Für die Lebenshilfen Kempten und südlicher Landkreis Oberallgäu als Träger der Werkstatt ist diese Arbeitsvielfalt auch ein Betrag zur Inklusion. Bei der Elternversammlung legte Geschäftsführer Hauke unter anderem den Fokus auf dieses neue „Schlagwort“, ausgegeben von der UN-Konvention. „Die Werkstatt ist ein Ort beruflicher Teilhabe“, gab der Geschäftsführer den Index für Inklusion wider. „Wir sind aufgefordert, Menschen mit Behinderung noch besser zu integrieren.“ Wertschätzung sei selbstverständlich. Teilhabe geschehe ebenso über den Werkstattrat, der bei vielen Bereichen ein Mitspracherecht habe. Ergänzend schaffe man Außenarbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. Hier meinte AW-Sozialbereichsleiter Jens Geiger, dass man diese Vermittlung sehr sensibel und immer individuell angehen müsse. Und es sei wichtig zu wissen: „Auch mit einem Außenarbeitsplatz bleibt der Beschäftigte mit Behinderung ein Mitarbeiter der Allgäuer Werkstätten.“ Nach wie vor befindet sich die Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) in Kempten im Wachstum: Da die Zahlen hauptsächlich aus den Abgängen aus der Tom-Mutters-Schule der Lebenshilfe Kempten sowie der Astrid-Lindgren-Schule vom Verein Körperbehinderte Allgäu basieren, sind diese ziemlich gesichert. Die kontinuierliche Veränderung der Beschäftigten-Zahlen bringt für die Allgäuer Werkstätten stets auch bauliche Anpassungen mit sich. Aktuell steht der Umbau in der Zeppelinstraße an. Nachdem im vergangenen Jahr die Integrationsgesellschaft Allgäu (IGA) und InJob in das benachbarte BIA-Gebäude umgezogen sind, sollen hier weitere 60 WfbM-Plätze entstehen sowie ein Förderstättenbereich mit 30 Plätzen. Gleichzeitig werden die Arbeitsbereiche optimiert. So zieht der Montagebereich und Metallbereich ins Erdgeschoss um. Parallel dazu beginnen die Planungen für ein weiteres Bauvorhaben in Sonthofen. Hier soll nun endlich nach vielen Jahren des Wartens 2011 eine Förderstätte in der Nähe der WfbM entstehen. „Beschäftigte mit schwerst- und mehrfach Behinderungen aus Oberstdorf oder Balderschwang sind dann endlich wohnortnah versorgt“, so Hauke. Neben 12 Förderstättenplätzen sind zudem 18 WfbM-Plätze geplant.

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