Erfolge, Ehrenamt & Unterhaltung

Mit der Sport-Gala bedankt sich der Stadtverband der Sportvereine bei Kemptener Spitzensportlern

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191 Sportlerinnen und Sportler freuten sich über die Auszeichnung mit Gold, Silber und Bronze.

Kempten – Mountainbikerin Nadine Rieder vom Radsportclub Kempten, Kletterer Philipp Martin und die Kunstturnerinnen des Turnvereins Kempten hatten am Samstag einen großen Tag. Sie wurden bei der Sport-Gala der Stadt Kempten für ihre herausragenden sportlichen Leistungen besonders geehrt.

Und auch die Zuschauer erlebten einen unterhaltsamen Abend mit Musik, Tanz und Zauberkunst. Wieder einmal zeigte sich, wie viel Engagement auch die Breitensportler in ihr Hobby investieren.

Die diesjährige Sport-Gala, die bereits zum 39. Mal vom Stadtverband der Sportvereine der Stadt Kempten veranstaltet wird, ehrte traditionsgemäß die besten Athletinnen und Athleten des vergangenen Jahres. Für sportliche Erfolge auf bayerischer Ebene bis zum Weltmeister-Titel wurden durch Oberbürgermeister Thomas Kiechle auf der Bühne des mit 600 Gästen besetzten Stadttheaters Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, sowie Urkunden verliehen. 191 Sportlerinnen und Sportler konnten sich über die Auszeichnungen für ihre sportlichen Erfolge im Jahr 2019 freuen. Sie wurden mit insgesamt 35 Goldmedaillen, 70 Silbermedaillen und 86 Bronzemedaillen geehrt. Die Sport-Ehrennadel 2019 für außergewöhnliche, ehrenamtliche Verdienste um den Sport in Kempten ging an Arthur Nothelfer von der Schützengesellschaft Hildegardis 1883 Kempten e.V. und Philipp Frank vom TV Kempten.

Dabei gab es heuer nicht nur für die SportlerInnen Geschenke, sondern auch für Oberbürgermeister Thomas Kiechle. Profi-Boxer Sükrü Altay erhielt eine Goldmedaille für seinen Weltmeister-Titel im Boxen (GBU) Halbschwergewicht. Er überbrachte Oberbürgermeister Thomas Kiechle seinen Weltmeister-Gürtel „GBU World Champion Title“.

Auch fünf Schwimmer des TV Kempten waren unter den Goldmedaillen-Gewinnern. Ebenso der Skibergsteiger Anton Philipp von der DAV-Sektion Kempten-Allgäu. Ein Sportler durch und durch, beschrieb ihn Moderatorin Kati Schneider. Er verstehe unter Leidenschaft, mit Leiden etwas schaffen, erzählte Philipp schmunzelnd. Die Athletin Maria Seefried vom Radsportclub Kempten sei fast unschlagbar, eine Ausnahmesportlerin im Alter von 70 Jahren, kündigte sie die Moderatorin an. Und auch Birgit Wittmann vom Radsportclub Kempten erhielt Gold für eine herausragende sportliche Leistung. Sie wurde Europameisterin bei den UEC-12-Stunden-Mountainbike-Europameisterschaften in der Masters-Klasse. Zudem wurden fünf Sportlerinnen und Sportler, Teresa Frisch, Marco Schade, Franziska Heiligensetzer, Emanuel Graf und Manuela Kämpf von den Allgäuer Werkstätten ausgezeichnet. In den Disziplinen Riesenslalom, Snowboard und Langlauf belegten sie den ersten, zweiten und dritten Platz.

Von klein auf war der Sport für Kati Schneider eine Herzenssache gewesen. Die frühere Eiskunstläuferin moderierte die Gala. „Sport verbindet die Menschen, bewegt und kann Brücken bauen“, sagte die sympathische Moderatorin. Der Musiker Georg Hiemer, der die Veranstaltung mit seiner Trompete musikalisch umrahmte, hatte das Publikum mit einem Intro auf die festliche Gala eingestimmt. Mit einem Feuerwerk der Tanzkunst schloss sich die Tanzschule Tanzlation an. Mitreißende Musik, eine Mischung aus Reggae, HipHop und lateinamerikanischen Klängen und kreative Choreografien begeisterten die Zuschauer.

Die besondere Anerkennung von Hilde John, Präsidentin des Stadtverbandes der Sportvereine Kempten e.V., galt den Athletinnen und Athleten, die mit ihren sportlichen Erfolgen die Stadt Kempten weit über die Grenzen, hinaus in die Welt getragen hatten. Sie würdigte und bedankte sich bei den vielen Ehrenamtlichen, wie BetreuerInnen, TrainerInnen und HelferInnen, die mit großen Engagement zum Erreichen dieser außergewöhnlichen Leistungen beigetragen haben. Ihr Dank galt auch der Stadt Kempten, die seit Jahren mit weit über eine Million Euro jährlich die SportlerInnen und Sportvereine fördert. Ein wichtiges Anliegen sei ihr, die jungen Menschen für den Sport zu begeistern und verschiedene Sportarten weiterzuentwickeln, erklärte John.

Oberbürgermeister Thomas Kiechle war es eine große Freude und Ehre, die Besten der Besten, die Botschafterinnen und Botschafter des Kemptener Sports und der Stadt auszuzeichnen. Er unterstrich die Integrationsfunktion des Sports: „Sportliche Aktivitäten bringen Menschen unterschiedlicher Schichten zusammen und fördern den Zusammenhalt“, betonte der Oberbürgermeister. Und er bekräftigte die Wichtigkeit des Ehrenamtes, das unbezahlbar und unverzichtbar sei. „Was nützt die schönste Sportanlage ohne ÜbungsleiterInnen, Vorstände und BetreuerInnen. Ohne sie wäre es nicht machbar!“

Auf eine langjährige, ehrenamtliche, verdienstvolle und über den allgemeinen Rahmen hinausgehende Tätigkeit um den Kemptener Sport können Arthur Nothelfer und Philipp Frank zurückschauen. Für ihr Engagement wurden sie mit der Sportehrennadel der Stadt Kempten ausgezeichnet. Arthur Nothelfer trat im Jahr 1975 in die Schützengesellschaft Hildegardis 1883 Kempten e.V. ein. 32 Jahre leitete er mit viel Fachwissen die Belange des Vereins. Philipp Frank, der in den 50er-Jahren mehrmals Allgäuer Meister in der 4 x 100 -Meter-Staffel und schwäbischer Juniorenmeister über 200 Meter wurde, wechselte 1970 zum TV Kempten. Er wurde Trainer der Jugend in der Leichtathletikabteilung. Zusammen mit Kurt Mayer gelang ihm, die Abteilung von vier auf 60 erfolgreiche Sportler aufzubauen. In dieser Zeit wurde die Leichtathletikabteilung zweimal für die beste Nachwuchsarbeit geehrt, was bundesweit Beachtung fand. Nur ganz wenige in der Kemptener Sportszene können eine solche Bilanz vorweisen, erklärte der Oberbürgermeister.

Für Ehrengast Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), ist die Basis für die Zukunft des Sportes eine intakte Infrastruktur und das ehrenamtliche Engagement. Die Arbeit der Ehrenamtlichen in den Vereinen sei für die Kinder wertvoll und unverzichtbar, erklärte der DOSB-Präsident. „Das Oberallgäu habe seine Hausaufgaben gemacht.“ Kommenden Montag, sagte Hörmann, werde in Berlin gemeinsam mit Horst Seehofer ein Programm für die Zukunft mit einem zweistelligen Milliardenbetrag erarbeitet, um dem Sport einen neuen Schub zu geben. Auf die Frage nach seinen sportlichen Aktivitäten, outete Hörmann sich. Er treibe momentan relativ wenig Sport, möchte dies aber unbedingt wieder ändern.

Der Höhepunkt: Die Ehrungen

Der Höhepunkt des Abends startete mit der Verleihung der Bronze-Medaillen. Den Anfang machte die Damen-Football-Mannschaft „Allgäu Comets Kempten“. Die jungen Damen bewiesen, dass nicht nur Männer in dieser Sportart erfolgreich sein können, betonte Moderatorin Kati Schneider. Die Mannschaft belegte letztes Jahr den zweiten Platz im Finale der zweiten Damen-Bundesliga im Football. Auch elf Schwimmerinnen und Schwimmer des TV Kempten waren sehr erfolgreich. Sie belegten den zweiten bzw. dritten Platz bei einer Bayerischen Meisterschaft. Die Tennis-Damen des SV 29 stiegen in die Regionalliga im Tennis Damen 40 auf, die höchste Liga Deutschlands in dieser Altersklasse. Eine akrobatische Einlage legten die Kunstturner der TG Allgäu aufs Parkett. Sie bedankten sich mit einem Salto für ihre Auszeichnung.

Ziel: Olympia

Medaillen in Silber erhielten 70 Sportlerinnen und Sportler. Zum Beispiel der Kletterer Philipp Martin von der DAV-Sektion Allgäu-Kempten, der auch zum Sportler des Jahres 2019 ausgezeichnet wurde. Sektions-Vorsitzender Harald Platz, der die Laudatio auf den erfolgreichen, aus Kaufbeuren stammenden Athleten hielt, hob seine mentale Einstellung und seinen Ehrgeiz hervor. So habe Martin sich seine Expertise fürs Klettern bei seinem Vater geholt. Bereits als kleines Kind war er mit seinen Eltern im Fels, schilderte Platz die Kindheit des Athleten. Auf Nachfrage des Laudators erzählte der Sportler, sein nächstes Ziel seien die Olympischen Spiele 2024. Ein Training mit viel Abwechslung sei eine ideale Vorbereitung. So trainiere er die Kraft in den Fingern mit kleinen Holzleisten, an denen er sich mit den Fingerspitzen hänge, erklärte er dem Publikum.

Auf dem Rad und im Internet vorn dabei

Auch Nadine Rieder vom Radsportclub Kempten wurde für ihre Erfolge im Mountainbike-Sprint und im Mountainbike-Marathon nicht nur mit der Silbermedaille geehrt, sondern bekam auch die besondere Auszeichnung „Sportlerin des Jahres 2019“. Thomas Weiß, Leiter der Sportredaktion der Allgäuer Zeitung, verband seine Laudatio mit Quizfragen, die die ZuschauerInnen zu der Athletin führten. Rieder, die seit einem Jahr für den RSC Kempten fährt, ist fünffache Meisterin, deutsche Vizemeisterin und modelt für bekannte Firmen. Auch in den sozialen Medien betätigt sie sich als Influencerin. Auf Instagram folgen ihr bereits 30.000 Follower und auf Facebook 15.000.

Mit Silber und als „Mannschaft des Jahres 2019“ wurden die Kunstturnerinnen des TV Kempten geehrt. Hilde John beschrieb die Athletinnen als junge Mannschaft, die 2016 an den Start gegangen war. Letztes Jahr waren die Turnerinnen in die dritte Bundesliga im Kunstturnen aufgestiegen und belegten den zweiten Platz bei den Bavarian Open. Die jüngsten Turnerinnen sind 13 Jahre alt. Ihr Ziel ist, den Klassenerhalt zu schaffen, erzählte eine der jungen Mädchen. Dafür trainieren sie drei bis viermal pro Woche drei Stunden.

Während des Abends sorgte Tanzlation immer wieder für sehenswerte Unterhaltung. Zudem brachte der Zauberer Thomaselli mit frischer, abwechslungsreicher Zauberkunst, Amüsement und einem Schuss Mysterium das Publikum zum Staunen. Das Publikum sparte nicht mit Applaus.

Nach dem offiziellen Teil der Sport-Gala klang der Abend für Teilnehmer und Gäste bei geselligen Beisammensein mit Musik und Tanz mit der Band Einshoch2 im Theaterfoyer und „Theater Oben“ aus.

Christine Reder

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