Sprühen für den Stadtteil

Kahl wirkte die Lagerhallenwand des Elektroschmelzwerks, die dem neuen Jugendspielplatz an der Magnusstraße in Sankt Mang zugewandt ist – bis jetzt. Am vergangenen Wochenende griffen drei Jugendliche des Stadtteils zur Spraydose und verschönerten unter professioneller Anleitung die Wand mit Graffitis. Mit sprühen allein war es jedoch nicht getan.

Wie Marina Wanner vom Jugendzentrum Sankt Mang erklärte, haben die jungen Leute mitgeholfen, die Idee zu entwickeln, betreuende Künstler zu suchen und auch die finanziellen Mittel zu prüfen. „Im Vordergrund steht die Eigenverantwortung der Jugendlichen, sich an der Planung und Durchführung einer Idee kontinuierlich zu beteiligen“, so Wanner. Mit der Verschönerungsaktion sollten sich die Jugendlichen in Sankt Mang ein Stück weit qualifizieren. Neben dem Jugendzentrum leitet auch das Stadtteilbüro die Aktion, die unter dem Projekt „STÄRKEN vor Ort“ läuft. Auch die ESK Ceramics GmbH & Co. KG, der die Halle gehört, habe sich von Anfang an begeistert gezeigt, ebenso wie die Architektin Katrin Helmchen. Sie ist für die Gestaltung des Jugendspielplatzes verantwortlich und lobte die Mitwirkung der Sankt Manger Jugend schon während der Entstehungsphase des Spielplatzes. Das Graffiti-Künstlerduo Loomit und Lando aus München leitete die dreiköpfige Sprayer-Truppe an. Auch das Motiv haben sie zusammen erarbeitet. Es zeigt einen Basketball- und einen Fußballspieler, sowie den Schriftzüge „Sankt Mang“ und „Move in the Park“. Den beiden sei es wichtig gewesen, dass sich die jungen Leute mit ihren Ideen in jedem Kunstwerk wieder finden, berichtete Wanner. Wie kamen die drei Jungs zu dem Projekt? Marcel Pester (17) hat bereits Erfahrung mit Spray-Kunst. Er verkünstelte sich unter anderem bei der Unterführung zum Hauptbahnhof. Pester setzte sich mit Quartiermanager Oliver Stiller zusammen, um die Idee für die Verschönerung auszuarbeiten. Seine beiden Kumpels Kevin Merk (16) und Kevin Kunisch (16), beides Neulinge, holte er mit ins Boot, ebenso wie den 28-jährigen Dominik Ulters. Nachdem das Motiv klar war, ging es am Freitagmittag ans Werk. Zunächst galt es, mit Schnüren und Klebeband die wichtigsten Punkte auf der gut 30 Meter langen Wand zu markieren. Problematisch war die Oberfläche, die wellige Verkleidung der Wand erschwerte gerade Striche. „Dafür nehmen wir Rollen statt Sprühdosen“, erklärte Spray-Künstler Lando. Nach und nach füllten sich die leeren Stellen der grünen Lagerhallenwand mit Farbe. Seit Samstagmittag prangt das Graffiti-Bild nun über dem neuen Bolzplatz.

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