"Spuren und Anstöße hinterlassen"

Der 11. Kollegenpreis des BBK Schwaben-Süd ging an den vielseitigen Künstler Stephan Rustige – hier vor seinem Werk „Im Staunen geborgen“ aus Pigment/Zement und Styropor –, dem im Rahmen der BBK-Jahresausstellung eine Sonderausstellung gewidmet ist. Foto: Tröger

Über die eine Installation zwischen lauter Fotografien, Malereien und Objekten, die die Jahresausstellung 2011 des Berufsverbandes Bildender Künstler (BBK) Schwaben-Süd bestücken, freute sich BBK-Vorsitzender Hans-Günter Stephan besonders. „In den kommenden Jahren werden es sicher noch mehr werden“, kündigte er im Rahmen seiner Eröffnungsrede gleich an.

Eine wichtige Rolle bei moderner Kunst schrieb er den „Verfahren“ zu, unter denen die „Partizipation“ eine neue Form sei, in der Künstler und Publikum gegenseitig profitieren würden. Als weitere Verfahren nannte er unter anderem Inszenierung, Transformation, Collagen oder auch das „Konzept der Negation“, wie zum Beispiel die beiden hier gezeigten Zeichnungen „Leap 7-5072-124“ und „Leap 7-5071-118“ des Kemptener Künstlers Jürgen Meyer, die „mit Eisenchlorid präpariert sind und sich in zehn bis 20 Jahren selbst zerstören“. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) hob zeitgenössische Kunst hervor als „dankenswerterweise etwas, womit man sich sehr intensiv auseinandersetzen kann“. Die diesjährige BBK-Jahresausstellung biete wieder eine „erfreuliche Bandbreite an Werken, an Fortentwicklungen bekannter Themen oder auch an Überraschungen“. Als für eine „Überraschung immer gut“ bezeichnete er die „Künstlerpersönlichkeit“ Stephan Rustige, der im Rahmen der Ausstellungseröffnung mit dem 11. Kollegenpreis des BBK Schwaben-Süd ausgezeichnet wurde. Über das Allgäu hinaus bekannt, sei er eng mit dem kulturellen Leben Kemptens verbunden und habe „Spuren und Anstöße hinterlassen“, die manchmal auch „heftige Diskussionen ausgelöst haben“, wie eine Aktion, die im wahrsten Sinne des Wortes „betonierte“ schmunzelte das Stadtoberhaupt. Auch an Rustiges Rolle als Initiator und Organisator des „Künstlerhauses in seiner ersten Auflage“ erinnerte er. Nach einem Architekturstudium in den 1960ern in Darmstadt und dem anschließenden Studium für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München sei der 1945 in Stuttgart geborene und seit 25 Jahren Wahl-Allgäuer seinem „universalen Ansatz“ bis heute treu geblieben. Das vielseitige Werk reiche von Kunst und Bauen über Plastik und Malerei bis zur Perfomance. Bei der Kombination der Materialien changiere der vor 15 Jahren mit dem Kunstpreis der Stadt Kempten ausgezeichnete Künstler zwischen Natur und Künstlichkeit, bei den Formen seiner Objekte zwischen Bild und Skulptur, so Netzer. Dem vielseitigen, dabei immer spannenden Schaffen Rustiges ist eine Sonderausstellung im Foyer des Fürstensaales gewidmet. Unter dem Titel „Amorph“ sind dort bislang in Kempten noch nie gezeigte Werke zu sehen sowie Arbeiten, die extra für diesen Ausstellungsort geschaffen wurden. Laut Rustige handeln sie „vom Schwebezustand zwischen Chaos und Ordnung, zwischen Unwissenheit und Hoffnung“. Netzer nutzte die Gelegenheit, den anwesenden Kulturschaffenden und -interessierten auch gleich, die seit diesem Monat neue stellvertretende Kulturamtsleiterin Dr. Caroline Gerner vorzustellen, die künftig auch für den Ausstellungs- und Museumsbereich verantwortlich sei. Die BBK-Jahresausstellung mit der Sonderausstellung des Künstlers Stephan Rustige ist noch bis 4. Dezember im Hofgartenssal der Kemptener Residenz zu sehen. Geöffnet ist sie dienstags bis freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr und am kommenden Samstag, 26. November, von 15 bis 23 Uhr.

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