Auf Spurensuche

Die Grabungen in der Altstadt Süd laufen derzeit auf Hochtouren. Foto: Schubert

Das Landesamt für Denkmalspflege im Regierungspräsidium Stuttgart zeichnet sich für die archäologischen Grabungen verantwortlich, die derzeit in Isny ausgeführt werden. Bevor mit den anstehenden Bebauungen in der Altstadt Süd begonnen werden kann, ist es notwendig, dass sogenannte Rettungsgrabungen stattfinden. Vor Ort ist Dr. Doris Schmid die kompetente Ansprechpartnerin, die vergangene Woche im Rahmen einer ersten Führung den bisherigen Stand der Arbeiten bekannt gab.

Nach der Öffnung des Bodens auf dem ehemaligen Parkplatz und dem Abbruch des Hauses hinter dem Gasthof „Bären“ war erst einmal mit grobem Gerät, also Bagger und Asphaltfräse, die oberste Füllschicht abgetragen worden. Nachdem die ersten Teile früherer Bebauung auftauchten, war es damit allerdings vorbei. Jetzt wird mit dem Spachtel, dem Pinsel und dem Schäufelchen gearbeitet. Insgesamt sollen die Grabungen rund zweieinhalb Jahre dauern. Erste Erfolge der Bodenuntersuchung sind jedoch schon zu verzeichnen. Dr. Schmid führte die Gruppe von Journalisten, Mitarbeitern der Stadtverwaltung und Gemeinderäten über das Gelände und blieb erst einmal vor einer Grube stehen, der man nicht unbedingt ansah, was sie einmal war – nämlich eine Fäkaliengrube. Zu Deutsch ein Plumpsklo. In den inzwischen vergangenen 381 Jahren ist von den Überresten eigentlich nichts mehr erhalten geblieben. Dunkle Erde, einige Glasreste und tatsächlich auch noch einige in der Erde deutlich zu erkennende Kirschkerne. Die Frage, warum im Hintergrund des Areals ein Häuserteil stehen blieb, konnte Schmid schnell beantworten. Dahinter liegt die Heizzentrale des „Bären“ und daher ist erstmal auf den weiteren Abbruch verzichtet worden. Andere Merkmale lassen vor allem das Herz eines Archäologen höher schlagen. So ist deutlich zu erkennen, dass eine Reihe von Pfählen im Boden waren. Dr. Schmid ist mit dem bisherigen Ablauf der Arbeiten zufrieden. Sie hofft bis in einigen Wochen in diesem Bereich mit der Bestandsaufnahme fertig zu werden und wenn alles normal verläuft, kann im Frühjahr mit dem Anbau eines Bettenhauses begonnen werden. Rund zehn Mitarbeiter sind hier beschäftigt und die meisten haben Erfahrung mit Grabungen und Archivierung. Im nächsten Monat kommen noch einmal fünf bis sechs Studenten dazu. Führungen am Allgäutag Als nächstes fällt die Grünfläche hinter den Häusern Obertorstraße 3, 5 und 7 an. Sollten wegen schlechter Witterungsverhältnisse die Außenarbeiten ruhen, ist genug damit zu tun, die bisherigen Funde zu waschen, katalogisieren, genau zu bestimmen und geschichtlich einzuordnen. Je feuchter das Erdreich, desto eher sind Funde darin zu sichern. Bleibt zu hoffen, dass sich der ganze notwendige Aufwand irgendwie auch lohnt. Spannend bleibt es auf alle Fälle. Am Allgäutag in Isny, am 15. August, werden für Interessierte auch Führungen in dem bisherigen Grabungsbereich angeboten.

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