Leiter des Staatlichen Bauamts in Kempten in den Ruhestand verabschiedet

"Sie haben Spuren hinterlassen"

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Robert Schenk (links) von der Regierung von Schwaben überreicht Bruno Fischle zum Abschied ein Spielzeug-Winterdienst-Räumfahrzeug.

„Vergelt's Gott und Pfügott.“ Das waren die letzten Worte, die der langjährige Leiter des Staatlichen Bauamts Kempten, Bruno Fischle, am Freitag bei seiner offiziellen Verabschiedung in den Ruhestand an die gut 200 Gäste im Fürstensaal der Residenz richtete.

Zuvor blickten mehrere Redner auf die insgesamt 38-jährige berufliche Laufbahn des „Straßenbauers aus Leidenschaft“ zurück und hatten ausschließlich lobende Worte parat. Fischles Nachfolger Thomas Hölzl, der seit Januar Leitender Baudirektor am Staatlichen Bauamt ist und am Freitag offiziell in das Amt eingeführt wurde, wünschten Sie allesamt eine glückliche Hand. Fischle, der 1949 in Nürnberg geboren wurde, hat seinen späteren Beruf quasi schon in die Wiege gelegt bekommen, denn auch sein Vater war Straßenbauer. Nach dem Bauingenieurwesen-Studium an der TU München, Auslandsaufenthalten in Schweden, Israel und Südkorea und der großen Staatsprüfung 1978 führt der berufliche Weg Fischle bereits 1982 erstmals an Straßenbauamt Kempten. In den folgenden Jahren folgten verschie- dene Stationen, ehe er zum 1. Mai 2003 zurück nach Kempten kam, um die Leitung des Straßenbauamts Kempten zu übernehmen. "Die Krönung" Gut zwei Jahre nach dem Zusammenschluss des Straßenbauamts mit dem Staatlichen Hochbauamt Kempten zum Staatlichen Bauamt im Jahre 2006 wurde Fischle 2008 zum Behördenleiter ernannt. Seitdem habe er eine Vielzahl an Planungsprojekten vorangebracht, lobte Robert Schenk vom Bereich Planen und Bauen bei der Regierung von Schwaben in seiner Rede. Er wie auch Gerhard Reichel von der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern und der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz hoben als eines der wichtigsten Projekte in der Amtszeit Fischles den Bau der B19 neu zwischen Kempten und Immenstadt hervor. „Das war die Krönung der Straßenbauprojekte im Oberallgäu“, so Klotz. Reichel meinte sogar, dass es bei der B19 neu eine „Generation Fischle“ gebraucht habe, da deren Bau ohne den damit koordinierten Hochwasserschutz Obere Iller wohl immer noch vor dem Europäi- schen Gerichtshof verhandelt werden würde. Nur lobende Worte gab es für Fischles Persönlichkeit und Arbeitsweise. „Die Zusammenarbeit war immer voller Ver- trauen“, meinte Cornelia Bodenstab, stellvertretende Behördenleiterin. Schenk bezeich- nete die „fachliche Kompetenz, die soziale Kompetenz und die Fähigkeit, auf Leute aktiv zuzugehen“ als Fischles große Stärken und laut Klotz habe er eine „umgängliche und verständnisvolle Art“, habe immer „großen Einsatz, enormen Fleiß und kritischen Sachverstand“ gezeigt. „Sie haben Spuren hinterlassen, aber keine Gräben gezogen“, betonte Klotz und meinte, dass der scheidende Behördenleiter mit Stolz auf sein Lebenswerk zurückblicken könne. „Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit und Kompetenz waren mir immer wichtig“, sagte Fischle selbst, der zu seiner Verabschiedung in erster Linie „dem Herrgott dankte, der diesen Weg ermöglicht hat“. Künftig wird er sich etwas mehr sportlich und musikalisch betätigen sowie Wanderungen und Reisen unternehmen. Spannende Projekte Neuer Leiter des Staatlichen Bauamts ist nun Thomas Hölzl. Der 51-Jährige aus Starnberg hat ebenfalls Bauingenieurwesen an der TU München studiert und war zuletzt bei der Autobahndirektion Südbayern für „zentrale Angelegenheiten“ zuständig. Auf ihn warten nun im Allgäu laut Schenk einige spannende Projekte wie die Ortsumfahrung Marktoberdorf oder der weitere Ausbau der B12. „Gehen Sie ihren Weg und hinterlassen Sie Spuren“, gab er ihm mit auf den Weg. Klotz wünschte ihm eine „glückliche Hand und das notwendige Fingerspitzengefühl“. „Ich hatte Angst, a gmähte Wiesn vorzufinden, aber selbst Du musstest noch was übrig lassen“, meinte Hölzl an Fischle gerichtet. Der neue Behördenleiter freut sich auf seinen neuen „verantwortungsvollen und komplexen“ Aufgabenbereich und bot den Mitarbeitern eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit an.  Melanie Läufle

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