Unterhaltsamer Wahlkampf mit Musik

Pschierer gibt den Takt vor

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Franz Josef Pschierer bei der Bockbierrede.

Bockbier, gutes Essen, ein philosophierender Plakatier, emotionale Ehrungen, zünftige Stimmungsmusik und ein Politiker der den Takt vorgibt – das alles konnten die Besucher des diesjährigen CSU Bockbierfestes in Dietmannsried erleben.

Doch der Reihe nach. Nach der Begrüßung der Besucher und Ehrengäste, wie dem CSU-Fraktionsvorsitzenden Thomas Kreuzer und Landrat Toni Klotz sowie den anwesenden Kreis- und Gemeinderäten, übergab der Ortsvorsitzende Ignaz Wahl den Taktstock direkt dem Ehrengast des Abends, dem Staatssekretär für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Franz Josef Pschierer.

Der Staatssekretär begann seine Bockbierrede gleich mit einem Rätsel und fragte die Besucher was Musiker und Politiker gemeinsam hätten. Die Antwort ist denkbar einfach: „Beide glauben, dass ihnen die Menschen immer gerne zuhören. Ich glaube bei Politikern trifft das aber nicht immer zu und so werde ich versuchen mich kurz zu halten“, erklärte der Staatsekretär mit einer Portion Selbstironie. Das Eis war danach gebrochen und Pschierer erklärte leidenschaftlich die für ihn wichtigen Themen für die kommende Bundestagswahl am 24. September. Zentral ist dabei das Thema Sicherheit, als eines der Grundbedürfnisse der Menschen in unserem Land. Hierzu fordert er ein höheres Strafmaß für zum Beispiel Einbrecher und eine Ausweitung der Videoüberwachung im Innern sowie einen Ausbau des Schutzes der EU-Außengrenzen zur Verbesserung der äußeren Sicherheit.

Dass Humanität ein wichtiger Teil unseres Lebensverständnisses ist, ist für den Staatssekretär selbstverständlich. „Ich stehe zu unserem Asylrecht, das Menschen, die aus religiösen, politischen oder weltanschaulichen Gründen Schutz und Sicherheit bietet. Gleichzeitig stehe ich aber auch für eine konsequente Abschiebung von Personen, die aus sicheren Herkunftsländern oder ausschließlich aus wirtschaftlichen Gründen zu uns kommen“, so Pschierer. Hier müssen andere Konzepte entwickelt werden. Vor diesem Hintergrund lobte der Staatsekretär ausdrücklich die Programme von Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller, die Investitionen zum Beispiel im Nahen Osten oder in Afrika vorsehen, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in diesen Ländern vor Ort zu verbessern.

Im Bereich der Wirtschaftspolitik wird es mit der CSU keine Steuererhöhungen oder Veränderungen des Erbschaftsrechts geben und zur Idee der Abschaffung des Bargelds hat Pschierer ohnehin eine pragmatische Einstellung. „Ich spiele leidenschaftlich Schafkopf und da frage ich mich dann schon, wie das ohne Bargeld gehen soll“, so der Mindelheimer mit einem Augenzwinkern.

Gegen Ende gab es dann noch einen kleinen Seitenhieb auf den „Heilsbringer“ der SPD, Martin Schulz. Hier hat Pschierer daran erinnert das Schulz ein großer Verfechter der Eurobonds innerhalb der europäischen Union war. „Das wäre ungefähr so, wie wenn Sie ein Haus bauen und Ihre Nachbarn fragen, ob diese gesamtschuldnerisch für Ihr Schulden haften möchten“, so der Staatsekretär. „Ich könnte mir vorstellen, dass Ihnen diese daraufhin den berühmten Vogel zeigen“, so Pschierer zum Abschluss seiner kurzweiligen Bockbierrede.

Unterhaltsam ging es weiter und Gebhard Eyerschmalz zeigte, dass der Beruf eines Plakatierers deutlich komplizierter ist, als man vielleicht auf den ersten Blick glauben mag. Besonders wenn es sich um ein Wahljahr handelt und jeder ganz oben auf der Plakatwand hängen möchte. „Auch möchte nicht jeder neben jedem hängen und sogar beim Kleister muss man aufpassen“, so der Plakatierer. Bei den Grünen sollte dieser biologisch sein, und nicht so schnell trocknen, da dort noch unklar ist, neben wem sie den hängen wollen und das Plakat vielleicht noch einmal umgehängt werden muss. Bei der SPD ist laut Eyerschmalz hingegen ein Wunderklebstoff im Einsatz. „Dieser hat jüngst 100 Prozent Klebekraft erreicht und das obwohl noch niemand so genau die Inhaltsstoffe kennt“, bemerkte Eyerschmalz. Bei der CSU hingegen gebe es schon eine Obergrenze für Plakate und für die oberste Reihe fehlen die Kandidaten, so dass es der Chef dann wohl doch wieder persönlich machen werde.

Zum Abschluss gab er noch einen Trinkspruch zum Besten, der die Auswirkungen von zu viel Bier plakativ schilderte. Der Spruch hat sich dank moderner Technik innerhalb von wenigen Tagen nach dem Bockbierfest im Ort verbreitet und so noch für sehr viele heitere Gesichter gesorgt.

Im Anschluss übernahm Pschierer wieder den Taktstock und es wurden drei emotionale Ehrungen ausgesprochen. Dabei wurden Manfred Müller und Max Einsiedler für jeweils 50 Jahre in der CSU mit der Ehrenmitgliedschaft belohnt. Beide waren über Jahrzehnte in verschiedenen Ämtern aktiv und prägten den Ortsverband nachhaltig. Gleiches gilt für Ignaz Wahl, der zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Pschierer und Thomas Kreuzer bedankten sich für das außerordentliche ehrenamtliche Engagement und haben dies mit dem Wunsch verbunden, dass sich alle drei noch viele Jahre für die CSU engagieren mögen.

Musikalisch wurde der Abend stimmungsvoll durch die Enzian Musikanten begleitet. „Wir sind ein Musterbeispiel für Integration, da wir aus unterschiedlichen Dörfern, Kapellen und sogar ASM-Bezirken (Allgäu-Schwäbischer Musikbund) kommen und trotzdem so schön harmonisch miteinander spielen“, so der Dirigent spitzbübisch. Daraufhin hat es sich Pschierer in seiner Rolle als ASM Präsident nicht nehmen lassen, bei ein paar Liedern selbst den Taktstock zu schwingen. Auch das hat er mit Bravour gemeistert.  kb

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