Stache allein gegen alle?

Dank des Jugendfördervereins spielen die Jugendmannschaften des FC Kempten (rot) sportlich ganz vorne mit. Jetzt wollen die Fördervereins-Vorsitzenden auch dafür sorgen, dass der Hauptverein wieder in ruhigere Fahrwasser kommt. Foto: Archiv

Das Theater beim FC Kempten geht weiter: Wie der Vorstand des Fördervereins am Montagabend auf der Homepage des Vereins ankündigte, soll die Wahl von René Stache als 1. Vorsitzender angefochten werden. Stattdessen sollen Neuwahlen erzwungen werden, bei der sich eine neu formierte Führungsmannschaft den Mitgliedern zur Wahl stellen möchte. „Wir befürchten, dass das Amt des Vorstandes des FC Kempten und der Verein selbst Schaden nehmen“, begründen Horst Böhm und Richard John, beide Vorstände des Jugendfördervereins, den Schritt.

Für das Registergericht steht zwar fest, dass bei der Jahreshauptversammlung am 2. November René Stache als 1. Vorsitzender gewählt wurde. Bei der damaligen Neuwahl konnten aber weder zwei Stellvertreter noch ein Kassier gefunden werden. Dennoch scheint der FC Kempten auch nur mit einem ersten Vorsitzenden geschäftsfähig zu sein. Laut Satzung des ehemaligen Bayernligisten ist jeder der vier gewählten Vorstandsmitglieder allein vertretungsberechtigt. Mit anderen Worten: der FC Kempten hat mit René Stache einen 1. Vorsitzenden, der die Amtsgeschäfte führen darf. Voraussetzung hierfür ist allerdings, Stache nimmt die Wahl auch an. Eine notarielle Urkunde, in der diese Absichtserklärung beurkundet wird, lag dem zuständigen Registergericht bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht vor. Währenddessen hat sich hinter den Kulissen Widerstand formiert. Horst Böhm und Richard John vom Jugendförderverein des FCK wollen nach eigenen Angaben beim Amtsgericht die Wahl Staches anfechten. „In der Jahreshauptversammlung wurde lediglich abgefragt, wer gegen den Kandidaten ist (0) und wer sich enthält (26). Aus diesem Ergebnis hat der Wahlleiter geschlossen, dass alle anderen für den Kandidaten sind (50). Ferner wurde keine Gegenprobe durchgeführt und dadurch konnte letztendlich nicht festgestellt werden, wie viele Wahlberechtigte den Saal bereits verlassen hatten“, kritisieren die beiden treuen FCKler Entscheidend bei einer solchen Wahl sei aber die Mehrheit der abgegebenen Stimmen, argumentieren sie. „Durch diese Umstände wird Rene Stache, dem wir als einzigen Kandidaten großen Respekt zollen, immer das Gefühl haben, lediglich geduldet – und nicht eindeutig gewählt worden zu sein“, schreiben die beiden weiter. Das werde aber weder Staches Person noch dem Amt des Vorsitzenden gerecht, so die Befürchtungen. „In einer regelkonformen Neuwahl kann dieser Makel behoben werden – vielleicht mit dem gleichen einzigen Kandidaten, aber vielleicht auch mit Alternativen.“ Betrieb hinter den Kulissen Derzeit könne nur noch ein funktionierendes Vorstandsteam den Traditionsverein aus der Krise holen, sind Böhm und John überzeugt. „Wir hoffen daher, dass sich eine ausreichende Anzahl Kandidaten zur Verfügung stellt“, heißt es weiter auf der Internetseite des Clubs. Beide betonen, im Interesse des Vereins zu handeln – „auch wenn wir hier ein klein wenig den Finger in die Wunde legen.“ Nach Informationen des KREISBOTEN wird allerdings hinter den Kulissen schon eifrig an der neuen Vorstandsmannschaft gebast. So soll es bereits recht konkrete Vorstellungen geben, mit wem die neue Führungsetage besetzt werden soll. Trotzdem bleiben viele Fragen offen, die sich einem neutralen Beobachter aufdrängen. Und der eine oder andere aus den oft vom „großen FCK“ belächelten umliegenden Vereinen kann sich ein höhnisches Lächeln kaum noch verkneifen. Selten trifft der Spruch „Hochmut kommt vor dem Fall“ so zu wie beim FC Kempten. Gespannt dürfen die Beobachter auf den nächsten Akt im Kemptener „Fußballtheater“ warten.

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