Stache hält weiter am Vorsitz fest

(Noch-)FCK-Vorsitzender Renè Stache. Foto: Archiv

Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am vergangenen Mittwoch offenbarte sich nicht nur der Schuldenstand des FC Kempten, sondern auch wie zerstritten der Verein tatsächlich ist. Anstatt die Tagesordnungspunkte abzuarbeiten wurde fast drei Stunden heftigst diskutiert, und das teilweise auf eine Art und Weise, die eines solchen Traditionsvereins schlicht und ergreifend unwürdig ist.

Anstatt über die drei festgelegten Tagesordnungspunkte zu diskutieren – Informationen zum Insolvenzantrag, Satzungsänderung, Wahl des 2. Vorsitzenden und des Kassiers – gab es zunächst wüste Beschimpfungen, gegenseitige Schuldzuweisungen, ja sogar Anfeindungen. Das Ziel – der erst im November gewählte Vorsitzende René Stache. Statt über die unmittelbare wirtschaftliche Zukunft des Clubs zu diskutieren, wurde zunächst darüber gestritten, ob ein Antrag von 65 Mitgliedern und einer sich im Hintergrund gebildeten neuen Führungsmannschaft um Dr. Klaus Kometer als alternativen 1. Vorsitzenden und Horst Böhm als alternativen 2. Vorsitzende, form- und fristgerecht eingereicht worden war, um den Punkt Neuwahlen in die Tagesordnung aufzunehmen. Die Anwesenden zweifelten außerdem an, dass die außerordentliche Mitgliederversammlung aufgrund nicht ordnungsgemäß stattgefundener Einladung überhaupt beschlussfähig sei. Nun wurde durch Mitgliederabstimmung bestimmt, dass bei der nächsten außerordentlichen Mitgliederversammlung Neuwahlen stattfinden werden. Ist dieser Beschluss nun gültig oder nicht? Oder was passiert denn, wenn ein neuer Vorsitzender gewählt wird und der derzeitige Vorsitzende, der für ein Jahr gewählt ist, nicht freiwillig zurücktritt? Beginnt dann die Amtszeit des neuen Vorsitzenden sofort oder erst am 1. November? Nach zwanzigminütiger Verspätung begann schließlich der vorläufige Insolvenzverwalter, Markus Fröhlich, einen Bericht über die wichtigste Frage an diesem Abend vorzutragen. Wie steht es finanziell um den FCK? Den Verbindlichkeiten von 93 801 Euro steht ein Aktiva von 18 710 Euro gegenüber. Es muss also eine Lücke von rund 75 000 Euro geschlossen werden, um die Insolvenz des FC noch abzuwenden. Bei den Verbindlichkeiten seien Forderungen des Finanzamts nur teilweise berücksichtigt, da derzeit eine steuerliche Aufarbeitung im Gang sei. Demnach sei es völlig unbedeutend, wer oder welche Führungsmannschaft dieses Geld aufbringen muss. Mit einem Betrag von 40 000 bis 50 000 Euro könne man den Verein unter Mithilfe der Gläubiger (Forderungsverzicht, Vergleich) eventuell sanieren und nach einer Sanierung wieder ordentlich weiterführen. Die vorhandene Masse würde für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens ausreichen. Folge des Insolvenzverfahrens wäre die Auflösung des Vereins. Fröhlich lobte den derzeitigen Vorsitzenden Stache ausdrücklich dafür, dass es ihm gelungen war, die bis dahin bestehenden Profiverträge aufzulösen. Diese schlugen nämlich monatlich mit etwa 10 000 Euro zu Buche. Große Ideen Daraufhin meldete sich der ehemaliger Trainer und Vorsitzender Herbert Spingler zu Wort und berichtete, wie vor zehn Jahren aus einem Schuldenstand von 140 000 Euro durch Forderungsverzicht bzw. Vergleich mit den Hauptgläubigern auf 30 Prozent eine Insolvenz abgewendet werden konnte. Horst Böhm vom Jugendförderverein berichtete, dass es vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung bereits Gespräche des neuen Alternativ-Vorstandes gegeben habe, die darauf schließen lassen, dass eine Reduzierung der Forderungen und eventuelle Ratenzahlungen möglich wären. Nun war Dr. Klaus Kometer an der Reihe und berichtete, dass von den rund 93 000 Euro ein Betrag von 46 000 Euro sofort fällig wäre und durch zu erwartende Zuschüsse für Übungsleiter durch die Stadt Kempten und Sponsorenverträgen der Betrag aufgebracht werden könnte. Nach einer Pause, in der die Mitglieder die Möglichkeit hatten, sich etwas abzukühlen, ging es dann mit der Vorstellung der beiden Vorstandsmannschaften weiter „Team Kometer“ und „Team Stache“ Zum Vorstand von Dr, Kometer gehören als 2. Vorsitzender Horst Böhm, 3. Vorsitzender Vedat Caliskan sowie als 4. Vorsitzender und Kassier Hubert Geiss. Christian Meyer stellte die Führungsmannschaft für das Team Stache vor: 1.Vorsitzender René Stache, 2. Vorsitzender Christian Meyer, 3. Vorsitzender/Kassier: Robert Krstevski in Zusammenarbeit mit Steuerkanzlei Rehle, Sportlicher Bereich: Thomas Kreuz und der DFB-Vereinsmanager Jörn Schwinkendorf. Im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung meldeten sich einige Mitglieder zu Wort, unter anderem auch Michael Dinauer, der dafür plädierte, die Grabenkämpfe endlich aufzugeben und zusammenzuarbeiten. Auf der einen Seite sei das sportliche Konzept von „Team Stache“ überzeugend, auf der anderen Seite das finanzielle Konzept von „Team Kometer“. Kometer beantwortete diese Frage damit, dass er nur in der genannten Konstellation antreten würde oder gar nicht. Es gebe aber noch unbesetzte Stellen im Bereich der sportlichen Führung. Eine Aufforderung zum Rücktritt lehnte Stache ab. In etwa zwei Wochen soll nun die nächste Mitgliederversammlung abgehalten werden.

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