"Wir haben eine komplett andere Jugendkultur"

Stadtjugendring packt Organisationsentwicklung an

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SJR-Vorsitzender Stefan Keppeler (li.) und der scheidende Jugendreferent Benedikt Mayer.

Kempten – Es war die letzte Vollversammlung des Stadtjugendrings (SJR), an der Benedikt Mayer, Referent für Jugend, Schule und Soziales, vergangene Woche teilnahm. Ende nächsten Monats wird der Mann, dem SJR-Vorsitzender Stefan Keppeler in seiner dankerfüllten Würdigung bescheinigte, in all den Jahren „immer ein großes Herz“ gehabt zu haben und „immer präsent“ gewesen zu sein, in den Ruhestand verabschiedet. Wie berichtet, wurde Noch-Jugendamtsleiter Thomas Baier-Regenery bereits als Nachfolger gekürt.

Nachdem die vorige Vollversammlung in den Räumen der Ditib-Moschee in der Füssener Straße zu Gast gewesen war, hatte diesmal die opensky Jugendkirche im Freudental eingeladen und sich dabei inklusive Führung vorgestellt.

Ausführlich nachzulesen im aktuellen „report – Jahresbericht 2017“ des SJR, ließen die Vorstandsmitglieder Thomas Wilhelm, Eda Dudhan, Bernd Fischer und Stefan Keppeler ein aktionsreiches Jahr 2017 Revue passieren: unter anderem berichteten sie von der Erweiterung des Projektes „Kempten vermittelt Sprache“, dem 25. Geburtstag des Jugendzentrums Sankt Mang, von der Gründung des Bündnisses „Mensch sein“, diversen Ferienfreizeiten, der „Wahlparti“ zur Bundestagswahl, der Übungsfirma „East Side“ im Bühl oder auch der Reise einer SJR-Delegation nach Israel.

Hauptthema war die Organisationsentwicklung, die dem SJR ein wichtiges Anliegen ist, weil es neue gesellschaftliche und politische Entwicklungen gebe, „die wir bearbeiten müssen“ sowie Veränderungen in der Arbeitswelt, an den Schulen und auch im Freizeitverhalten, erklärte Keppeler. „Wir haben eine komplett andere Jugendkultur“ und auch eine „massive Radikalisierung“. Somit habe sich auch die Jugendarbeit verändert, einhergehend mit einer gestiegenen Arbeitsbelastung, die „uns nur noch reagieren statt agieren lässt“. Erste Ergebnisse der auf die nächsten 20 Jahre ausgerichteten Organisationsentwicklung soll es in der Sommerpause geben. Geplant ist eine Präsentation in drei Zukunftsateliers. Nachdem Teams die Themen in der so genannten „Explorationsphase“ bearbeitet haben, sollen diese Ergebnisse voraussichtlich Ende 2019 präsentiert werden. Im nächsten Schritt, der „Kultivierungsphase“, sollen die Ideen dann umgesetzt werden, einige davon sollen auch Wahlprüfsteine für die Kommunalwahlen 2020 sein.

Wie Oberbürgermeister Thomas Kiechle bekundete, sei der SJR nicht nur „absolut unverzichtbar“ für die Stadt. Denn im Jugendverband lerne man, „wie man sich in einer Gesellschaft einzubringen hat“, Mehrheiten zu bilden und viele Dinge mehr, was für die Demokratie sehr „wertvoll“ sei.

Christine Tröger

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