Stadträte kritisieren Hin und Her bei Tiefgarage

Stadtpark: Vorentwurf im Bauausschuss vorgestellt

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Die Parkplätze zwischen Stadtpark und Finanzamt sind beliebt. Sie sollen nun der Neugestaltung des Stadtparks zum Opfer fallen. Da die Sparkassen-Tiefgarage nicht wie ursprünglich geplant neugebaut und erweitert werden soll, sorgte dies nun für Diskussionen im Bauausschuss.

Kempten – Einen Zwischenbericht zum aktuellen Planungsstand zur Umgestaltung des Stadtparks gaben Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann und seine Mitarbeiterin Tina Großmann am Dienstagabend im Bauausschuss. In der anschließenden Diskussion waren aber vor allem die Sparkassen-Tiefgarage (TG) und die wegfallenden Parkplätze am Finanzamt Thema.

„Wir sind auf einem sehr guten Weg, aber es ist ein sehr enger Terminkalender“, eröffnete Wiedemann seinen Bericht. Heute werde der Vorentwurf für den Realisierungsteil präsentiert, im Mai-Bauausschuss soll die Vorstellung des Entwurfs vorgestellt werden, sodass, wie vorgesehen, von Oktober 2018 bis Juni 2019 die Umgestaltung ausgeführt werden könne. Bisher wurden der Siegerentwurf des Wettbewerbs (der Kreisbote berichtete mehrfach) weiterentwickelt, Abstimmungen mit Festwoche, Finanzamt und Behindertenbeirat getroffen, die Bäume bewertet und sich mit möglichen Materialien für die Oberflächengestaltung auseinandergesetzt. Auch den Ideenteil müsse man schon betrachten, da einiges Auswirkungen auf den Realisierungsteil haben könnte. So wurde eine gemeinsame TG-Zufahrt für Finanzamt und Sparkasse untersucht (noch keine Entscheidung), die mögliche Bebauung der Zumsteinwiese (Stadtbibliothek) berücksichtigt und geklärt, ob die Sparkassen-TG nun neu gebaut oder saniert wird (Stand jetzt: Sanierung).

Großmann ging in ihrem Bericht mehr auf die für den Vorentwurf ausgearbeiteten Details ein. So gebe es klar geformte Grünbereiche sowie fließende Wege- und Platzbereiche. Der Bezug zum Allgäu solle durch die verwendeten (natürlichen) Materialien hergestellt werden, es gebe eine Öffnung zum Freiraumboulevard und zur ZUM sowie zum Straßenbereich vor dem Finanzamt (durch Wegfall der bestehenden Parkplätze), die Blickbeziehungen sollen freigestellt werden und neue Aufenthaltsqualitäten durch Liegewiese, Baumbänke, Spielskulptur und Wasserspiel geschaffen werden.

Ältere Bäume erhalten

Beim Gehölzbestand sei es das Ziel, die älteren Bäume zu erhalten. Entnommen werden sollen daher laut Großmann „benachteiligte Jungbäume“ (zu wenig Platz, um die Krone ausbreiten zu können) und Gehölze mit „mangelnder Vitalität“. Insgesamt sollen zwölf Bäume sowie 20 Großsträucher weichen.

Das Spielelement im neuen Stadtpark soll etwas sein, was es in Kempten noch nicht gibt. „Eventuell eine Kombination aus Stahl und Netz“. Platz zum Verweilen soll es auf Baumbänken oder Sitzmauern geben, die in Teilen des Stadtparks durch den natürlichen Geländeversatz entstehen können.

Um im inneren des Parks mehr Raum für Veranstaltungen und Aufenthalt zu haben, wird hinsichtlich der Festwoche versucht, die größeren Hallen und Gastronomieflächen in die Randbereiche zu verlagern. Ebenso soll der Bühnenstandort optimiert werden, sodass die Beschallung mehr in Richtung ZUM geht.

Insgesamt, so Großmann abschließend, führen die Planungen des Vorentwurfs zu künftig 42 Prozent Grünfläche (bisher 40), 16 Prozent offene Flächen (22) und 42 Prozent befestigte Flächen (38).

Bestimmendes Thema der anschließenden Diskussion war der aktuelle Stand hinsichtlich der Sparkassen-TG. „Wir sind bisher davon ausgegangen, dass die Sparkassen-Tiefgarage durch die ‚Tasche‘ in Richtung Königstraße größer wird, daher war der Verzicht auf die Parkplätze vor dem Finanzamt möglich. Jetzt habe ich gelesen, dass die Tiefgarage doch nur saniert werden soll. Da sehe ich jetzt Diskussionsbedarf, ob die Parkplätze wirklich wegfallen können. Ich weiß nicht, ob meine Fraktion dem zustimmt“, eröffnete CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier die Debatte. Wie schon in der Sitzung der Stiftsstadtfreunde (wir berichteten) gab OB Thomas Kiechle bekannt, dass sich die ursprüngliche Idee (Abriss und Neubau der TG mit Tasche) geändert habe, da nach einer Kostenschätzung nun klar sei, dass der Bau der „Tasche“ für die Sparkasse nicht wirtschaftlich sei. Die Sanierung der bestehenden TG sei nun die Alternative. Eine endgültige Entscheidung der Sparkasse sei jedoch frühestens in der Aufsichtsratssitzung im Mai zu erwarten, „wir brauchen die Beschlüsse aber Anfang Mai“. Der Wegfall der Stellplätze am Finanzamt tue dem Stadtpark gut, betonte der OB.

Dass der Wegfall der 37 Stellplätze am Finanzamt von fachlicher Seite gesehen möglich wäre, auch wenn diese nicht in der Sparkassen-TG kompensiert würden, verdeutlichte Wiedemann anhand der Daten zur Parkraumuntersuchung im nördlichen Innenstadtbereich, die bereits im Herbst dem Verkehrsausschuss präsentiert wurden (wir berichteten). Demnach gebe es jederzeit genügend Stellplatzreserve in der näheren Umgebung. Allen in der TG Königsplatz seien an Wochen- und auch an Markttagen Kapazitäten von über 100 Stellplätzen frei. Auch Baureferent Tim Koemstedt betonte, dass die „Tasche“ nicht als alleinige Kompensation für die Finanzamtparkplätze vorgesehen war.

Siegfried Oberdörfer (SPD) gab hinsichtlich des Parkplatzthemas zu bedenken, dass es eine neue Problematik geben könnte, sollte die Stadtbibliothek auf die Zumsteinwiese kommen. Sein Parteikollege Wolfgang Hennig plädierte dafür, dass die Parkplätze am Finanzamt wegfallen. „Es wäre kurzsichtig gedacht, wenn wir die 37 Plätze erhalten, wenn wir so etwas wie die Neugestaltung des Stadtparks planen.“ Die TG-Sanierung eröffne neue Möglichkeiten für den Stadtpark, unterstrich Theo Dodel-Hefele (Grüne). Den Bürgern täte es weh, wenn die Parkplätze wegfallen, „aber wir haben im Umfeld genügend“. „Die Aufwertung der nördlichen Innenstadt gelingt durch die Umgestaltung des Stadtparks und nicht durch die ausreichende Anzahl an Parkplätzen“, schloss Koemstedt das Thema ab.

Festwoche und Krähen

Neben dem Parkplatzthema bat Hans-Peter Hartmann (FW) als Festwochenbeauftragter darum, dass für die Festwoche keine Ausstellerfläche wegfalle. Außerdem gab er zu bedenken, dass Spielfläche und Bänke aufgrund des Krähenkots nicht genutzt werden könnten. Für die „attraktiven Stellen“ müsse man sich hinsichtlich der Krähen etwas einfallen lassen, stieß Oberdörfer ins gleiche Horn und bat darum beispielsweise Zeltüberdachungen zu prüfen. Man werde das Krähenthema nochmals intensiv angehen und habe dafür bereits Gedanken gesammelt, versicherte Großmann. Verschiedene Dinge wie die Eientnahme oder eine gezielte Vergrämung der Krähen (z.B. mit Falknern) müssten ausprobiert werden. Richard Hiepp (CSU) hoffte, dass es bezüglich der Krähen mal eine „Regelung von oben gibt, ab wann es keinen Sinn mehr macht, die Saatkrähen zu schützen. Es geht um Regulierung, nicht um Ausrottung“.

Melanie Weidle

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