Stadtrat setzt behutsame Schritte für optimale Lösung

Noch kein Umsetzungsbeschluss zur Stadtparkgestaltung

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Sichtachse und Ententeich – schon bald Geschichte?

Kempten – Statt eine Lösung zur Neugestaltung des Stadtparks vorschnell zu „zementierten“, hat sich der Stadtrat nach umfangreicher Diskussion mit großer Mehrheit für eine sinnvoller erscheinende Weiterentwicklung anstelle der ursprünglich formulierten Umsetzung des Realisierungsteils des 1. Wettbewerbs-Preisträgers ausgesprochen.

Des Weiteren soll die Verwaltung die Ansätze des städtebaulichen Ideenteils vertiefend untersuchen sowie die Möglichkeit einer für die dortigen Tiefgaragen (Finanzamt, Sparkasse) gemeinsamen Einfahrt von der Salzstraße her zu untersuchen und möglichst auch einzuarbeiten – eine laut Alexander Hold (FW) „wunderbare Idee“. Zu Beginn der Sitzung hatte OB Thomas Kiechle darauf hingewiesen, dass der vergangenen Donnerstag vom Stadtrat zu fällende Beschluss zwar „nur den Park“ betreffe, sich daraus aber natürlich die „Vernetzungen und Verbindungen für den Ideenteil“ ergeben würden.

Mit Nacharbeitungsbedarf an der ein oder anderen Stelle, aber insgesamt begeistert vom Siegerentwurf, bedauerte Hold, dass „an der Aufgabe, die trennende Wirkung der ZUM zu beheben, leider alle gescheitert“ seien. Wie viele seiner Gremiumskollegen auch, forderte er für das Gebäude auf der Zumsteinwiese ein „Phantomgerüst“, damit es sich die Menschen besser vorstellen können. Zwar waren die im Bereich des Ideenteils liegenden Brennpunkte Zumsteinwiese, Linggpark oder Schwaigwiesgelände nicht Gegenstand der Diskussion und des Beschlusses, zeigte im Verlauf der Debatte aber doch immer wieder Präsenz.

Noch Diskussionsbedarf erkennbar

Die „ganz große Begeisterung für den 1. Preis“ teilte Andreas Kibler (CSU) nicht. Vielmehr befürchtet er, wie auch Fraktionskollege Harald Platz, dass man durch den größtmöglichen Baumerhalt am Ende „keine große Veränderung“ bemerken könne und solange das Krähenproblem nicht gelöst sei, „jeder Euro rausgeschmissenes Geld ist“. Prof. Bü Prechter, Vorsitzende des Wettbewerbs-Preisgerichts und künftiges Mitglied des Kemptener Gestaltungsbeirats, zeigte sich zuversichtlich, dass durch Ausholzung großer kranker Bäume und Nachpflanzung kleiner, „Sie das Problem mittelfristig gelöst bekommen“.

Lothar Köster (SPD) störte sich daran, dass im Gremium nie „über die künftige Nutzung“ des Stadtparks diskutiert worden sei, dennoch „beschließen wir etwas zwischen Stifts- und Reichsstadt, was mindestens die nächsten 50 Jahre so Bestand haben wird“. So sei zum Beispiel die Festwoche ein wichtiges Auslobungskriterium gewesen, die Frage aber offen, ob sie die nächsten 50 Jahre so bleiben werde. Auch halte seine Fraktion es bei den Planungen für „sinnvoll, den Linggpark gleich mit einzubeziehen“.

Vom „Hornberger Schießen“ sprach Michael Hofer (UB/ÖDP) und marginalisierte das Wettbewerbsresultat: „Da brauche ich keine 1,9 Millionen Euro in die Hand nehmen“, um kranke Bäume zu fällen, die Büsche auszulichten und von Wurzeln aufgeworfene Wege zu richten.

Bürgermeister Josef Mayr sah eine „Zwickmühle“, was die Geduld der Bürger betrifft, denn „die Forderung und der Druck aus der Bevölkerung“, das Krähenproblem zu lösen, werde auch nach der Umgestaltung bestehen bleiben. „Ich würde mir wünschen, dass man auch Kinder fragt, was sie davon halten“, ging Erna-Kathrein Groll (Die Grünen) das Thema von einer ganz anderen Seite an. Auf den (Wende-)Punkt und zugleich auf einen weitgehend gemeinsamen Nenner aber brachte der Vorstoß von Erwin Hagenmaier (CSU), den es störte, „dass heute schon die Umsetzung beschlossen werden soll“, zumal es eine „Reihe von Knackpunkten“ gebe. Für besser halte er eine „Weiterführung“ mit den vielen Anregungen, die in der Diskussion geäußert worden seien. Das sah auch Philipp Jedelhauser so, der aber den Architekturbüros „keinen Vorwurf“ machen wollte, da sie mit Einschränkungen wie Krähen oder Festwoche hätten planen müssen.

„Ich freue mich darauf, dass wir einen ersten bedeutenden Schritt in der Entwicklung gehen können“, schloss Kiechle die Diskussion mit dem Hinweis, dass es ja immer „um einen dynamischen Prozess“ gehe, auch beim Stadtpark. Gegen eine auf dem Siegerentwurf basierende Weiterentwicklung stimmten die CSU-Stadträte Josef Leonhard Schmid und Stefan Prause sowie die Fraktionsgemeinschaft UB/ÖDP mit Helmuth Hitscherich, Michael Hofer und Philipp Jedelhauser.

Christine Tröger

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