Idealer Standort gefunden

Stadträte stimmen einhellig für eine 10. Grundschule am Aybühlweg

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Der Rahmenplan für die 10. Grundschule am Aybühlweg gibt noch keine Auskunft zur endgültigen Lage und Kubatur des Gebäudes.

Kempten – „Die Kinder sind bereits geboren, das heißt, die Entwicklung ist nicht aufschiebbar“, verdeutlichte Thomas Baier-Regnery, Referent für Jugend, Schule und Soziales, im Stadtrat vergangene Woche den zwingenden Bedarf einer dreizügigen zehnten Grundschule in Kempten.

Die Zeit drängt, denn bereits ab September 2024 sollen über 300 Schulkinder dort unterrichtet werden. Ein Zeitplan, den Baier-Regnery als „sehr sportlich“ bezeichnete. Mit dem einstimmigen Beschluss für den von allen Beteiligten favorisierten Standort am Aybühlweg unter insgesamt sechs von der Verwaltung untersuchten machte der Stadtrat den Weg frei für ein weiteres Vorgehen. Ein wichtiger Punkt bei der Standortwahl sei es laut Baier-Regnery gewesen, dass die Kinder keine stark befahrenen Straßen überqueren müssen – nicht der einzige Pluspunkt, der aus Sicht der Verwaltung für den Standort spricht. 

Zusammen mit dem Stuttgarter Architekten Daniel Schönle stellte Baier-Regenery die ambitionierten Pläne für die 10. Grundschule auf dem Gelände des TV Kempten am Aybühlweg vor. Einen „eindeutigen Auftrag“ leitete die Verwaltung für ihre Visionen aus den Kemptener Prädikaten „Bayerische Bildungsregion“, „Modellregion Inklusion“ und „Digitale Bildungsregion“ ab. So soll die neue Schule mehr zu bieten haben, als bisher üblich. Ein Schwerpunkt soll auf „Sport und Bewegung“ liegen. Denn in der unmittelbaren Nachbarschaft des TV Kempten mit seinen Sportanlagen, dem Kletterzentrum des DAV sowie dem Cambomare und der Jufa sieht Baier-Regnery Möglichkeiten für ein umfassendes Konzept, „das zur Sportstadt Kempten passt“. Nur an diesem Standort biete sich eine sinnvolle Weiterentwicklung des gesamten Stadtteils mit den Sportvereinen gemeinsam zu einem „Sportquartier“ an, lautet eine Begründung für die Standortwahl; eine andere sieht die Verwaltung in den vergleichsweise günstigen Verhandlungsmöglichkeiten für den Erwerb der Grundstücke, die im Besitz des TV Kempten sind. Geplant ist zunächst, die Schule bis zum Start des Schuljahres 2024/25 beziehen zu können. 

Vorgespräche für die notwendige Änderung des bestehenden Grundschulsprengels laufen, wie es hieß, bereits. Die 2021/22 eingeschulten Kinder, die als erste in den Genuss der neuen Schule kommen werden, sollen dann im vierten Schuljahr im Klassenverband inklusive Lehrer in den neuen Bau umziehen. Im zweiten Schritt soll im Umfeld zügig ein „attraktives Sportquartier“ entstehen. Im Zuge dessen soll unter anderem darüber nachgedacht werden, die oberirdischen Parkplätze zurückzubauen und durch ein Parkhaus zu ersetzen. Für das dann kostenpflichtige Parken sei, so Baureferent Tim Koemstedt, ein „Sportlertarif denkbar“. Gestärkt werden soll die Infrastruktur aber auch bezüglich Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr. Überlegungen gibt es ferner bereits zur Umgestaltung des Straßenabschnitts des Aybühlwegs zwischen Leutkircher Straße und Stadtbadstraße sowie zu Erweiterungen, Ergänzungen und Verlagerungen bestehender Sportanlagen; ebenso zu neuen Gebäuden für schulische, sportliche oder verkehrliche Zwecke. 

Schönle ging es vor allem darum, dass Unterricht „nicht nur im Klassenzimmer stattfindet“. Die zwölf Klassen ordnet er in drei Vierer-Clustern an, dazu Gemeinschaftsbereiche für Sport, Werken, Musik, Ruhe etc. und betont, dass es vor allem „wichtig ist“, dass „Ganztag und Schule nicht zwei verschiedene Dinge sind“. Wie Koemstedt erläuterte, soll das Gebäude dreigeschossig werden, mit einer direkt angeschlossenen Zweifach-Sporthalle und einem öffentlichen Quartiersplatz auf der jetzigen Parkfläche des DAV. Die genaue Anordnung ist noch offen. Laut Gremiumsbeschluss sollen für das Verfahren mindestens drei Architekturbüros Vorschläge einreichen. 

Die Zeit drängt, und auch Koemstedt betonte, „wenn wir die 10.Grundschule 2024 in Betrieb nehmen wollen, müssen wir richtig Gas geben.“ 1,3 Millionen Euro würde ihm zufolge eine Interimslösung mit temporären Container- bzw. Modulbauten pro Jahr kosten, sollte der Neubau nicht rechtzeitig fertig werden. Freie-Wähler-Stadtrat Dieter Zacherle brachte es in seiner letzten Stadtratssitzung nach 48 Jahren im Gremium schlussendlich auf den Punkt: „Es bleibt uns gar nichts anderes übrig als dafür zu stimmen, weil wir machen das für die Schülerinnen und Schüler.“ Dem Ratschlag folgten seine GremiumskollegInnen ohne Wenn und Aber.

Christine Tröger

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