Stadtpark

Es wird langsam konkret

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Übersicht der zu lösenden Aufgaben beim Wettbewerb zur erweiterten Umgestaltung des Kemptener Stadtparks.

Kempten – Mit den Gegenstimmen von Michael Hofer (ödp) und Josef Leonhard Schmid (CSU) hat der Stadtrat vergangenen Donnerstag nun die Auslobungskriterien für den Wettbewerb zur erweiterten Umgestaltung des Stadtparks beschlossen.

Der zweiteilige Wettbewerb, vorgestellt von Baureferent Tim Koemstedt, gliedert sich einmal in einen Realisierungsteil für rund 14.300 Quadratmeter und definiert die Fläche, die im Anschluss an den Wettbewerb umgesetzt wird. Im Ideenteil sollen vorwiegend neue Ansätze und Gestaltungsideen für eine Fläche von rund 37.700 Quadratmeter aufgezeigt werden, die umgesetzt werden können, aber nicht zwingend umgesetzt werden müssen, sondern lediglich eine Option darstellen.

Spezifische Aufgaben

Entsprechend der Grafik gilt es neben der ursprünglichen Aufgabe, lediglich den Stadtpark attraktiver zu gestalten, weitere neun Themen zu berücksichtigen. (1) Im Bereich des Zumsteingartens soll untersucht werden, ob sich eine Bebauung in der Größe, wie für die Stadtbibliothek erforderlich, einfügen könnte oder ein Gebäude anderer Größe und welche Kubatur verträglich ist. Gegebenenfalls sollen Vorschläge für eine alternative öffentliche Nutzungsmöglichkeit sowie Alternativstandorte für die Stadtbibliothek gemacht werden. (2) Zufahrtsmöglichkeiten für die Tiefgarage der Sparkasse von Westen, die – nach Möglichkeit – in Kombination mit einem öffentlichen Gebäude entwickelt werden sollen. Ferner sollen alternative Andienungsmöglichkeiten eines möglichen Stellplatzangebotes unter dem zukünftigen Sparkassenquartier aufgezeigt werden. (3) Entwicklung von Gebäudekubaturen für das künftige Sparkassenquartier (jetzige Sparkassenarkaden entlang der Königstrasse, plus möglicherweise weitere Nachbargebäude, wie gemunkelt wird). (4) Eine städtebauliche Lösung für das Gebäude der vhs (ehemalige Schwaigwiesschule), die Angaben zur Kubatur, Größe und Position der zukünftigen vhs liefert. (5) Umgestaltung und Aufwertung der oberirdischen Zugänge der Tiefgarage am Königsplatz sowie der Oberfläche. (6) Sowohl Lage als auch Gebäude der ZUM stehen zur Disposition bei deren Neuordnung. (7) Als „besondere Herausforderung“ im Rahmen der Wettbewerbsaufgaben wird die zwingende Integration von Aufbau und Ablauf der Allgäuer Festwoche gesehen. (8) Laut Entscheidung aus der Preisrichtervorbesprechung wird dagegen auf Jahrmärkte keine Rücksicht genommen. (9) Wie die anschließende Diskussion zeigte, der wohl zentrale Punkt des Wettbewerbs: auch wenn eine Lösung des Saatkrähen-Problems von den Wettbewerbsteilnehmern nicht verlangt werden könne, werden als letzte Aufgabe zumindest Hinweise zum Umgang mit den Krähenkolonien im Stadtpark erwartet.

Das Preisgeld beträgt insgesamt 60.000 Euro (netto) und wird gestaffelt verteilt auf die 1. bis 3. Preise sowie zwei Auslobungen. Die Kosten für das Preisgericht bezifferte Koemstedt mit gut 21.000 Euro. Die Gesamtkosten für den Wettbewerb in Höhe von brutto rund 154.000 Euro würden zu 60 Prozent bezuschusst.

Für und Wider

Bürgermeisterin Sibylle Knott (FW) wies auf die „große und wichtige Entwicklung“ hin, „die wir hier angehen“ und dass es die Bürger sehr interessiert, „was wir da machen“. Kritisch war dagegen die Einschätzung von Michael Hofer (ödp), der den Wettbewerb mit dem „Hornberger Schießen“ verglich, weil es ihn „eigentlich gar nicht braucht“, denn, so seine Begründung, „man kann im Stadtpark praktisch nichts machen“: Krähenbäume und ihre Nebenbäume „darfst du nicht anfassen“, die Festwochen-Zelte auch nicht, die Straße beim Finanzamt sei eine Rettungsstraße, die Sichtachse Basilika müsse ebenfalls erhalten bleiben.... außerdem sei Unterstützung für ein Bürgerbegehren gegen den Bau der Stadtbibliothek neben dem Zumsteinhaus sogar schon „aus diesem Gremium“ signalisiert worden. „Entweder Festwoche oder Stadtpark“, lag für Hofer als die prinzipielle Frage klar auf der Hand. Der „wichtigste Punkt in dieser Sache“ für Silvia Rupp (CSU) war „die Saatkrähenproblematik“. Deshalb solle ihres Erachtens eher ein Preis „für eine ordentliche Bekämpfung der Krähen-Plage“ ausgelobt werden. OB Thomas Kiechle bat um Unvoreingenommenheit der Gremiumsmitglieder, denn dass man beim Stadtpark bisher einfach nichts getan habe, „ist sicher falsch“.

Christine Tröger

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