Nachverdichtung Thema im Stadtrat

Stadtrat diskutiert über dichtere Bebauung der Kemptener Ostbahnhofstraße

Die aktuelle Bebauung an der Kemptener Ostbahnhofstraße aus der Vogelperspektive.
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Die aktuelle Bebauung an der Ostbahnhofstraße aus der Vogelperspektive.

Kempten – Im Bereich der Ostbahnhof und der Spitalstraße soll auf mehreren bereits bebauten und bewohnten Grundstücken ein großes Wohngebäude entstehen. Doch noch liegt für das Vorhaben kein Bebauungsplan vor.

Entlang der Ostbahnhofstraße soll ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten inklusive Tiefgarage gebaut werden. Da insgesamt neun Grundstücke betroffen sind, empfiehlt das Stadtplanungsamt die Aufstellung eines Bebauungsplans, um eine qualitative und städtebaulich angemessene Nachverdichtung zu ermöglichen. Die im vorgeschlagenen Bereich (siehe Luftbild) befindlichen Grundstücke verfügen über eine Grundfläche von teilweise über 2000 Quadratmetern und sind mit Einfamilien- oder Doppelhäusern bebaut. Die Wohngebäude befinden sich am nördlichen Rand der Grundstücke. Auf einigen Grundstücken ist bereits ein weiteres Wohngebäude entlang der Ostbahnhofstraße errichtet.

Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten

Laut Stadtplanungsamt sind die Größe der Grundstücke sowie die bereits vorhandene Erschließung über die Ostbahnhofstraße „herausragende“ Voraussetzungen für eine Nachverdichtung, Das weitere Umfeld ist bereits heute durch eine dichte, mehrgeschossige Bebauung geprägt, weshalb neben einer Erweiterung mit Einfamilien- oder Doppelhäusern auch eine Nachverdichtung mit Geschosswohnungsbau (zwei Vollgeschosse mit Satteldach) vorstellbar wäre. Das Maß der Nachverdichtung (zum Beispiel Geschossigkeit, Grundfläche) soll dann im Zuge des Bauleitplanverfahrens für jedes Grundstück geprüft werden.

Ein möglicher Abbruch der derzeit vorhandenen Garagen und die Errichtung von Wohngebäuden entlang der Ostbahnhofstraße wirkt sich zudem positiv auf das Straßenbild aus und gestaltet es insgesamt homogener, der Straßenraum könnte stadträumlich besser gefasst werden. Des Weiteren können durch entsprechende Festsetzungen erhaltenswerte Bestandsbäume im Geltungsbereich geschützt und weitere naturschutzfachliche Belange eingearbeitet werden.

Stadtrat Erwin Hagenmaier (CSU) wunderte sich, dass hier ein Beschluss ohne Pläne durchgeboxt werden soll. Das habe es noch nie gegeben. „Wie kann ich etwas zustimmen, wenn ich nicht weiß, was geplant ist. Wie soll die Anbindung erfolgen? Eine Straße in der Mitte der Grundstücke mit Wendehammer?“ Die Verwaltung solle einen groben Entwurf erstellen, diesen mit den Anwohnern besprechen und danach könne man einen Beschluss fassen.

Stadtrat Dominik Spitzer fragte: „Wozu diese Eile, wenn mit den anderen Grundstücksbesitzern noch nicht gesprochen worden ist?“ Theo Dodel-Hefele (Grüne): „Jeder will nachverdichten. Wir sind kein Verhinderungsgremium.“ Laut Baureferent Tim Koemstedt sei mit allen Grundstückseigentümern gesprochen worden. Die Nachverdichtung soll auf dem eigenen Grundstück erfolgen. Er könne sich Doppelhaushälften vorstellen. Eine Erschließungsstraße über Privatgrundstücke kann er sich nicht vorstellen. Thomas Senftleben (AfD) wunderte sich, dass alle Betroffenen befragt worden seien. „Mit meiner Tante, die dort ein Haus besitzt, wurde nicht gesprochen.“

Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Ostbahnhof – Spitalstraße“ wurde letztendlich gegen sieben Neinstimmen beschlossen.

Helmut Hitscherich

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