»Wir wollen eine Studie für ein integratives Mobilitätskonzept« 

Stadtseilbahn schwebt ins finale Aus 

Der Stadtrat hat vergangene Woche mehr- heitlich das endgültige Aus der Stadtseil- bahn beschlossen.
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Der Stadtrat hat vergangene Woche mehrheitlich das endgültige Aus der Stadtseilbahn beschlossen.

Kempten – Dass das Thema nun wohl zum allerletzten Mal auf der Tagesordnung stand, dafür hat der Stadtrat in seiner letzten Sitzung mehrheitlich gesorgt. Die Stimmen von OB Thomas Kiechle, der CSU und Jungen Union konnten das zu erwartende finale Aus zu weiterführenden Untersuchungen des bislang klar negativen Gutachtens zur Stadtseilbahn nicht verhindern. 

Vorangegangen war ein rund einstündiger, zwischen den „Lagern“ teilweise giftiger Schlagabtausch, der keine neuen Argumente oder Erkenntnisse beinhaltete. Zwischendurch versuchte Ullrich Kremser (FDP) per Antrag den Schluss der Debatte zu erzwingen, da man „seit zwei Jahren genug über das Thema diskutiert hat“. Nach einigem Hin und Her, wie damit rechtlich zu verfahren sei, scheiterte Kremser mit seinem Antrag in der Abstimmung, zur sichtbaren Erleichterung des OB. 

Einige Stimmen 

OB Thomas Kiechle (CSU): „Es geht nicht um die Fragestellung, ob die Seilbahn kommen soll, sondern ob sie in Kontext mit anderen Verkehrsmitteln gestellt werden kann.“ „Wir dürfen nicht zum falschen Zeitpunkt aufhören, groß zu denken.“

Michael Hofer (UB/ödp): „Wir hatten eine Abstimmung im Stadtrat vor einem Jahr, die die CSU verloren hat.“ „Die Mehrheit der Bürger will keine Seilbahn. Wenn Sie heute verlieren, bitte nicht mehr nachtarocken.“

Helmut Berchtold (CSU): „Wenn Sie sagen, was die CSU will, brauchen wir nicht, dann müssen Sie uns jetzt sagen, wie wir zur Umsetzung kommen.“ „Ich gehe davon aus, dass sich noch keiner intensiv mit dem Angebotskonzept auseinandergesetzt hat.“ „Es wird Jahre dauern“, alle Akteure unter einen Hut zu bringen. „Wir entscheiden heute, ob wir das Heft für den ÖPNV in der Hand behalten“ und ob man wieder bei Null anfange. Alexander Hold (FW): „Wir wollen und müssen den ÖPNV voranbringen. Den Schwarzen Peter hin- und herschieben ist nicht der richtige Weg.“ Wegen der Fokussierung auf die Seilbahn habe man bereits viel Zeit verloren und alles weise darauf hin, dass es „keinen Sinn macht, hier weiter zu investieren“.

Thomas Hartmann (Grüne): Das „Pferd“ sei nicht nur tot, „sondern fängt bereits an zu riechen und muss unter die Erde – jetzt“. Zu sagen, „Ihr habt alle keine Ahnung, ist anmaßend und beleidigend“, wandte er sich an Berchtold.

Dr. Stefan Thiemann (Grüne): „Es kommt uns darauf an, dass die Seilbahn ad acta gelegt wird.“ Aber „wir wollen eine Studie für ein integratives Mobilitätskonzept“. Alexander Buck (FW): „Es ist gut für eine Vision zu kämpfen“, aber damit habe man jetzt viel Zeit „verbraten“. „Wir bekommen nicht 50 Prozent, sondern 50.000 Euro Förderung“, von denen die Hälfte ausbezahlt worden sei, stell- te er einen Irrtum klar. „Es wäre gut, wenn wir nicht im Groll auseinandergehen.“

Walter Freudling (AfD): „Die AfD ist für eine technikoffene Diskussion“, habe derzeit aber die Finanzen im Auge. Und „wer weiß, vielleicht gibt es in fünf Jahren ganz andere Möglichkeiten“.

Christine Tröger

Lesen Sie auch: Die Untersuchung zur Kemptener Stadtseilbahn geistert weiterhin durch die Gremien 

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